Existenzgründung in Corona-Zeiten David und Patrick bringen Farbe ins Leben

David Lützelberger (links) und Patrick-Jan Sorge wagen den Sprung in die Selbstständigkeit und sind am 1. März mit ihrer Malerfirma Lüso – die Meistermaler unterwegs. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

In ihrem Beruf gehen sie auf, sind die beiden jungen Männer aus Mengersgereuth-Hämmern und Neustadt mit Herz und Seele Maler. Ihren lang gehegten Wunsch, sich selbstständig zu machen, setzen sie jetzt in die Tat um und starten als „Lü&So die Meistermaler“ durch. Auch wenn das unter Corona-Bedingungen nicht ganz so einfach ist.

Mengersgereuth-Hämmern/Neustadt - Für beide ist Maler der Traumberuf, den sie zum Glück auch erlernen konnten. Nach der Ausbildung in verschiedenen Firmen tätig, denken David Lützelberger aus Mengersgereuth-Hämmern und Patrick Sorge aus Neustadt immer wieder mal über eine eigene Firma nach. Doch erst nachdem sich die beiden auf einer ihrer gemeinsamen Arbeitsstellen kennenlernen, nimmt die Idee mehr und mehr Formen an. „Das machen wir jetzt“, entscheiden sie nach erfolgreich bestandener Meisterprüfung. Die Bedingungen sind zwar in Corona-Zeiten nicht die besten für einen Neustart. „Aber wann, wenn nicht jetzt?“, sind die beiden jungen Männer einig. Inzwischen haben sie ihre Vorbereitungen für ihre eigene Firma fast abgeschlossen. Firmenautos wurden gekauft und entsprechend gestaltet, eine Homepage – www.lüso.de – gestaltet, ein Firmensitz gesucht und alles, was sonst noch so an der Selbstständigkeit hängt geregelt. Am 1. März wollen sie offiziell loslegen und als „Lü&So – die „Meistermaler“ eigene berufliche Wege gehen.

Für David Lützelberger, der in Sonneberg aufgewachsen ist, stand schon in jungen Jahren fest, dass er Maler werden möchte. „Farbe ins Leben zu bringen ist doch einfach toll“, begründet er. Außerdem kann man sich gerade in diesem Beruf so schon verwirklichen. „Eigene Ideen einbringen, überlegen, welche Farbe im jeweiligen Raum am besten wirkt und mit den verschiedenen Materialien, die man einsetzen kann, experimentieren – das ist einfach mein Ding“, ergänzt er. Klar gehören auch ganz „normale“ Aufgaben wie beispielsweise ein Zimmer nur mal ganz in weiß zu streichen, dazu. Aber gerade der Wechsel zwischen den verschiedenen Tätigkeiten macht den Berufsalltag immer wieder schön. Nach seiner Ausbildung in der Malerfirma Steffen Beck in Sonneberg absolvierte David Lützelberger seinen Dienst bei der Bundeswehr und arbeitete danach bei verschiedenen Malerfirmen. „Bei Heinrich Schmid habe ich Patrick kennengelernt“, erzählt er. Die beiden waren sich sofort sympathisch und freundeten sich an.

Für Patrick-Jan Sorge liegt der Beruf praktisch schon in den Genen. „Mein Großvater war Maler und mein Onkel auch“, erzählt er. Dass er in ihre Fußstapfen tritt, konnte er sich gut vorstellen. „Aber zum Traumberuf hat sich meine Arbeit erst entwickelt“, gibt er offen zu und kann sich nicht vorstellen, etwas Anderes zu machen. Seine Ausbildung absolvierte bei Heinrich Schmid. Danach war er vier Jahre in der Industrie tätig. „Das hatte aber auch was mit Farben zu tun“, macht er deutlich. Nach einem Zwischenstopp bei der Firma Schmid wechselte Patrick zu Polygonvatro, die im Bereich der Sanierungen tätig ist und sich um die Instandsetzung nach Brand- und Wasserschäden kümmert. Aber im Hinterkopf ist immer wieder der Gedanke von einer eigenen Firma. Zusammen mit David meldet er sich für den nächsten Meisterkurs in der Handwerkskammer Bayreuth an.

Ab September 2019 drücken die Beiden wieder die Schulbank, denn sie haben sich entschlossen, die Meisterausbildung in Vollzeit anzugehen. Die Teile 1 und 2, also die Fachtheorie und -praxis, absolvieren sie in Bayreuth. Für die Teile 3 und 4, die das Kaufmännische und die Ausbildungsberechtigung umfassen, müssen sie regelmäßig mach Bamberg. „Eigentlich eine schöne Zeit“, sagen sie rückblickend. Die Leute in ihrer Klasse haben gepasst und man hat noch viel dazugelernt. „Aber noch einmal möchten sie Meisterausbildung nicht machen. „Das ist doch ganz schön stressig und man muss unheimlich viel lernen“, erklären sie. Gleichzeitig hat man aber auch viel gelernt. Das möchte man auf keinen Fall missen. Gerade die letzte Zeit ihrer Ausbildung kostete noch einmal zusätzliche einige Nerven. Zwischendurch mal sechs Wochen unterbrochen, wusste keiner der angehenden Meister, wie es weitergeht und ob man überhaupt seine Prüfung ablegen kann. David wurde in dieser Zeit noch Papa, also noch mehr Stress. „Aber am Schluss hat alles geklappt“, freuen sich die Meistermaler.

Für David gibt es bei aller Freude leider einen Wermutstropfen. „Meine bayerischen Schulkollegen haben alle eine Meisterbonus von 2000 Euro bekommen“, sagt er. Da er in Thüringen zu Hause ist und auch keinen bayerischen Arbeitgeber hat, kam er nicht in diesen Genuss. „Es gibt sie leider immer noch die Unterschiede zwischen Ost und West“, bedauert er und Patrick pflichtet ihm bei. „Das Geld hätte sich gut in unserem Anfangskapital gemacht“, sind sie sicher.

Diese Unterschiede möchten sie mit ihrer neuen Firma auf keinen Fall machen. Zwar hat man sich ganz bewusst für den Sitz in Neustadt entschieden, weil es hier zum einen günstiger und zum anderen die Konkurrenz nicht ganz so groß ist, aber bei ihren Kunden machen sie keinen Unterschied. „Im Umkreis von 50 Kilometern sind wir für alle, die uns brauchen da“, betonen sie. Neben Maler- und Tapezierarbeiten sind die frisch gebackenen Meister für Lackierarbeiten an Garagentor, Fenster oder Tür, für Fassadenanstriche, Innen- und Außenputz, dekorative Oberflächengestaltung, Trockenbau, Holzschutz oder Bodenbeläge genau die Richtigen. Wer also irgendwo Farbe ins Spiel bringen möchte, ist bei ihnen genau richtig. Zu finden sind sie in Neustadt, Rathenaustraße 6. Telefonisch erreicht man sich unter 0170/1968960 oder per Email unter diemeistermaler@lüso.de.

An sämtliche Händler der Region haben sie ihre Flyer verteilt. „Leider sind die Geschäfte aber noch zu“, bedauern die beiden, jungen Männer. Aber sie sind zuversichtlich. Die ersten, kleineren Aufträge haben sie schon im Buch. „Das wird“, blicken sie optimistisch in die Zukunft. Da kann man nur die Daumen drücken, denn soviel Mut muss schließlich belohnt werden.

 

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