Zum einen wird beim Schwitzen ebenfalls Wärme über die Haut nach außen abgegeben. Zum anderen hat die nach außen abgegebene Flüssigkeit, sprich: der Schweiß, einen kühlenden Effekt.
„Wir Ärzte sind immer wieder mit der irrigen Vorstellung konfrontiert, dass es direkt durch die erhöhte Temperatur zu einer Schädigung des Körpers kommen kann“, sagt der Kinderarzt Tilo Sauter. Aus dieser Angst heraus würden dann zuweilen Fiebersenker eingesetzt, wo sie gar nicht nötig sind. Kindern fiebersenkende Zäpfchen oder Saft zu geben, sei dennoch in Ordnung – und zwar dann, wenn sie sich sehr krank fühlen. „Oder wenn wenn sie wegen des starken Krankheitsgefühls nicht mehr trinken“, so Sauter.
Wie kann man Fieber senken?
Bei Fieber ist zunächst ganz wichtig, dass der Betroffene viel trinkt, damit der Körper nicht austrocknet. Zudem sollte man unbedingt zur Ruhe kommen, also sich ins Bett oder aufs Sofa legen. Geeignet sind Wasser, dünne Fruchtsaftschorle und Tee. Erwachsenen wie Kindern helfen auf der Stirn. „Wer einmal die Erfahrung gemacht hat, dass diese Hausmittel helfen, wird vielleicht in Zukunft auch weniger Fiebermedikamente einsetzen“, sagt Sauter.
Welche Medikamente helfen?
Doch was, wenn Hausmittel nichts bringen? Laut Kinderärzten sind Paracetamol und Ibuprofen bei Kindern dann die passenden Mittel. Bei Babys wird meist Paracetamol verordnet, denn der Wirkstoff ist schon ab drei Kilo Körpergewicht zugelassen.
Ibuprofen kann Kindern über drei Monate und ab einem Gewicht von sechs Kilo bekommen. Es wirkt stärker entzündungshemmend als Paracetamol und abschwellend. Wichtig bei beiden Wirkstoffen: Eltern müssen unbedingt die altersgemäße Dosierung beachten.
Und in welcher Form gibt man die Medikamente am besten? Als Zäpfchen, Saft oder Tabletten? Das spielt grundsätzlich keine Rolle. Saft lässt sich zwar am individuellsten dosieren. Man sollte jedoch zu dem greifen, womit das Kind am besten zurecht kommt. Generell ist es aber so, dass bei kleinen Babys Zäpfchen am unkompliziertesten sind.
Wann sollten Kinder zum Arzt?
Laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sollte man zum Arzt oder ihn zumindest kontaktieren, wenn hohes Fieber beim Kind länger als zwei Tage anhält. Bei Babys unter drei Monaten reicht ein Anstieg auf über 38 Grad.
Zudem ist ein Arztbesuch angezeigt, wenn der Allgemeinzustand stark beeinträchtigt ist, etwa wenn das Kind extrem schwach ist, sehr schnell atmet, einen schnellen Puls hat, teilnahmslos wirkt, nichts trinkt – oder wenn weitere Symptome hinzukommen, etwa Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder Ausschlag. Auch wenn das Fieber schubweise oder gar ein Fieberkrampf auftritt, sollte das Kind unbedingt untersucht werden.
Wo gibt es weitere Infos?
Der Arzt kann zum Thema Fieber umfassend informieren. Der Kinderarzt Tilo Sauter weist aber auch auf die Fever-App hin: „Die Universität Witten/Herdecke hat die App, die Eltern im richtigen Umgang mit Fieber unterstützen soll, in Kooperation mit einigen Fachgesellschaften entwickelt.“ Man kann sie kostenfrei laden, braucht aber zur Aktivierung einen Code vom Kinderarzt.