Lisa Nielebock, Jahrgang 1978, Hausregisseurin am Schauspielhaus Bochum, liest Bühnenklassiker aus dem Bewusstsein und Bewegtsein des 21. Jahrhunderts. Das war vor einem Jahr so mit Kleists "Prinz Friedrich von Homburg". Das ist jetzt so mit Shakespeares "Das Wintermärchen". Sie schaut tief in die Seelen der Menschen, seziert ihr Denken, ihre Gefühle, ihr Handeln. Shakespeares zerrissene Figuren aus heutiger Perspektive lebendig werden zu lassen - das ist die Idee der Regisseurin. Das gelingt ihr in Weimar im ersten Teil weitgehend schlüssig, dann kippt die Inszenierung ins Komische.

Von Eifersucht getrieben