Fußball-Pokal Die Neuzugänge treffen

Von Thomas Klemm
Der Kaltennordheimer Neuzugang Jonas Reder (in Schwarz) setzt sich gegen einen Spieler aus Siemerode durch. Reder erzielte auch die Rhöner Führung. Foto: Heiko Matz/Heiko Matz

Mit dem Glück des Tüchtigen rettet sich die SG Kaltennordheim in die nächste Runde des Thüringer Fußball-Pokals. Die Rhöner gewinnen in der Qualirunde auf eigenem Platz gegen den SV Grün-Weiß Siemerode 2:1

Es war ein munteres und bis zum Schluss spannendes Spiel der beiden ungleichen Kontrahenten. Während sich die Kaltennordheimer mit Spielern verstärken konnten, die auch die beiden Tore machten, plagten sich die Gäste mit argen Besetzungsproblemen. „Wir mussten zehn Stammkräfte ersetzen“, erklärte der Trainerassistent Maik Aschenbach. Die Krönung war, dass in der Elf aus der Landesklassen-Staffel 2 der Präsident höchstpersönlich mit auflief. Und dem vierzigjährigen Bernd Nolte blieb es in der 78. Minute auch vorbehalten, den Elfmeter für seine Farben zum 2:1-Anschlusstreffer zu versenken.

Aber der Reihe nach: Beide Mannschaften brannten vor Ehrgeiz und wollten nach der kurzen Sommerpause im ersten Pflichtspiel einen Sieg einfahren, um damit in die 1. Runde des Thüringenpokals einziehen zu können. Beide Teams erspielten sich auch eine Vielzahl an Großchancen, um ihr Ziel zu erreichen. Die größere Portion Glück in dieser Partie besaßen allerdings die Platzherren, die damit schon am kommenden Samstag wieder Gastgeber eines Pokalduells sein dürfen.

Die Partie in Kaltennordheim begann turbulent. Nach einer Flanke des 39-jährigen, immer noch wendigen Thomas Klöppner auf Martin Laubhold musste der Kaltennordheimer Torwart Justin Witzel sein ganzes Können aufbieten, um den Ball zur Ecke zu lenken (4.). Bereits im direkten Gegenzug gingen die Rhöner in Führung. Jonas Reder, einer der beiden Neuzugänge vom Kreisoberligisten SG Kalten Rhön, foppte im Eins-gegen-eins den Siemeröder Schlussmann Maximilian Geißler und schob zum 1:0 ein (5.). Der Treffer verschaffte den Kaltennordheimern Sicherheit und Zuversicht. Aber die Gäste ließen sich auch nicht beirren und prüften wenig später wiederum den Rhöner Torhüter mit einem Distanzschuss (12.). Allerdings mussten die Grün-Weißen bald darauf den zweiten Gegentreffer „fressen“. Lukas Diller, Neuzugang aus Wasungen, wurde hervorragend im Gästestrafraum bedient und überwand Torwart Geißler mit einem klasse Heber zum 2:0 (18.).

Nun war es an den Gästen, die Schlagzahl zu erhöhen. Die „gemischte Elf“ der Grün-Weißen sah sich ernsthaft ins Hintertreffen geraten, wusste sich aber zu wehren. Laubhold prüfte Torwart Witzel im Eins-gegen-eins, scheiterte aber mit seiner Chance, weil Witzel klasse per Fußabwehr zur Ecke klärte (23.). Die Siemeröder blieben gefährlich, was ihre Tormöglichkeiten anbetraf, aber die Rhöner Abwehrreihe agierte aufmerksam.

Die beste Chance vor der Halbzeitpause vergab auf der anderen Seite der SG-Spieler Maximilian Heim, der zweite Neuzugang aus der SG Kalten Rhön. Er zirkelte einen Freistoß an die Querlatte des Gästegehäuses. Der Ball sprang zurück ins Spielfeld (38.).

Beim Zwischenstand von 2:0 ging es in die Kabinen.

Die Pausenansprache des Siemeröder Trainers Volker Reinhardt muss deutlich ausgefallen sein, denn nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste forscher und vehementer als zuvor. Der erste Kracher der zweiten Halbzeit war ein Kopfball von Kapitän Maik Aschenbach, der an die Querlatte des Rhöner Kastens donnerte, von dort aber nicht über die Linie, sondern wieder ins Feld sprang (49.). Auf der Gegenseite packte der ballsichere Jonas Reder einen „Hammer“ aus und „nagelte“ einen Distanzschuss an die Querlatte des SV-Gehäuses (55.).

Nach dieser turbulenten Phase kurz nach Wiederanpfiff verlagerte sich das Geschehen mehr und mehr in Richtung Rhöner Strafraum. Einige Wechsel auf beiden Seiten und die Umstellung der Gäste-Elf auf Dreierkette brachten frischen Schwung in die Partie. Eine ungeschickte Aktion des Kaltennordheimers Max Görtner im eigenen Strafraum nutzten die Gäste schließlich, um Anschluss zu gewinnen. Görtner war übermotiviert mit hohem Bein in einen Gegenspieler gerannt und kassierte dafür Gelb. Aber schlimmer aus Kaltennordheimer Sicht. Es gab Elfmeter für Grün-Weiß, den Oldie Nolte in sicherer Manier zum 2:1 verwandelte.

In der Folge gab es auf beiden Seiten kein Halten mehr. Während die Platzherren darum bemüht waren, ihren knappen Vorsprung über die Zeit zu retten, berannten die Siemeröder den Rhöner Strafraum bis in die dritte Minute der Nachspielzeit hinein. Ein Treffer, der die Verlängerung bedeutet hätte, wollte den Grün-Weißen aber nicht mehr gelingen.

 

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