Geheimnisvoller Mann Anonymer Spender übernimmt Feuerwehr-Rechnung

Ein Teil der Manebacher Rettungskräfte. Die Erlebnisse der vergangenen Tage zeigen: Freud und Leid liegen in diesem Ehrenamt sehr nah beieinander. Foto: Feuerwehr Manebach

Ein ganz besonderer Dank wurde den Feuerwehr-Rettungskräften aus Manebach dieser Tage zu Teil. Ein anonymer Spender bezahlte ihnen die Getränke-Rechnung.

Manebach - Die Rettungskräfte der freiwilligen Feuerwehren: Bei jedem Einsatz geben sie ihr Bestes, um den Menschen zu helfen, riskieren mitunter ihr eigenes Leben, um das anderer zu retten.

Dieser unermüdliche Einsatz wurde nun von einem geheimnisvollen Mann in Manebach auf ganz spezielle Art und Weise gewürdigt. „Pünktlich zur Wiedereröffnung des Railroad Steakhouse in Manebach trafen sich einige unserer Kameradinnen und Kameraden dort auf einen gemeinsamen Abend“, berichtet die Freiwillige Feuerwehr Manebach auf ihrem Facebook-Kanal. „Wir bestellten unser Essen und während wir warteten, unterhielten wir uns auch über vergangene Ausbildungen und Einsätze. Am Nachbartisch saß ein einzelner Mann. Er las seine Zeitung, genoss sein Essen und wir bemerkten, dass er uns die ganze Zeit aufmerksam zuhörte. Kurz darauf verließ er das Lokal“, heißt es weiter.

Dank fürs Engagement

Als die Kellnerin anschließend zu den Feuerwehrmännern und -frauen an den Tisch kam, erzählte sie, dass eben dieser Mann all die bis dahin aufgelaufenen Rechnungen bezahlt hatte. „Das waren zwar bisher nur Getränke, aber wir waren um die zehn Personen. Da kommt trotzdem einiges zusammen“, sagt Wehrführer Sebastian Bretschneider im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der geheimnisvolle Mann ließ über die Kellnerin ausrichten, dass er das Engagement der Rettungskräfte in diesem wichtigen Ehrenamt sehr wertschätzt und sich auf diese Art bei der Feuerwehr für ihren Einsatz bedanken möchte. „Wir alle waren sprachlos. Diese selbstlose Geste kam völlig überraschend und unerwartet“, schreiben die Feuerwehrleute im sozialen Netzwerk. „Leider blieb er anonym und wir konnten uns nicht bei ihm bedanken.“

Gerne möchten die Feuerwehrmänner und -frauen aus Manebach das nachholen und haben deshalb ihr außergewöhnliches Erlebnis mit der Welt geteilt. „Vielleicht liest er es und gibt sich zu erkennen, damit wir uns doch noch kennenlernen und ins Gespräch kommen können.“ Bisher sei das nicht gelungen.

Ungeheuerliches Verhalten

Dass eine solche Großzügigkeit die Ausnahme ist und sich die Rettungskräfte stattdessen viel zu oft mit eher gegenteiligen, negativen Ereignissen befassen müsste, wurde ebenfalls vor wenigen Tagen deutlich.

Als die Manebacher Feuerwehr am Dienstag der Vorwoche zu einem tödlichen Verkehrsunfall zwischen Manebach und Stützerbach alarmiert worden war, mussten sich die Rettungskräfte mit dem ungeheuerlichen Verhalten mancher Auto- und Radfahrer auseinandersetzen. „Da gab es tatsächlich Leute, die die Vollsperrung missachtet haben und in den Einsatzbereich gefahren sind. Zwei, drei Autofahrer sind uns bis vor die Füße gefahren und haben gefragt, ob hier wirklich gesperrt sei und wo sie nun langfahren sollten, schließlich hätten sie Termine“, schildert Sebastian Bretschneider.

Ein Unding für den Wehrführer, schließlich war in diesem Augenblick ein Rettungshubschrauber im Landeanflug. Der Gipfel der Unverschämtheit sei aber ein Radfahrer gewesen, der sich regelrecht vor den Rettungskräften aufgebaut und sie lauthals gefragt habe, mit welchem Recht ihm die Durchfahrt verwehrt würde. „Er hat erst von uns abgelassen, als wir mit der Polizei gedroht haben“, so Sebastian Bretschneider.

Dieses Verhalten, das weiß der Wehrführer aus Gesprächen mit anderen Kameraden und mit der Hauptwache, nimmt leider immer mehr zu. Umso dankbarer sind die Rettungskräfte deshalb für die kleinen und großen Gesten der Dankbarkeit, wie sie sie kürzlich erleben durften.

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