Bürgerschule Sonneberg Diebe klauen Blitzschutz

Kupfer gehört zu den am meisten gestohlenen Buntmetallen (Symbolfoto). Foto: dpa/Daniel Naupold

Buntmetalldiebe haben sich an der Blitzschutzanlage der Sonneberger Bürgerschule zu schaffen gemacht.

Sonneberg - Unbekannte entwendeten zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagmorgen mehrere Meter Fallrohr sowie den Blitzschutz im Gesamtwert von etwa 150 Euro von dem Gebäude am Unteren Markt, wie ein Polizeisprecher am Freitag informierte. Zeugen, die Hinweise zu den Dieben oder zum Verbleib des Diebesgutes geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Sonneberg unter Telefon (03675) 8750 zu melden.

Mit zunehmenden Preisen für Kupfer steigt die Zahl der Fälle von Buntmetalldiebstahl seit Jahren. Kupfer ist dabei insgesamt das weitaus meistgestohlene Buntmetall. Die Diebstahlsfälle betreffen Schrottplätze und Waren- und Restmetalllager des metallverarbeitenden Gewerbes, Baustellen, Dächer und Hausinstallation sowie Garten- und Grabausstattung und Ähnliches und zunehmend Leitungen der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere Bahnen, mit besonders schwerwiegenden Folgen.

Da die Inschriften auf Grabdenkmälern (und oft auch Grabzubehör wie Laternen oder Blumenvasen) häufig in Kupfer oder Bronze ausgeführt sind, werden auch diese von Metalldieben heimgesucht. Da Friedhöfe in der Nacht häufig nicht besonders bewacht werden, erscheinen sie den Tätern als leichte Beute. Neben dem materiellen Schaden ist insbesondere die emotionale Komponente dieser Diebstähle hervorzuheben; bei den Angehörigen der Verstorbenen rufen sie meist große Betroffenheit und Empörung hervor.

Als Erfinder des Blitzableiters gilt Benjamin Franklin. Nach seiner 1749 geäußerten Theorie, Blitze seien nichts anderes als elektrische Funken, also eine Form von Lichtbogen in riesigem Maßstab, schlug er im Juni 1752 ein Experiment vor, das im Aufbau einem Blitzableiter glich: Während eines Gewitters sollte ein Drachen an einem Metalldraht aufsteigen und von einem Blitz getroffen werden, der Metalldraht sollte die Ladung auf den Boden weiterleiten.

Aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert gibt es magischen „Blitzschutz“. So befanden sich am Turm des Stephansdoms in Wien bis zur ersten Sanierung der Turmspitze 1840 vier Hirschgeweihe, die diesem Zweck dienen sollten. Der erste Blitzableiter in Deutschland wurde auf der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi 1769 installiert. 1779 wurde die niedersächsische Universitätsstadt Rinteln mit einem Kranz von insgesamt sieben frei stehenden Blitzableiterstangen umgeben, die die Stadt komplett schützen sollten.[

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