#helfenverbindet Erfolgreiche Jugendrotkreuzler aus Wernshausen

Annett Recknagel

Die Wernshüüser Mini-Retter holten sich in der Altersklasse der 13- bis 16-Jährigen beim Jugendrotkreuz-Landeswettbewerb den ersten Platz und fahren nach Mainz zum Bundeswettkampf.

Kimi war verwirrt. Seine Hände schmerzten. „Was machen Sie denn da jetzt?“, fragte er die eintreffenden Helfer. Jayden und Jan von den Mini-Rettern aus Wernshausen blieben ganz ruhig. Das strahlte aus. Schnell war der Verband angelegt. Jetzt hieß es, auf den Rettungsdienst warten und den Verletzten möglichst gut von der Situation ablenken. Währenddessen kümmerte sich Adrian um ein bewusstloses Mädchen. Sie hatte von den Beeren gegessen, an deren Hecke sich Kimi die Hände aufgeschnitten hatte. Die dritte Verletzte klagte über Bauchschmerzen.

Ein Szenario wie aus dem Bilderbuch. Glücklicherweise nur gespielt. Und es war nicht das einzige zum Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes 2022 – am Samstag rund um die „Hans Dieter Clemen Sporthalle“ in Schmalkalden. Zwölf JRK-Gruppen aus sechs Thüringer Kreisverbänden des Deutschen Roten Kreuzes hatten sich angemeldet. Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski war der Schirmherr. Das zentrale Motto der Veranstaltung lautetet: #helfenverbindet. „Es steht für Teamgeist und Verbundenheit der Mitglieder des Jugendverbandes“, erläuterte Monika Niessner, die beim DRK Landesverband Thüringen für das Jugendrotkreuz zuständig ist.

Den Organisatoren war es wichtig, dass sich der helfende Nachwuchs wieder treffen und ausprobieren konnte. „Etliche Gruppen haben nach der zweijährigen Coronapause bei Null angefangen“, weiß Monika Niessner und gerade deshalb müsse jetzt alles daran gesetzt werden, die Gemeinschaft neu zu beleben und zu stärken. Spaß haben war ein weiterer Faktor des Wettbewerbes. Aus dem Grund gab es nicht nur Punktestationen, sondern auch Haltepunkte, die der Entspannung dienten. „Damit der Druck rausgenommen wird und die Kinder auch mal Kinder sein dürfen“, meinte ihre Kollegin Susan Leib. Das tat freilich den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch gut.

Die Teilnehmer wurden in drei Altersklassen bewertet und hatten eine Rundkurs mit sieben Stationen zu absolvieren. Die Erste Hilfe Aufgaben unterstützen 13 Mimen der Notfalldarstellung. So wurden die Szenarien realistischer. Zu den praktischen Herausforderungen gab es theoretische Stationen, eine Umweltaufgabe, das richtige Absetzen eines Notrufes wurde geübt und auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung am Phantom spielte eine Rolle. Aus der Region Schmalkalden nahmen mit den Jugendrotkreuzen Wernshausen und Trusetal zwei sehr aktive Gruppen teil. Wobei die Wernshüüser Mini-Retter in der Altersklasse von sechs bis zwölf Jahren und von 13 bis 16 Jahren an den Start gingen. Die Trusetaler waren in der Altersklasse der 17- bis 27-Jährigen aktiv. Die Sieger starten auf Bundesebene. Natürlich motivierte das zusätzlich. „Wir würden da schon ganz gerne hinfahren“, meinten die Trusetaler. Jakob sprach von einem anspruchsvollen Wettbewerb und freundlichen Schiedsrichter. Alexandra lobte die Organisation. „Unser letzter Wettkampf war 2019 in Tanna“, erinnerte sich Eddie. Damals sprang für die Trusetaler Painkiller ein guter zweiter Platz heraus. Den holten sie sich in ihrer Altersklasse auch am Samstag. Nur das Team aus Greiz, was sich erst in der Coronazeit zusammengefunden hatte, war besser. „Es ist unser erster Wettkampf, wir sind sehr stolz“, sagte Gruppenleiterin Virginia Kinter. Die Gruppe wird als Siegerteam im Herbst am Bundeswettbewerb in Berlin teilnehmen.

In der Altersklasse der 13- bis 16-Jährigen hatten die Wernshüüser Mini-Retter die Nase klar vorn und fahren Ende September nach Mainz zum Bundeswettbewerb. „Wir freuen uns wie verrückt und hatten damit gar nicht gerechnet“, erklärte Yvonne Eichhorn, die mit Leon Scharfenberg die Ausbildung des Nachwuchses leitet. Erst im März hatte das Team wieder mit dem Training begonnen. „Und dann gleich so ein tolles Ergebnis – einfach super“, meinte Eichhorn. Wobei sie auch auf die Kleinen sehr stolz ist, die einen sehr guten zweiten Platz belegten.

Die Siegerehrung nahmen unter anderem Bürgermeister Thomas Kaminski und der Vorstandsvorsitzende des DRK Thüringen Jörg Geibert vor. Der Landeswettbewerb wurde von allen Beteiligten und Verantwortlichen als äußerst gelungen eingeschätzt.

 

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