Eigener Inhalt Die kleine Auszeit

53 Mal pro Tag schauen die Deutschen auf ihr Smartphone. Und das lenkt gehörig ab. Mit diesen sieben Tipps halten Sie es ein bisschen länger ohne Ihr Gerät aus

Tipp 1: Handyfreie Zone

Wenn das Smartphone immer zur Hand liegt, dann ist es schwer, zu widerstehen. Das ist etwa so, als würden Sie während einer Diät stets eine Tafel Schokolade mit sich herumtragen. Daher der einfache Tipp: Erklären Sie Räume zu Hause – oder auch auf Arbeit – zur handyfreien Zone. Wer sich nicht gleich morgens nach dem Wachwerden in E-Mails und sonstigen Nachrichten verlieren will, sperrt das Smartphone aus dem Schlafzimmer aus. Das Wecken kann auch ein Wecker übernehmen. Und auch auf der Toilette haben die Geräte nichts verloren – allein schon mit Rücksicht auf einen hygienisch sauberen Touchscreen.

Tipp 2: Handyfreie Zeiten

Nicht nur Orte, sondern auch Zeiten oder bestimmte Tätigkeiten lassen sich mit einem Handy-Tabu belegen. Bestes Beispiel: Autofahren. Um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, mal an der Ampel kurz auf WhatsApp und Co. zu schauen oder einen Anruf anzunehmen, hilft ein simples Mittel – legen Sie das Smartphone vor der Fahrt in den Kofferraum. Telefonate können warten, die Navigation können Spezialgeräte übernehmen. Auch gemeinsame Malzeiten können für alle Familienmitglieder mit einem Handy-Verbot belegt werden – Bestrafung inklusive, wenn sich jemand nicht daran hält. Während der vereinbarten Zeit bleibt das Gerät in einem anderen Raum oder wird ausgeschaltet.

Tipp 3: Einstellungssache

Ein Grund, warum es so unendlich schwerfällt, nicht nach dem Smartphone zu greifen, ist eine Einstellungssache. Wer sich nämlich nicht mit den Einstellungen seines Gerätes beschäftigt, der wird ständig von dieser und jener App benachrichtigt. Da blinkt es und piept es und ploppt es und vibriert es, weil irgendwer gerade irgendwas gelikt oder geklickt oder geschrieben hat auf Facebook, Instagram, WhatsApp und alle den anderen Kanälen. Darauf nicht zu reagieren – schwierig. Die Benachrichtigungen, die sogenannten Push Notifications, lassen sich aber auch einfach ausschalten beziehungsweise für jeden Dienst individuell einstellen. Auf diese Weise entfallen Dutzende kleine Unterbrechungen täglich.

Tipp 4: Nicht stören

Was im Hotel der Anhänger an der Zimmertür ist, das ist am Smartphone der "Nicht stören"-Modus. Über diese Einstellung lassen sich sowohl am iPhone als auch bei Android-Geräten eingehende Anrufe und Mitteilungen stumm schalten. Der Modus lässt sich spontan aktivieren, etwa vor einem Gespräch, oder auch wiederkehrend für feste Zeiträume, zum Beispiel immer während der Fahrt zur Arbeit. Über die Funktion "Schlafenszeit" lassen sich auf iOS-Geräten auch störungsfreie Nachtzeiten einstellen. Wer Sorge hat, sehr Wichtiges zu verpassen, kann auch einzelne Telefonnummern vom "Nicht stören"-Modus ausnehmen. Ein Anruf der Kita oder des Chefs wird dann trotzdem durchgestellt, alle anderen Anrufe nicht.

Tipp 5: Flugmodus

Wer eigentlich völlig seine Ruhe haben möchte, zugleich aber für den Notfall dennoch das Smartphone dabei haben will, der kann den "Flugmodus" nutzen. Bei der auch "Flugzeugmodus" oder "Offline-Modus" genannten Einstellung werden alle Netzverbindungen des Gerätes gekappt. WLAN, GPS, Buetooth und die Mobilfunkverbindung sind dann aus. Das ist im Flugzeug wegen der empfindlichen Bordelektronik teilweise erforderlich, kann aber auch auf einem Spaziergang oder bei einem Theaterbesuch sehr nützlich sein. Der Flugmodus ist übrigens auch praktisch, um ohne Unterbrechung seinen Terminkalender auf dem Handy zu pflegen oder zuvor heruntergeladene Podcast-Folgen zu hören.

Tipp 6: Tracken

Wissen ist Macht – das gilt auch für den Umgang mit Smartphones. Wer sein Nutzungsverhalten genau kennt, der wird achtsamer und ist unter Umständen eher bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Wie oft zum Smartphone gegriffen wurde und welche Apps und Dienste dabei wie lange genutzt wurden, das können sich iPhone-Besitzer über die Funktion "Bildschirmzeit" anzeigen lassen. Neben den grafisch dargestellten Echtzeitberichten inklusive Wochenvergleich lassen sich auch Limits für die Nutzung bestimmter Dienste oder Apps festlegen. Auch die App "RescueTime" analysiert das Verhalten an mobilen Geräten und teilt mit, wie produktiv (Word-Dokument) oder unproduktiv (Facebook) die Zeit verbracht wurde. Was für einen als Anwender individuell produktive Zeit ist und was nicht, das lässt sich in der Premiumversion einstellen.

Tipp 7: Apps

Smartphone-Abstinenz lässt sich auch spielerisch gestalten. Das ist beispielsweise mit der App "Forest" (Preis: 2,29 Euro) möglich, die den Fokus beim Arbeiten erhöhen soll. Wer es schafft, 25 Minuten nicht an sein Gerät zu gehen, lässt in dieser Zeit einen Baum wachsen. Wem das nicht gelingt, der tötet das digitale Bäumchen. Nach einigen Tagen und Wochen ist entweder ein hübscher Mischwald emporgeschossen oder die App zeigt eine traurige Landschaft aus Baumstümpfen. Nach demselben Prinzip funktioniert die App "DonutDog" (Preis: 2,29 Euro). Wer 10 Minuten lang das Smartphone liegen lässt, darf mit einem digitalen Donut einen digitalen Hund füttern. Oder der Arme verhungert.


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