Eine besondere Form von “Freies Wort hilft“ Unerwartete Hilfe in schweren Zeiten

Wolfgang Swietek
Edith Schröter (links) wurde als 50. Mitglied in den Förderverein der Singertaler Philharmonie Themar aufgenommen. Marlies Heene gratuliert ihr dazu. Fotos: Wolfgang Swietek Foto:  

In Zeiten der Not rücken Menschen zusammen. In Themar hat sich Marlies Heene dafür stark gemacht, die Singertaler Philharmonie über die Corona-Krise zu retten.

Themar - Manchmal kann ein Bericht in einer Tageszeitung mehr bewirken als nur über ein Ereignis zu informieren. Als „Freies Wort“ über die Arbeit der jugendlichen Musikerinnen und Musiker im Orchester der Singertaler Philharmonie berichtete, kamen auch die Probleme durch die Auflagen während der Corona-Pandemie zur Sprache. Viele Monate durfte ja überhaupt nicht gemeinsam geprobt werden. Der Einzel-Unterricht per Video-Schalte kann jedoch kein gemeinsames Musizieren ersetzen. Zudem war das Orchester – so hatte „Freies Wort“ berichtet – bei den einschlägigen Förderprogrammen durchs Raster gefallen. Also leer ausgegangen.

Das hatte Marlies Heene gelesen, die sich mit diesem Zustand nicht abfinden wollte. Als langjährige begeisterte Konzertbesucherin der Singertaler hat sie in Christa Jäger und Carmen Köhler Gleichgesinnte gefunden – gemeinsam haben sie einen Förderverein für das Orchester gegründet und sich fortan bemüht, bei vielen Gelegenheiten Spenden zu sammeln und so das Orchester bei seiner Arbeit zu unterstützen. Inzwischen konnte Marlies Heene sogar mit Edith Schröter schon das 50. Mitglied im Förderverein willkommen heißen. Die beiden Enkelkinder von Edith Schröter, Peter und Max, spielen bei dem Orchester mit – Peter mit der Trompete und Max mit der Gitarre.

Und weitere Hilfe kam vom Förderverein: Für das Konzert der Singertaler am 2. Oktober im CCS in Suhl hatten die Mitglieder zum Beispiel zwei Busse organisiert, damit auch Besucher aus Themar das Konzert erleben konnten.

Mit dem Konzert unter dem Titel „Einmal um die ganze Welt“ hatte das Orchester zudem sein 35-jähriges Bestehen gefeiert. Ein Jubiläum, das von so manchem kaum zur Kenntnis genommen worden ist. Denn auf eine große Feier, um den Geburtstag zu würdigen, mussten die Mitglieder in Anbetracht der Auflagen durch die Corona-Pandemie verzichten. Glücklich waren sie dennoch. Schon darüber, dass sie nach den vielen, vielen Monaten Zwangspause erstmals wieder öffentlich auftreten konnten.

Welchen Herausforderungen sich die Mitglieder des Orchesters erneut stellen müssen, wenn die Zahlen der Inzidenz weiter und weiter steigen, ist heute noch nicht abzusehen. Doch damit sich alle im Orchester auch später noch an das Ereignis des 35-jährigen Bestehens erinnern können, hat Marlies Heene eine Urkunde gestaltet, die sie an den Leiter Andreas Lotz überreicht hat. Er hatte das Orchester einst gegründet und die Leitung in all den 35 Jahren nie abgegeben.

 

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