Fw-Einsatz bei Kündig Schwelbrand mit erheblichen Sachschaden

Auf eine halbe Million Euro schätzt die Landespolizeiinspektion Suhl den Schaden, der am Donnerstagabend bei einem Schwelbrand bei dem Nahrungsmittelhersteller Kündig in Ritschenhausen entstand. Die gute Nachricht: Die Produktion kann in dem Betrieb, der 145 Mitarbeiter zählt, fortgesetzt werden.

Nachdem in Absprache mit der Freiwilligen Feuerwehr Ritschenhausen die Mitarbeiter der Kündig Nahrungsmittel GmbH & Co. KG Deutschland in Ritschenhausen am späten Donnerstagabend ihr abgelöschtes Objekt wieder übernahmen und die Brandwache über Nacht absicherten, zeigte sich Geschäftsführer Lutz Guderjahn am gestrigen Freitag doch etwas erleichtert. Erleichtert darüber, dass der Schwelbrand schnell Alarm ausgelöst hatte, viele Wehren zur Brandbekämpfung vor Ort waren sowie schnell und umsichtig handelten und über Nacht kein neues Feuer ausbrach. Was ihm darüber hinaus sehr beruhigte: „Keiner unserer Mitarbeiter wurde schwer verletzt. Und trotz des entstandenen Sachschadens, dessen genaue Höhe erst noch eingeschätzt werden muss, kann am Standort weiter produziert werden. Die Aufräumarbeiten laufen parallel.“

Es war Donnerstag, der 17. November, um 16.38 Uhr, als die Freiwilligen Feuerwehren der Region zum Einsatz ins Gewerbegebiet Ritschenhausen gerufen wurden. Die örtliche Wehr mit sechs Personen, allen voran Ortsbrandmeister und Einsatzleiter Felix Winkel, fuhr als erste Einsatztruppe auf den Hof der Firma Kündig, einem Unternehmen, welches seit 1991– damals noch unter einem anderem Namen – vor Ort tätig ist. Es folgten kurz danach die Wehren aus Neubrunn, Einhausen, Belrieth, Vachdorf, Leutersdorf, Untermaßfeld und Meiningen. Im Einsatz waren nach Auskunft von Winkel rund 80 Feuerwehrmänner und -frauen mit 22 Fahrzeugen – genügend Helfer und Löschtechnik, um den Schwelbrand zu bekämpfen. Es hätte auch alles schlimmer sein können, gibt der Einsatzleiter zu bedenken, dass unter anderen Umständen eine Halle, in der Trockengemüse, Kräuter, Gewürze, Pilze und Hülsenfrüchte für die Lebensmittelindustrie zur weiteren Verwendung aufbereitet (gemahlen, gereinigt, verpresst etc.) werden, auch mal ganz schnell in Flammen steht.

Es war deshalb aus seiner Sicht ein entscheidender Vorteil, dass ein Rauchmelder über die Brandmeldeanlage den Alarm auslöste, der die zentrale Meldestelle und damit die Wehren auf direktem Wege erreichte. „Das sind bekanntlich Minuten und Sekunden, die Leben retten und größere Sachschäden vermeiden können.“ Vor Ort wurden die Löschkräfte von dickem undurchdringlichen Rauch empfangen, der aus der Produktionshalle trat, in der jeweils 15 bis 20 Leute im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten. „Das war wie eine Blackbox, da muss man erst mal rein und gucken, was los ist“, erklärt Winkel. Eine Arbeit, die mit schwerer Atemschutztechnik, mit Strahlrohr und Wärmebildkamera ausgerüstete Feuerwehrleute übernahmen. Sie stellten fest, dass Pulver aus gemahlener Zucchini oder Paprika vor sich hin schwelte und auch Technik davon betroffen war. Mit Löschen und Kühlen, wobei auch ein kleiner Teil der Wellblechfassade aufgerissen und durchnässt wurde, um das Übergreifen eines Schwelbrandes in den Dachbereich auszuschließen, hatten die Wehren ein paar Stunden zu tun. „Gegen 23.30 Uhr habe ich die Halle wieder an den Eigentümer übergeben“, sagt Winkel. Es sei ein Einsatz gewesen, der im Zusammenspiel der Wehren gut funktionierte und der auch ausreichend Kräfte und Technik vorhielt. Die Unterstützung seitens der Geschäftsleitung lobte der Einsatzleiter ebenfalls, der zugleich ehrenamtlicher Bürgermeister von Ritschenhausen ist und mit der Firma Kündig einen starken Arbeitgeber im Ort hat.

Bei dem Schwelbrand ist lediglich eine Person leicht verletzt worden. Die Behandlung erfolgte über die Helfer des Sanitäts- und Betreuungszuges des DRK, die auch die Versorgung mit Speisen und Getränken der Feuerwehrleute absicherten. Als Brandursache vermutet Lutz Guderjahn einen technischen Defekt. Die Kriminalpolizei untersucht aktuell, ob es wirklich an dem ist.

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