Für jedermann Obsternte vor der Haustür

„Ernten für jedermann“ hat in Hildburghausen begonnen. Foto: Daniela Rust

Die Nabu-Ortsgruppe und die Stadt Hildburghausen geben zum zweiten Mal kommunale Streuobstwiesen zur Ernte frei.

Es ist Erntezeit im Landkreis Hildburghausen – nicht nur für Gartenbesitzer, sondern für jedermann! Zum zweiten Mal. Die Nabu-Ortsgruppe Hildburghausen hat in Kooperation mit der Stadt Hildburghausen die Aktion „Ernten für jedermann“ 2022 in zweiter Auflage gestartet und rund 50 Obstbäume mit gelben Bändern gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung bedeutet, dass jeder, der möchte, das Obst dieser Bäume ernten darf.

Eineinhalb Tage war der städtische Baum-Manager Achim Hoffmann unterwegs, hat Bänder angebracht und Karten befestigt, die zeigen, wo geerntet werden darf. „Vorrangig sind es Äpfel und Zwetschgen, die zu Verfügung stehen“, sagte Esther Dölle, Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe.

Gesteigerte Bedeutung

Ihren Worten zufolge wurde das öffentliche Ernte 2021 bereits gut angenommen: „Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen.“ In diesem Jahr hofft man auf noch größere Resonanz – auch wenn aufgrund der Trockenheit die Erträge nicht besonders üppig sind. Esther Dölle und auch ihre Stellvertreterin Nicole Kreußel gehen davon aus, dass derartige Aktionen in Zukunft einen neuen Stellenwert bekommen, weil Lebensmittel aktuell teurer werden.

„Das Obst aus unserer Aktion ist kostenlos, ökologisch angebaut und lokal verfügbar“, sagte die Nabu-Chefin. Sie empfiehlt entweder die direkte Verarbeitung nach der Ernte zu Kuchen, Aufstrichen, Crumbles oder eben die Konservierung: „Ganz einfaches Einkochen von Obst sollte wieder publik gemacht werden. Das Zubehör bietet der lokale Handel an. Die Umsetzung ist einfach. Und diese Art der Konservierung verbraucht nicht dauerhaft Energie – wie zum Beispiel das Einfrieren.“

Bevor der Nabu mit der Stadt Hildburghausen diese Aktion gestartet hat, sind die Streuobstwiesen kaum abgeerntet worden- die Früchte sind heruntergefallen oder noch am Baum verfault. Daher wurden die kommunalen Streuobstbäume erfasst, in einem Lageplan markiert und nun seit 2021 jährlich zur Erntezeit mit dem gelben Band versehen.

Symbol gilt deutschlandweit

„Das gelbe Band ist eine deutschlandweit verwendete Markierung, um zu signalisieren, dass der damit markierte Baum frei von jedermann geerntet werden darf“, informierte Nicole Kreußel. Im Bereich Hildburghausen kamen in diesem Jahr zwei neue Standorte dazu: „Am Stirnberg“ in Birkenfeld und „Zur Anspann“ in Leimrieth.

Der Nabu weist mit der Erntefreigabe der Bäume daraufhin, dass sie in jeden Fall mit Achtsamkeit abgeerntet werden, sollen sie schließlich noch viele Jahre wertvolle Früchte tragen.

Um die Streuobstwiesen in Hildburghausen wachsen zu lassen, pflanzt der Nabu regelmäßig Patenbäume. Um deren Pflege zu sichern, würde sich die Ortsgruppe Baumpaten wünschen. „Es wäre gut, wenn Leute, die zum Beispiel in der Nähe der neu gepflanzten Bäume eine Patenschaft übernehmen würden oder auch den kommunalen Baumbestand auf den Streuobstwiesen mit pflegen würden. Wir werden den Baumpaten im Gegenzug kostenlose Baumschnittkurse ermöglichen“, sagte Esther Dölle.

Der Nabu hat in Hildburghausen in den vergangenen Tagen einen weiteren Meilenstein gesetzt, in dem er eine Informationsecke im Amselweg installiert hat. Dafür gab es Fördermittel aus dem Kulturfonds der Stadt, gebaut wurde in Eigenleistung und mit bereits vorhandenem Material. „In der Ecke sind Aushänge zu Nabu-nahen Themen geplant. Außerdem gibt es eine Bank zum Verweilen“, sagte Esther Dölle.

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