Brotterode - Die meisten Städte und Gemeinden in der Region haben alte oder sehr alte Kirchengebäude. In Brotterode, der Stadt am Inselberg, ist das etwas anders. Die Brotteroder haben 1778 ihre Kirche abgerissen und eine neue gebaut, die als eine der schönsten im Kreis Schmalkalden galt. Doch 1985 stand fast die gesamte Stadt in Flammen. Der Großbrand zerstörte das schmucke Gotteshaus - sein Dachstuhl war schon 1779 abgefackelt und musste saniert werden. Das markante Gebäude auf dem Kirchberg, wie es die Brotteroder kennen, ist nach zweijähriger Bauzeit im Juli 1900 eingeweiht worden. Doch die Bauherren haben damals einen Baustoff verwendet, der, mit der Distanz eines Jahrhunderts resümiert, nicht zum Top-Material gehört: Melaphyr aus dem Steinbruch auf der Kalten Heide. Das Gestein bildete in den vielen Jahrzehnten unter Einfluss der Umwelt Gips in seinem Inneren aus. Dieser treibt mittlerweile das Gestein auseinander. Die Steine des Kirchturmes bröckeln.
Brotterode Brotteroder Gotteshaus wird konserviert
Michael Lauerwald, Thomas Heigl 20.05.2020 - 20:32 Uhr