Extremwetter Eiswinter trifft auf Saharaluft: Blutschnee in Südthüringen

Die extreme Wetterlage sorgt offenbar auch in Thüringen für ein seltenes Naturphänomen. Der Regen in der Nacht zum Sonntag in weiten Teilen Südthüringens den Schnee gelb bis rötlich-braun gefärbt. Grund ist die Kombination aus arktischer Kaltluft im Norden und Sahara-Winden im Süden.

Suhl/Sonneberg  - Sogenannter Blutschnee kann durch Staub aus der Sahara in der Luft kommen, der über das Mittelmeer nach Europa gebracht wird. Meist entsteht so aber eher der sogenannte Blutregen. Unter bestimmten meteorologischen Bedingungen kann der rötliche Staub auch in Form von festem Niederschlag (Schnee) auf die Erde fallen. Die Färbung variiert von gelblich oder bräunlich bis rot.

Staubwinde aus Wüstengegenden können in großen Höhen weite Distanzen zurücklegen, bis die Wüstenstaub-Partikel über den dann rötlich gefärbten Niederschlag an anderen Orten wieder auf den Boden gelangen. In Deutschland kommt es immer wieder mal zu dem Naturphänomen des "blutigen Regens".

Gemeldet wurde das Phänomen unter anderem aus ganz Südthüringen, Jena und Saalburg-Ebersdorf, nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Sonntag dürfte es aber flächendeckend in ganz Thüringen aufgetreten sein. Der Staub sorge für eine meist gelblich-rote Verfärbung des Schnees, sagte Torsten Lehne vom DWD in Leipzig.

Ist Blutregen gefährlich?

 - Zwar klingt der Name Blutregen bedenklich, und auch roter Regen wirkt bedrohlich, doch hat er keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

 - Für den Straßenverkehr ist der rote Niederschlag beziehungsweise der Sahara-Sand allerdings kritisch: Der Staub setzt sich auf der Windschutzscheibe fest und erschwert die Sicht beim Fahren.

- Den Begriff Blutregen gibt es schon seitdem Mittelalter. Damals glaubten die Menschen, es würde tatsächlich Blut vom Himmel prasseln. Blutregen galt als Vorzeichen drohenden Unheils, als Zeichen für Pest und Krieg.

Bereits 1770 beschrieb Johann Martin Steiner in seiner Sonneberger Chronik einen "blutroten Himmel". Das dürfte damals auch Sahara-Staub gewesen sein und  wurde damals als "Vorbote" einer Hungersnot gedeutet.

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