Bummelletzter im Freistaat Schlusslicht bei der Auszählung

In der Einheitsgemeinde Schwallungen, die zur VG Wasungen – Amt Sand gehört, mussten am Wahlsonntag neben den Stimmzetteln zur Bundestagswahl auch die zur örtlichen Bürgermeisterwahl ausgezählt werden. Jan Heineck hatte da die Nase vorn. Foto:  

Die Verwaltungsgemeinschaft Wasungen – Amt Sand meldete als letzter von 2972 Stimmbezirken des Freistaats Thüringen am Wahlsonntag seine Ergebnisse an den Landeswahlleiter. Ein Fehler bei der Briefwahlauszählung brachte die Verwaltung ins Hintertreffen.

Wasungen - Die Wahl und die anschließende Auszählung in den vier Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wasungen – Amt Sand liefen am Sonntag wie am Schnürchen. Die Ergebnisse der Gemeinden Friedelshausen, Mehmels, Schwallungen (mit drei Ortsteilen) und Wasungen (mit sechs Ortsteilen) lagen zweieinhalb Stunden nach Schließung der Wahllokale komplett vor. Nichts deutete darauf hin, dass es spät werden würde.

Mit der Öffnung der Briefwahl-Einsendungen wird in der VG ab 18 Uhr begonnen, sagt Wahlvorsteher Eric Dreißigacker. Von den 1227 Briefwahlunterlagen, die angefordert wurden, fanden 1186 den Weg in die VG zurück. „34 davon mussten beanstandet werden, sodass 1152 übrig blieben“, ergänzt Dreißigacker, der die Arbeit mit einem neunköpfigen Team bewältigt. Gegen 20.15 Uhr war man soweit, um mit der Stimmauszählung zu beginnen. Nach dem ersten Durchlauf gerät das Prozedere ins Stocken. „Wir hatten auf einmal eine Differenz, ein Stimmzettel fehlte scheinbar“, erklärt Wahlvorstand Dreißigacker. Das brachte den Zeitplan durcheinander. Um 22.30 Uhr wäre auch die VG normalerweise mit der Briefwahlauszählung und damit komplett fertig gewesen, wenn im ersten Anlauf alles gepasst hätte.

Die Situation war am Ende etwas angespannt, gab Wasungens Bürgermeister und amtierender VG-Gemeinschaftsvorsitzender Thomas Kästner ein Stimmungsbild. Als der Fehler beim Auszählen auftrat, hatten die freiwilligen Wahlhelfer einige Stunden Arbeit hinter sich. Nun galt es, alles noch einmal aufzurollen. Dreißigacker, erfahrener Wahlvorsteher seit 2014, achtete auch diesmal darauf, dass alles korrekt lief: „Form und Art der Auszählung unterliegen strengen Vorgaben.“ Will sagen, das lässt sich nicht etwas Schnellschnell machen, sondern alles braucht seine Zeit.

Hinzu kommt, dass das Briefwahlteam nicht alleine im im VG-Gebäude sitzt. Anwesend ist ein auch stiller Zuschauer, ein Wahlbeobachter der Wasunger AFD. Ein Mitglied der Partei, aber keines der Stadtratsfraktion, sagt Kästner. Die AfD habe die Wahlbeobachtung mit dem Hinweis auf eine mögliche Benachteiligung der Partei und möglichen Wahlbetrug im Zuge der Auszählung im Vorfeld angekündigt. „Die Auszählung ist für jeden öffentlich“, versucht Kästner der ganzen Aktion einen unbedarften Anstrich zu geben. Aber man kann sich vorstellen, dass der rechte Gast nicht so recht zur Auflockerung der Auszählrunde beigetragen hat.

Die Ergebnisse aus den 2971 Stimmbezirken liegen dem Landeswahlleiter Günter Krombholz kurz nach 23 Uhr vor. Das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl kann er aber erst gegen 24 Uhr verkünden, als auch die Zahlen der VG Wasungen – Amt Sand bekannt sind. Eric Dreißigacker sieht dies relaxt: „Einer muss der letzte sein.“

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