Bad Rodach Fränkisch-Thüringische Meisterschaften im Grillen

Martin Rebhan

Bei den 2. Fränkisch-Thüringischen Grillmeisterschaften in Bad Rodach messen sich vier Teams am Feuer. Am Ende gewinnen die Lokalmatadoren, weil sie mit ihrem dritten Gang an den anderen vorbeiziehen.

Heiß her ging es am Samstag auf dem Schlossplatz in Bad Rodach. Mit den BBQ Grillbillies (Bad Rodach), Joe’s Originals (Neustadt b. Coburg), Fuchstal Grill & BBQ Thüringen (Fuchstal) und den Roast Runners (Mitwitz) traten vier Teams im freundschaftlichen Wettbewerb an, um bei den 2. Fränkisch-Thüringischen Grillmeisterschaften zu zeigen, wer den Umgang mit Speisen und Feuer am besten beherrscht. Der Einsatz lohnte sich, wartete für das Siegerteam nicht nur der Titel „Fränkisch-Thüringischer Grillmeister 2022“, sondern auch die Startberechtigung für die Deutschen Meisterschaften.

Auf Rost und an Drehspieß

Vor dem Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Wer dachte, dass bei dem Wettbewerb „einfach so gegrillt“ wird, sah sich schnell getäuscht. Damit der Verein „Bad Rodach begeistert e.V.“ als Veranstalter den begehrten Titel vergeben darf, mussten die Vorgaben der German Barbecue Association (GBA) exakt eingehalten werden. Die offiziellen Wettkampfregeln der GBA umfassen zwölf DIN A 4 Seiten und dokumentieren damit, dass es sich nicht um irgendeinen Spaßwettbewerb, sondern um einen ernst zu nehmenden Wettkampf handelt. Dafür sprach auch, dass die Teilnehmer ein Startgeld von 50 Euro zu entrichten hatten. Auch was die Grillgeräte, und die Grillmethoden anging, gab es klare Vorgaben. Unter anderem heißt es hier: „Das Gargut muss auf dem Rost, am Drehspieß oder hängend direkt oder indirekt gegart (grilliert) werden“. Kontaktgrills waren verboten, wie Herde, Kochplatten oder elektrische Küchengeräte mit Koch- oder Wärmefunktion.

Für die Teams galt es vier Gänge mit je sieben Portionen (davon einen Show-Teller) zuzubereiten. Die Teilnehmer mussten beweisen, dass sie Coburger und Thüringer Bratwürste genauso zubereiten können, wie vegetarische Burger, Reh oder Lamm mit Kloßteig und ein leckeres Dessert mit Kürbis und Pflaumen zaubern können. Damit die Ergebnisse vergleichbar waren, wurde den Mannschaften zu jedem Gang ein Warenkorb mit Pflicht- und Wahlprodukten zur Verfügung gestellt. Die Pflichtprodukte mussten bei jedem Gang verarbeitet werden. Bei den Wahlprodukten blieb es den Grillern überlassen, ob sie diese verwenden oder durch eigene Ideen ersetzten. Die Warenkörbe mit den Zutaten wurde von der Genussregion Coburger Land zur Verfügung gestellt und setzten sich aus heimischen Erzeugnissen zusammen. Für die Teams galt es, eine zwölfköpfige zertifizierte Fachjury zu überzeugen, die den Gesamtzustand (Optik) des Gerichts, Garzustand des Hauptbestandteils, den Geschmack der Beilage und die geschmackliche Harmonie des Gesamtgerichts bewerteten. Dass die Bewertung der Grillergebnisse alles andere als einfach war, zeigt eine einfache Rechnung. Vier Teams stellten je Gang sechs Mahlzeiten zur Verfügung. Zusammen also 96 Proben ihres Könnens. Jeder Juror durfte sich rein rechnerisch mit acht Speisen „vergnügen“. Umso erstaunlicher war es, dass die Jury doch feine, aber entscheidende Unterschiede erkannte.

Rehrücken ausschlaggebend

Stefan Schmitt von der GBA stellte schon nach dem ersten Gang fest, dass in Bad Rodach auf sehr hohem Niveau gegrillt wurde. Am Ende des Tages bekannte er: „Der Rehrücken gab den Ausschlag.“ Lagen nach den ersten beiden Gängen die Teams noch eng beieinander, setzten sich die Lokalmatadoren aus Bad Rodach beim dritten Gang, dem besagten Rehrücken, entscheidend ab, ließen auch beim Dessert nichts mehr anbrennen und sicherten sich den Sieg. Damit konnten die Bad Rodacher ihren Erfolg von 2019 wiederholen und den Pokal wieder in die Kurstadt holen. Für die BBQ Grillbillies standen am Ende 727,375 Punkte zu Buche. Den zweiten Platz belegte die Mannschaft Joe’s Originals mit 706,25 Punkten vor den Fuchstal Grill & BBQ Thüringen und den Roast Runners.

 

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