Einsatz im Kongo Mission Strom für Kikwit erfüllt

Joachim Strobel
Erinnerungsfoto: Die Meininger mit ihren Helfern vor Ort in Kikwit. Foto:  

Zum dritten Mal weilt jetzt ein Fachleute-Team aus Meiningen zu einem humanitären Einsatz im Kongo, um die Stromversorgung im Krankenhaus von Kikwit zu verbessern. An dieser Stelle berichten sie von ihren Herausforderungen und Eindrücken.

Meiningen/Kikwit - „Einfach nur der Wahnsinn. Das hautnahe Erleben übertrifft die bekannten Bilder bei Weitem.“ Matthias bringt die Eindrücke und Erlebnisse unserer Afrika-Reise auf den Punkt. Und Eberhard ergänzt: „Ich bin begeistert, dass ich dabei sein konnte und das Land kennenlernen durfte, aber sehr traurig zu sehen, wie schlecht es den Kindern dort geht. Aber sie scheinen trotzdem glücklich zu sein.“

Es braucht Zeit, die Emotionen zu verarbeiten. Wir haben unsere Aufgaben – Entkernung OP-Saal im Krankenhaus von Kikwit, Errichtung von Photovoltaik-Anlagen (Krankenhaus, Waisenhaus, Wohnhaus der ärztlichen Hilfsorganisation Hammer-Forum) und Notstromversorgung – erledigt und sind von Unfällen, Verletzungen oder Krankheiten verschont geblieben. „Dabei“, um Thomas zu zitieren, „war der erste Tag sehr ernüchternd, aber wir haben das schier Unmögliche möglich gemacht, was bei diesen klimatischen und hygienischen Bedingungen bei Weitem nicht selbstverständlich ist und ich bin stolz auf das Team.“ Michael sagt: „Ich bin vor allem bei den Arbeiten am Waisenhaus an meine physischen und psychischen Grenzen gestoßen, aber glücklich, dass wir es geschafft haben, und ich hoffe, dass alles so erhalten bleibt.“

Auch wenn vieles noch vor Ort organisiert, beschafft oder gekauft werden musste, war ausschlaggebend, so Andreas, dass trotz der langen Lagerzeit (der Container mit der Ausrüstung ist seit Mai 2020 vor Ort) die Batterien noch funktioniert haben und alle Materialien da waren. „Auch die gute Internetverbindung war wichtig, denn ohne Laptop lässt sich keine Photovoltaik-Anlage einrichten.“

Eine gute Portion Abenteuer und viel Solidarität mit den „Verdammten dieser Erde“ hat uns zu diesem Hilfseinsatz motiviert. Demut, Dankbarkeit und Erleichterung ist bei uns allen jetzt zu spüren. Wir können Afrika, diesen großen, widersprüchlichen Kontinent, niemals gerecht werden, aber wir wollen ihn anders betrachten: kritisch, ohne ihn zu verdammen, optimistisch, ohne ihn zu verklären.

Am Mittwoch, unserem letzten Tag in Kikwit, haben wir offiziell die Anlage übergeben und die Verantwortlichen in die Bedienung, Wartung und Pflege der Anlage eingewiesen.

Mit dem Bus – Züge fahren so gut wie keine mehr – beginnt am Donnerstagfrüh unsere circa 32-stündige Heimreise. Insgesamt gibt es nur ca. 1500 Kilometer asphaltierte Straßen im Kongo und wir haben das Glück, dass unsere Strecke dazugehört. Etwa zehn Stunden später sind wir in Kinshasa – dem Nabel des Landes – und nach einer nerven-und zeitraubenden Ausreiseprozedur sitzen wir im Nachtflieger nach Istanbul und landen am Freitagnachmittag mit dem Song „I’m so glad“ von Eric Clapton in den Ohren, auch echt froh und glücklich, in Frankfurt. Um 18 Uhr passieren wir am Freitag das Ortsschild von Meiningen.

Servus Kongo – die Meininger sind zurück. Joachim Strobel

 

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