Ebern Fasching im Kopf und auf dem Bildschirm

Den Sturm aufs Rathaus gibt es in Ebern in diesem Jahr digital: Der Kulturring hat ein Video zusammengestellt, das am Mittwoch um 11.11 Uhr die fünfte Jahreszeit eröffnete.

Ebern - Ebern helau! Oder, um es mit den Worten des diesjährigen Faschingsmottos zu sagen: "Es is Fasching, obst es glabbst oder net" (Übersetzung für die rheinische Narren unter uns: Es ist Karneval, ob du es glaubst oder nicht). Allen Widrigkeiten durch und wegen Corona zum Trotz ruft der Kulturring die fünfte Jahreszeit auf - zumindest "im Kopf" soll der Fasching stattfinden, heißt es. Und zum Glück gibt es ja neben der aktuell mehr als närrischen auch noch die digitale Welt, in der die Elferräte am Mittwoch - pünktlich um 11.11 Uhr - Faschingsauftakt und Rathaussturm zelebrieren konnten. Das Video dazu ist auf der Facebook-Seite "Kulturring Ebern" weiterhin abrufbar.

Gezeigt wird darin der "Sturm aufs Rathaus", der naturgemäß in diesem Jahr ein klein wenig anders abläuft als sonst. So stehen die Narren zunächst einmal vor verschlossener Rathaustür. Wo steckt er bloß, der Bürgermeister, damit man ihm die Macht abnehmen könnte? Da muss Kulturringsvorsitzender Walter Ullrich zum Handy greifen und findet heraus: Ah, das Stadtoberhaupt weilt in der VG! Und so blasen Schörschla und Schellenmann eben zum Sturm aufs Ämtergebäude. Man muss flexibel sein in diesem Jahr.

Dem Ruf folgen die Elferräte aus allen Richtungen, auch wenn der eine auf dem Holzweg ist und der andere, seit den vergangenen Bunten Abenden verschollen, erst aus der Gelben Tonne befreit werden muss. Doch dann kann‘s losgehen, Bürgermeister Jürgen Hennemann wird am Ämtergebäude abgefangen und ins Alte Rathaus verschleppt, wo er - was bleibt ihm übrig - den symbolischen Schlüssel und die Stadtkasse und herausrücken muss. Ganz so schwer dürfte ihm das aber diesmal nicht gefallen sein: "Da is aber net viel drin", bedauern die Narren beim Blick in die Kasse - ja, das ist dem Stadtrat auch schon aufgefallen.

Blank ziehen heißt es dann auch beim Motto-Plakat, dass es in diesem Jahr trotz allem auch wieder gibt: der Heubacher "Haus- und Hofmaler" Erich Wolfert hat es wieder gestaltet. Seit 2000 gibt es die mannsgroßen bunten Plakate in buchstäblich schönster Regelmäßigkeit, da wollte man auch heuer nicht aussetzen. Schon im August, als man auch im Kulturring noch diskutierte, ob die Faschingssaison wohl diesmal ausfallen müsste, habe er sich erste Gedanken gemacht, verrät Wolfert. Das vom Kulturringsvorstand dann Mitte Oktober abgesegnete Motto "Es is Fasching, obst es glabbst oder net" hat der Heubacher dann mit geübter Feder und flottem Pinsel innerhalb von vier Tagen auf die Leinwand gezaubert und der Ebern-Skyline - getreu dem Motto - einen vollen "Obst"-Korb vor die Stadtmauern gestellt. Wir wollen schließlich gesund bleiben, die vorwitzigen Corona-Viren sollen sich am Immunsystem der Eberner ihre Zähne ausbeißen.

Versetzt ist das Video mit recht viel Obst (siehe Motto) und kleinen Seitenhieben wie diesem hier: "Wie viele Leute arbeiten in der VG? Gut die Hälfte!" Und auch Stamm-Musiker Ronny Söllner und die Mädels der Heubacher Garde sind in Bild und Ton irgendwie vertreten.

Dass "Fasching im Kopf ist" bei den Ebernern, das bewies übrigens das Interesse zu vormittäglicher Stunde: Bis mittags hatte das Video auf Facebook schon knapp 600 Aufrufe erreicht.

Zu sehen ist das Video auf Facebook auf der Seite "Kulturring Ebern".

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