Großes Straßenfest Feiern mit Herzog Anton Ulrich

Antje Kanzler
Frank Weinelt ist ein leidenschaftlicher Sammler von Raritäten und Kuriositäten. Er lädt in Gestalt von Herzog Anton Ulrich in sein „Fränkisches Hinterhaus“ zu Führungen ein, um seine Sammlungen zu zeigen. Foto:  

Es ist einiges nachzuholen – kein Sommerwochenende, an dem in Meiningen nicht gefeiert würde. Nachdem jetzt eine kleine Stadtfestvariante den Kultursommer einläutet, zeigt am kommenden Wochenende die Anton-Ulrich-Straße, das mehr in ihr steckt, als man meint.

Die Stadt hatte im Frühjahr ihren Gästen eine Woche lang den roten Teppich ausgerollt – Kunden wie Geschäftsleute waren von dieser Innenstadt-Wiederbelebung gleichermaßen angetan. In einer Auswertungsrunde aber klang an, dass sich die Anton-Ulrich-Straße wie immer abgehängt fühlte. Dabei war sie vor Jahrzehnten die vielleicht beliebteste Meininger Einkaufsstraße mit ihren vielen kleinen Lädchen.

Den Wunsch, die „Ulli“ selbst mal ins Rampenlicht zu rücken, griff die Meiningen GmbH gern auf, suchte und fand in den Anwohnern und Geschäftsleuten begeisterte Verbündete und widmet am 9. Juli nun von 10 bis (mindestens) 18 Uhr der Anton-Ulrich-Straße ein ganz eigenständiges Straßenfest.

Mehr zu bieten, als gedacht

Überschrieben wird die straßenbelebende Aktion „Die Ulli fetzt.“ Eine klare Aussage – und Punkt. Alle Anwohner und Gewerbeleute waren und sind eingeladen, dieses Fest mitzugestalten. Sie haben sich auch schon erstaunliche Dinge ausgedacht, damit das Gemeinschaftswerk gelingt und der Besuch in der Straße zu einem Erlebnis wird. Da ohne Geld nichts geht, sind alle Mitwirkenden der Wohnungsbaugesellschaft mbH sehr dankbar, die selbst Anlieger ist und nicht lange gezögert hat, das Fest finanziell zu unterstützen. „Das gemeinsame Ziel ist ganz klar, die besondere Attraktivität des Quartiers zu zeigen“, betont Jeanine Thürbeck, die Geschäftsführerin der Meiningen GmbH. Selbst die Einheimischen wird überraschen, was die Straße alles zu bieten hat – und zwar nicht nur an ihrem Festtag.

Die Händler und Gastronomen gestalten das Fest mit vielen tollen Ideen mit. „Bringt auf die Straße, was geht: Sofas, Musik, Kaffee, Straßenverkauf, Außengastronomie. Die Straße gehört euch!“, hatte die Meiningen GmbH in ihrem Aufruf an die Geschäftsleute geschrieben. Es wird spannend, mit welchen Ideen sich die Anlieger nun beteiligen werden.

Eine ganz außergewöhnliche Sache verspricht das Hoffest am Fränkischen Hinterhaus zu werden – mit Bratwurst, Getränken, Cocktailbar und Musik von DJ Paul (Moondance Eventservice) und vor allem Führungen durch Meiningens kurioseste Sammlungen. Die bietet niemand Geringerer als Herzog Anton Ulrich höchstselbst an. Hauseigentümer Frank Weinelt wird sich nämlich als Anton Ulrich verkleiden, über dessen Leben und Wirken er den Geschichtsinteressierten alles Erwähnenswerte zu erzählen weiß.

Tausendsassa Frank Weinelt gab auch die Anregung für eine kleine Fotoausstellung zur Anton-Ulrich-Straße an den Bauzäunen vom Grundstück Nr. 20 (ehemals Spielwaren Roos).

Ansteckende Begeisterung

Jeanine Thürbeck freut sich darüber, dass die Eigentümer des Gebäudes Anton-Ulrich-Straße 3 (bisheriges Testzentrum), Brunzel & Brunzel, das Anliegen ganz unkompliziert unterstützen und die Gewerberäume am Veranstaltungstag dem Nekst e.V. zur Verfügung stellen. Der Kunstverein wird dort eine Kunstschau bzw. Kunstperformance zeigen. „Mich begeistert auch diesmal das Engagement unserer Vereine und Institutionen, die mit so viel Kreativität und Enthusiasmus derartige Feste bereichern“, meint die Meiningen-GmbH-Chefin. „Auch das Theater ist wieder mit dabei. Zu sehen gibt es tierische Walking Acts aus aktuellen Inszenierungen.“Wer das Straßenfest besuchen und den Tag für sich terminlich planen will, kann sich schon mal die beiden festen Programmpunkte merken – den Comedy-Jongleur Leinado, der um 11 und 12.30 Uhr seine Auftritte auf dem Platz An der Kapelle bestreitet und das kleine Publikum begeistern möchte, sowie die Spielleut’ „Drachenmond“, die von 14 bis 17 Uhr für Straßenfest-Atmosphäre sorgen wollen. Auf die Kinder wartet auch noch eine Hüpfburg zum Herumtollen, des Weiteren dürfen sie sich lustige Gesichter schminken lassen oder ihr Bastelgeschick ausprobieren.

Wer von den kleinen Leuten selbst bei der Gestaltung des Straßenfests mitwirken will, möchte sich vielleicht für den Kinderflohmarkt anmelden, der von 10 bis 14 Uhr auf dem Platz An der Kapelle veranstaltet wird. Einige Tische sind in begrenzter Anzahl vorhanden. Wer gebrauchte Spielsachen und andere Utensilien verkaufen möchte, darf sich gern bei der Meiningen GmbH anmelden.

Es gibt noch so vieles mehr, was sich die Menschen ausgedacht haben, die die Anton-Ulrich-Straße ihre Wohn- oder Geschäftsadresse nennen. Zum Beispiel will der Spirituosen-Laden Zielwasser24 zum Fest eine limitierte Auflage eines „Die Ulli fetzt“ - Honig-Erdbeerweins herausbringen. Außerdem wird dort DJ Bouncer zwischen 10 bis 24 Uhr für alle Feierlustigen auflegen. Was es sonst noch in der herzoglichen Straße gibt, davon darf man sich gern überraschen lassen.

„Alles in allem sind wieder einmal sehr viele Leute in Bewegung und legen sich ins Zeug für die Anton-Ulrich-Straße. Es macht echt Spaß, da was auf die Beine zu stellen, einfach, weil so viele mitwirken!“, freut sich nicht nur Jeanine Thürbeck auf das Fest in der „Ulli“ am 9. Juli.

3D-Streetart

Kreide, Fäden, Graffiti und Farben werden auf dem Meininger Marktplatz neue Formen finden. Mit der 3D-Streetart-Illusion bekommt vom 7. bis 9. Juli das erste Kunstprojekt dieser Art in der Kulturstadt freien Raum auf einem öffentlichen Platz. Auf dem Pflaster, in der Senkrechten und als Installation lassen drei Künstlerinnen und zwei Künstler ihre Ideen sichtbar werden.

Zum Thema „Illusionen“ werden die Fünf drei Tage im öffentlichen Raum ihre Ideen spielen. Einige von ihnen wollen schon am Mittwoch, 5. Juli, mit ihren Arbeiten auf dem Markt beginnen.

Alle Passanten sind herzliche eingeladen, ihnen beim Entstehen der Arbeiten über die Schultern zu schauen.

Mit dabei sind:

Frederike Wouters, alias Freddart, eine renommierte Straßenmalerin, die national und international mit ihrer Kunst unterwegs ist. Sie will mit einem besonders großen Bodenbild zum Staunen bringen.

Horst Rüggeberg, Bildhauer und Universalkünstler aus Henneberg, widmet sich auf einem langen Streifen Richtung Heinrichsbrunnen einem gesellschaftskritischen Thema und ist als vielseitiger Künstler in der Region bekannt und vertreten.

Der Meininger Emanuel Klee verlagert mit seiner Graffitikunst die 3D-Streetart in die vertikale Perspektive.

Johanna Helle, Bildhauerin aus Bischofsheim, wird mit zahlreichen Fäden eine Installation aufbauen, in der neue Blickwinkel garantiert sind.

Damit nicht genug, denn in einem großen Ausmalbild, das von Nadine Demharter angelegt wird, sind alle eingeladen, dieses farbenprächtig zu gestalten. Das werde ein Mitmachbild wie zum Beispiel ein Schmetterling sein, macht Dorothea Brandt vom Verein K.rün neugierig: „Dort kannst Du Dich als Kind oder Mensch hineinlegen und hast dann Schmetterlingsflügel um Dich herum.“ Auch gebe es Bodenbilder, die witzig sind und die man als Fotomotive mit nach Hause nehmen könne.

Am Samstag, 9. Juli, werden am Nachmittag die Künstlerinnen und der Künstler mit ihren Werken vorgestellt. Die Mitglieder des Vereins K.rün freuen sich als Veranstalter in Kooperation mit der Stadt Meiningen und dank Unterstützung des Thüringischen Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft auf eine bunte Aktion.

„Da wir wissen, dass Mit-Kreide-Malen einen riesigen Spaß macht, gibt es Kreide vor Ort. Ihr könnt an unserem großen Ausmalbild mitwirken und euch auch selbst als Kreide-Künstler auf dem Pflaster austoben“, fordern sie Groß wie Klein zu kreativem Mitmachen auf.

Weil am Samstag parallel dazu das Anton-Ulrich-Straßenfest gefeiert wird, soll es mit den kreativen Bodenbildern auf jeden Fall auch in die Geschäftsstraße hineingehen – damit die „Ulli“ so richtig fetzt!

sig

 

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