Sonneberg Wenn der Trabi am Haken hängt

Sibylle Lottes

Wenn hoch am Kran der Trabi  am Haken hängt –  weithin sichtbar -, dann ist in Sonneberg Trabitreffen.

Auch dieses Jahr kam Rolf Schwesinger von der Firma „Glück auf“ dankenswerter Weise mit seinem Kran vorbei und hatte „Schorsch“ am Haken. „Schorsch“ ist die Limousine, die bei schlechtem Wetter über dem Festgelände thront. Bei schönem Wetter hängt dann dort der Trabant Kübel. Und wenn man am Abend zur Partymeile kommt oder vorbeifährt, erwartet den Betrachter ein herrliches Lichtspektakel.

Bereits zum 18. Mal fand vom Freitag an bis Sonntag   in Sonneberg, neben dem Berufsschulzentrum, das legendäre Trabant-& Ifa-Treffen statt. Die Vorbereitungen für diesen Jahreshöhepunkt  liefen seit Monaten auf Hochtouren, wie von den beiden Vorständen Hans-Ulrich Heubach und Christian Glaser vom Trabant-& Ifa-Club Sonneberg  zu erfahren war. Ein großes Dankeschön geht an die behördlichen Institutionen, die die reibungslose Vorbereitung und Durchführung möglich machten und sehr gut mit dem Verein zusammenarbeiteten. Bereits Tage vor dem eigentlichen Beginn erfolgte die Anreise der Trabifreaks. Nachdem in den vergangenen Jahren Genex, Sport, Spielzeug,  Messe der Meister von Morgen oder  Die DDR als Motto gewählt worden waren, hießen   es dieses Jahr „Aktiv, gesund und glücklich“. Durch die aktuellen Umstände der Schließung des EKS-Werks in Sonneberg-Malmerz gab es kurzerhand eine Sonderausstellung im Ikarusbus zur Geschichte und Tradition des Produktionsstandortes der Elektrokeramischen Werke in Sonneberg.

Schön oder rattig?

Los ging es am Freitagabend mit Livemusik von den Cold Ducks und Jimmy Glitschi. Der Samstag stand ganz im Zeichen von verschiedenen Aktivitäten  wie der  legendären Spartakiade im Keilriemenweitwurf, Getriebeweitwurf und Reifenstapeln, Kinderspielen, Kinderfahrschule, Teileverkauf  und Sputnikparty. Zwischendurch wurden die schönsten, aber auch die rattigsten  Fahrzeuge prämiert. Die Juroren schauten genau hin, wer die Preise letztendlich einheimst. Das war nicht ganz einfach, da sich eben viele originelle Ostfahrzeuge der Bewertung stellten. Und manch ein Fahrer oder Fahrerin kamen gar in Uniform, passend zum Fahrzeug.

Natürlich gab es typische Ostgerichte aus der Gulaschkanone:   Soljanka und Wurstnudeln mit Tomatensoße beispielsweise. Aber auch Schmankerl vom Grill wurden kredenzt. Leckere selbst gebackene Kuchen mundeten ebenso wie die Mixgetränke. Und die beliebten russischen Schaschlik, mit und ohne Wodka, gab es dieses Jahr auch wieder.

Ostalgisches Flair

Wer Fahrzeugteile suchte, war genau richtig beim Teilemarkt am Samstag. Und so manche Rarität kam zum Vorschein. Originale Trabitreff-T-Shirts gab es, und der DDR-Kiosk brachte ostalgisches Flair. Aufgrund der wechselhaften Wettersituation verzichtete man auf das Lagerfeuer. Stattdessen gab es ein Schwedenfeuer, und bei der Sputnikparty am Samstagabend war die Stimmung ausgelassen.

Das DDR-Flair war auf dem ganzen Festgelände zu spüren, und die vielen Fahrzeuge  unterschiedlichster Kategorien,  Mopeds, Motorräder, Trabis, Wartburgs und andere, getunt oder nicht, aber auch Nutzfahrzeuge, zogen die Blicke der Besucher auf sich, und es wurde gefachsimpelt. Die weiteste Anreise hatten Gäste aus der Schweiz. Aber auch für Domenika aus Apfelstädt, die mit einem Tatra 813 anreiste, um den kleinen Anton zu überraschen, der seinen achten  Geburtstag feierte,  gestaltete sich die Fahrt, bedingt durch verschiedene Baustellen und Sperrungen, äußerst schwierig. Letztendlich überwog die Freude, auf dem Festplatz angekommen zu sein.

Gedenken an Tommy

Am Sonntag gab es weitere Aktivitäten, leckeres Essen und einen gemeinsamen Ausklang. Ein rundherum super gelungenes Wochenende, das Lust auf mehr im nächsten Jahr macht. Alle teilnehmenden Fahrzeuge aus weiten Teilen der Republik und der Schweiz waren, wie immer, eine Augenweide.

Hans-Ulrich Heubach und Christian Glaser, die beiden Frontmänner des 1. Trabant-& Ifa-Clubs Sonneberg, bedanken sich bei ihren Mitstreitern und Helfern des Vereins, den Institutionen und Ämtern, bei den Sponsoren und der Familie Domhardt, ohne die das Trabitreffen in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Und trotz aller Ausgelassenheit und Freude  dachten die ausrichtenden Vereinsmitglieder vom 1. Trabant- & Ifa-Club auch an ihren kürzlich verstorbenen Freund, Mitstreiter und Gründungsmitglied „Tommy“, der auf keinem Treffen fehlte und immer mit anpackte.

 

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