Freies Wort hilft Kleine Familie hält zusammen und hofft auf Unterstützung

Spenden unter dem Verwendungszweck „Leonie“ sind ab sofort an „Freies Wort hilft – Miteinander Füreinander“ möglich. Kontoverbindung: IBAN DE 39 8405 0000 1705 017 017. Wir garantieren, dass jeder eingegangene Betrag bei Leonie und ihrer Familie ankommt. Spenden sind steuerlich absetzbar.  Foto:  

Was die Familien Braun und Hausdörfer in den vergangenen Wochen durchstehen mussten, ist nur schwer vorstellbar. Die zehnjährige Leonie ist nach dem Tod ihrer Mutter nun Vollwaise. Und ihre Oma Edeltraud hilft, wo sie kann. Doch neue Hürden tun sich vor den beiden auf – ein Fall für den Verein „Freies Wort hilft“.

Sonneberg - In den vorherrschenden, unberechenbaren Zeiten, in denen die Pandemie die Gesellschaft nach wie vor fest im Griff hat, beschäftigten sich die Menschen oft genug mit der Frage: „Wie soll es nun weitergehen?“ Wenn nun in dieser Phase auch noch tragische Ereignisse im privaten Umfeld hinzukommen, möchte man sich kaum ausdenken, was in den Betroffenen vor sich gehen muss – wenn sie sich jene Frage stellen müssen. Doch kürzlich musste eine kleine Familie aus Sonneberg viel Leid erfahren, als sie plötzlich mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert wurde.

Die zehnjährige Leonie Braun und ihre Großmutter haben den Verlust von Mutter und Tochter Marion zu beklagen. Mit ihrer Oma Edeltraud Hausdörfer hat Leonie jemanden an ihrer Seite, der sich von nun an um sie kümmern kann, denn weitere Verwandte hat sie nicht mehr. Doch die beiden werden sich in den kommenden Wochen und Monaten vielen Herausforderungen stellen müssen.

Plötzlicher Verlust

Mit dem Tod eines geliebten Angehörigen umzugehen, ist für niemanden leicht und die Verarbeitung des Erlebten braucht mitunter viel Zeit. Doch gleich mehrere Male meinte es das Schicksal nicht gut mit Familie Braun aus dem Sonneberger Stadtteil Wolkenrasen.

Dort lebte die zehnjährige Leonie bis vor Kurzen mit ihrer Mutter Marion. Das Mädchen wurde vor einigen Jahren schon einmal mit dem Tod eines Familienmitglieds konfrontiert, denn damals verlor sie ihren Vater, war folglich eine Halbwaise. Nach diesem einschneidenden Ereignis starb nun Leonies Mama am 31. Oktober dieses Jahres – plötzlich und unerwartet. Nachdem es ihr am Morgen des Tages gesundheitlich immer schlechter ging, alarmierten die Angehörigen die Rettungskräfte. Zwar wurde die gerade einmal 44 Jahre alte Marion nach dem Notruf sofort aus ihrer Wohnung im Wolkenrasen abgeseilt und ins Krankenhaus eingeliefert, doch aller aufgewendeten Mühen zum Trotz konnte der Frau nicht mehr geholfen werden. Ob eine Infektion mit dem Coronavirus der Auslöser war, konnte den Hausdörfers bis jetzt nicht mitgeteilt werden. Ein weiterer Schock für Leonie. Für alle, die glücklicherweise noch keine Erfahrung mit einer solchen schlimmen Situation machen mussten, dürfte die Lage, in der sich die junge Sonnebergerin nun befindet, nur schwer vorstellbar sein.

Großeltern stehen bei

Die einzigen verbleibenden Familienmitglieder, die sich jetzt um das Mädchen kümmern können, sind ihre Großeltern mütterlicherseits: Marions Mutter Edeltraud und ihr Vater Heinz. Doch der Ehemann und Großvater kann nicht bei seiner Familie sein. Er liegt mittlerweile in einem Pflegeheim in Bad Rodach. Nach schwerer Krankheit musste dem Senioren kürzlich sein zweites Bein amputiert werden. Von der Kronacher Klinik aus wurde er anschließend nach Bad Rodach verlegt, da anderweitig kein Platz mehr für ihn frei war. Nun befindet er sich also in einem anderen Landkreis – sehr zum Leidwesen seiner Ehefrau Edeltraud und Enkelin Leonie.

Nicht sehr mobil

Die beiden können ihren Mann bzw. Großvater nämlich dort nicht besuchen – zumindest nicht regelmäßig. Gerade in der jetzigen Situation wäre es hilfreich, keine weiten Strecken für Besuche auf sich nehmen zu müssen, wie Hausdörfer erklärt: „Es wäre schön, wenn mein Mann nach Sonneberg verlegt werden könnte, weil ich keinen Führerschein habe und deshalb nicht mobil bin. Ohne Auto können wir nur schwer nach Bad Rodach gelangen“, merkt sie an. In dieser schweren, nervenaufreibenden Zeit versucht sie ihre Enkeltochter jedoch selbstverständlich so gut es geht zu unterstützen und ihr einen halbwegs normalen Alltag zu ermöglichen. Das junge Mädchen könne das Geschehene noch gar nicht richtig begreifen, wie sie selbst erklärt: „Für mich fühlt es sich immer noch so an, als wenn meine Mama noch im Krankenhaus liegen würde.“ Neben der Betreuung von Leonie muss sich Hausdörfer nun auch um die Beisetzung der verstorbenen Marion kümmern. Doch die noch ausstehende Beerdigung bereitet ihr große Sorgen, denn neben den Bestattungskosten reißen zusätzlich die hohen Ausgaben für das Pflegeheim, in welchem der Großvater derzeit untergebracht ist, ein großes Loch in das Portemonnaie des älteren Ehepaars, da beide jeweils nur eine kleine Rente beziehen.

Wartende Kosten

Als dritte große Ausgabe wird in der nächsten Zeit zudem ein Umzug auf die 66-jährige Großmutter zukommen: „Ich möchte zu meiner Enkelin ziehen, damit sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben kann“, erklärt die Rentnerin. Ihr jetziges Zuhause im Sonneberger Altstadtgebiet möchte sie verlassen, damit Leonie vorerst keinen weiteren Veränderungen ausgesetzt ist.

Den Ortswechsel sieht sie als dringend notwendig an, jedoch wird das Kistenpacken – und transportieren kein leichtes Unterfangen. Nicht nur körperlich, sondern auch finanziell stellt der geplante Wegzug aus der Altstadt eine weitere Herausforderung für Hausdörfer dar, weil sie auf Abruf niemanden hat, der ihr beim Ausräumen ihrer Wohnung sowie beim anschließenden Umzug helfen kann.

Väterlicherseits gibt es keine nähere Verwandtschaft und auch Tochter Marion war ein Einzelkind. Deshalb weiß die Frau nur eine mögliche Lösung: „Mir bleibt nichts anderes übrig als eine Umzugsfirma zu beauftragen.“ Somit entstehen weitere Kosten, die zu Buche schlagen und ganz schön ins Geld gehen. Die Ehefrau und Großmutter muss sich nun Aufgaben stellen, mit denen sie nicht rechnen konnte und die trotzdem vollbracht werden müssen – organisatorisch wie finanziell. Doch ganz ohne Kontakte stehen die Hausdörfers und Leonie nicht da. Eine Freundin von Mutter Marion ist in regem Austausch mit der Großmutter und möchte helfen.

An die Öffentlichkeit

Bianka Dietz aus Neustadt bei Coburg und ihre Mutter Christiana Dietz aus Steinach hatten nämlich sogleich den Einfall, mit der prekären Situation an die Öffentlichkeit zu gehen, als die beiden vor einigen Tagen vom Tod der Jugendfreundin erfahren haben. Schnell verfestigte sich die Idee bei der gebürtigen Steinacherin, dass man sich mit diesem Fall über die Zeitung an die breite Masse wenden müsse. Vielleicht hätten mehrere Menschen ja Verständnis für die Lage der Familie und könnten etwas Geld spenden, führt sie aus. Schließlich kommen noch einige Herausforderungen auf Leonie zu, die zum jetzigen Zeitpunkt das Geschehene erst verarbeiten muss, wie auch Dietz weiß: „Für das Mädchen ist das alles sehr schlimm“, sagt sie. Die 40-Jährige war seit sie 14 Jahre alt war mit Marion Braun befreundet und ist bestürzt über die Situation der Verbliebenen. Noch dazu kommt das Problem der Entfernung nach Bad Rodach zum kranken Großvater.

Zeit, dem Mädchen und seiner Oma zu helfen, dachte sich die Neustadterin deshalb und hat sich an Freies Wort in Sonneberg gewandt, um Leonies Fall dem Verein „Freies Wort hilft – Miteinander füreinander“ vorzustellen. Sie hofft, dass die Menschen aus der Region vielleicht einen kleinen Beitrag zur Unterstützung der Großeltern und ihrer Enkelin leisten wollen.

Ihre Mutter kann Leonie zwar niemand mehr zurückbringen, aber den beiden finanziell etwas unter die Arme zu greifen würde sicherlich helfen, um zumindest ein paar Probleme aus der Welt zu schaffen. So könnte man zudem die Großmutter etwas entlasten.

Am meisten würde Leonie und ihre Großmutter Edeltraud natürlich freuen, wenn Opa Heinz demnächst von Bad Rodach in ein Pflegeheim in der näheren Umgebung verlegt werden könnte. Doch vorerst gilt es wohl, sich um die Beisetzung zu kümmern, sich im Wolkenrasen neu zu organisieren und gemeinsam das Erlebte zu verarbeiten.

Spenden unter dem Verwendungszweck „Leonie“ sind ab sofort an „Freies Wort hilft – Miteinander Füreinander“ möglich. Kontoverbindung: IBAN DE 39 8405 0000 1705 017 017. Wir garantieren, dass jeder eingegangene Betrag bei Leonie und ihrer Familie ankommt. Spenden sind steuerlich absetzbar.  

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