Regelmäßig lädt die evangelische Kirchgemeinde Wasungen zum Kaffeenachmittag in den Gemeindesaal in die Engelsgasse 35 ein. Ein Treffen, welches die Gemeinschaft in den Vordergrund rückt, in dem gesungen, gebetet, gelacht und sich ausgetauscht wird. Dazu steuert Pfarrer Stefan Kunze stets einen nicht zu langen aber immer unterhaltsamen Beitrag bei oder vermittelt Wissenswertes aus der Kirchengeschichte, wie beispielsweise zur Veranstaltung am Donnerstag. Da ging es um einen seiner Vorgänger, den Nachkriegspfarrer Heinz Krannich, der von 1949 bis 1955 als religiöses Oberhaupt in der Stadt an der Werra im Namen des Herrn diente. Was einigen Funktionären in der damals noch jungen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) so gar nicht gefiel. In einem Beitrag des Zentralorgans der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland Neues Deutschland erschien am 19. Mai 1953 ein Beitrag, der sich um das Thema Kirche im Arbeiter- und Bauernstaat und um „käufliche reaktionäre Kreise in Westberlin und Westdeutschland“ drehte, die angeblich die ostdeutsche Kirche und die DDR-Organe so darstellten, als würden sie Kämpfe miteinander ausfechten.