Fischbach - Generationen von Schülern lernten in der "Schule im Grünen" in Fischbach allerlei über die Natur und den Umweltschutz. Seit zehn Jahren betreibt der Verein "Schule im Grünen Fischbach" das Schullandheim. Horst Hößel, 1. Vorsitzender des Vereins und Hauschef, kennt die wechselvolle Geschichte des idyllisch gelegenen Gebäudes. 1938 vom Naziregime als Jugendeinrichtung mit Schießplatz gebaut, diente es nach dem Zweiten Weltkrieg als Wohnhaus. Heimatvertriebene fanden hier Quartier unter beengten Verhältnissen. Allein im heutigen Speiseraum lebten damals drei Familien. In den 1950er- und 1960er-Jahren war das Haus Außenstelle der Fischbacher Schule. "Diese war sehr klein, deshalb hatte immer eine Klasse hier oben Unterricht", erinnert sich Horst Hößel, der selbst ein Jahr dort die Schulbank drückte. In den 1970er-Jahren erweiterte man das Gebäude um einen Anbau mit drei Räumen und neuen Sanitäranlagen, funktionierte es zur "Touristenstation" um. Der Name trügt: Nicht Urlauber wurden hier betreut, sondern Schüler der 4. Klasse aus dem gesamten Kreis Bad Salzungen festigten in Fischbach ihr Wissen in puncto Umweltbildung mit praktischen Übungen, unter anderem zur Wetterbeobachtung und Baumbestimmung. "Dieser Unterricht war Pflicht und die ganzjährige Auslastung des Hauses somit gesichert", sagt Hößel.