Eisfeld - Nach einem Konzert in Steinbach ist der "Güldener Herbst" - das Festival für Alte Musik - am kommenden Samstag erneut im Süden Thüringens zu Gast: Philipp Mathmann singt im Eisfelder Rathaussaal Carl Philipp Emanuel Bachs "Oden an die Empfindsamkeit". Gegen Affekt und Pathos des Barock setzte der "empfindsame Stil" das Gefühl. Christian Fürchtegott Gellerts 1757 erschienene "Geistliche Oden und Lieder" fassen den Geist der Empfindsamkeit in erbauliche, andächtige Texte, reflektieren das Verhältnis von Mensch zu Gott sowie die Natur des Menschen. Sie inspirierten damit Carl Philip Emanuel Bach (1714-1788). Bereits elf Monate später verlegte er die komplette Sammlung, vertont mit seinen Melodien. Die Reaktion auf diese Liedersammlung war überwältigend. Im Vorwort schrieb Bach: "Ich für mein Theil bin von der Vortrefflichkeit der erhabenen, lehrreichen Gedanken, wovon diese Lieder voll sind, dergestalt durchdrungen worden, dass ich mich nicht habe enthalten können, ihnen allen, ohne Ausnahme, Melodien zu setzen [...] Diesen habe ich die nöthige Harmonie und Manieren beygefügt, und man kann sie also zugleich als Handstücke (ohne Gesang) brauchen."