Floh-Seligenthal Spannender Unterricht im Grünen Klassenzimmer

Annett Recknagel

Im neueingeweihten Grünen Klassenzimmer in Floh wurde jetzt erstmals unterrichtet. Die Grundschüler waren hellauf begeistert.

Mit Schraubgläsern, Lupen und kleinen Fernrohren ausgerüstet, begaben sich in dieser Woche Erstklässler der Grundschule aus Floh-Seligenthal in den Wald. Ihre kleine Wanderung führte zum Grünen Klassenzimmer. Das befindet sich über den Bornlöchern in Floh und wurde erst kürzlich eingeweiht.

Die Rennsteigfüchse haben es im letzten Jahr angelegt. Um die 20 Helfer waren nach Feierabend und an den Wochenenden aktiv. Natürlich waren auch immer Kinder bei den Arbeitseinsätzen dabei. Jetzt ist im Wald eine gemütliche Lern-Oase entstanden mit überdachter Sitzgruppe, Bänken, Tafel, Aufstellern und ausreichend Raum zum Erkunden der Umgebung.

Und die muss natürlich genutzt werden. Erst recht bei dem gegenwärtigen Frühlingswetter. Da macht es viel mehr Spaß, im Wald zu lernen als im Schulhaus zu sitzen.

Leonie wusste, dass man im Wald zu Gast ist und deshalb auch auf einige Regeln achten muss. Müll zum Beispiel und Abfälle überhaupt gehören da nicht hin und müssen unbedingt wieder mitgenommen werden. Außerdem sollte man auf Tiere und Pflanzen achten und die Natur nicht zerstören. Weil man im Wald viel mehr hört, wenn man möglichst leise ist, verhielten sich die Kinder mucksmäuschenstill. Das erste Projekt der Grundschule im Grünen Klassenzimmer stand unter dem Motto „Mit allen Sinnen lernen“ und zog sich über die gesamte Woche. Alle Klassen wanderten mit jeweils anderen Auftragen zum Grünen Klassenzimmer.

Die Erstklässler stellten Waldparfüm her. Dazu sammelten sie Pflanzen, zerrieben sie und lernten auf diese Weise verschiedene Düfte kennen.

Die Mädchen und Jungen der zweiten Klassen befüllten mitgebrachte Säckchen mit verschiedenen Gegenständen, die sie in der Natur fanden und stellten auf diese Weise ein Fühlmemory her. Dritt- und Viertklässler marschierten mit ihren iPads zum Grünen Klassenzimmer. Ziel der Drittklässler war es, ein Waldkonzert aufzunehmen. Hier mussten Geräusche gesammelt werden. Vogelgezwitscher, Wasserrauschen oder Bienengesumm – all das wurde aufgenommen.

Die Kinder der vierten Klassen gingen auf Fotosafari. Jeweils ein Schüler führte eine Gruppe zu einem Ort, den sich die Kinder genau einprägen mussten. Nach einer Weile nämlich, galt es, den Bereich wiederzufinden und dort Fotos aufzunehmen. Dieses Waldstück soll jetzt zu allen Jahreszeiten aufgesucht, immer wieder fotografiert und genau unter die Lupe genommen werden. Der Frühling wurde jetzt schon festgehalten.

Auf dem Rückweg zur Schule sammelten alle Gruppen fleißig Äste. Genutzt wurden sie, um im Bereich des Bienenlehrpfades ein Waldsofa zu bauen.

 

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