Geisa - Zum 60. Jubiläum ihrer Naturbühne ließen sich die Bauerbacher etwas Besonderes einfallen. Friedrich Schillers Klassiker hatten sie schon alle gespielt. Deshalb entschlossen sie sich, den Dichter vom Sockel zu nehmen, seine Werke zu entstauben, neu zu interpretieren und in eine Revue zu packen. Als Vorlage diente Elke Büchners "Schillers dramatische Werke (an einem Abend)". Steffi Sturm aus Geisa nahm diese Revue zum Anlass, ihre 38-jährige Bühnenabstinenz zu beenden. "Theater hat mich schon immer interessiert", gesteht die 52-Jährige. Sie wuchs in Geisa auf, stand als Schülerin bei Talentefesten mehrmals auf der Bühne und interpretierte Gedichte. Dann wirkte sie im "Arbeiter- und Bauerntheater" unter Leitung von Franz-Adolf Krebs mit. Das Ensemble trat nicht nur in der Rhön auf, sondern begeisterte auch in Bad Salzungen, Hildburghausen und anderen Orten das Publikum. Die Laiendarsteller probten professionell. Steffi Sturm erinnert sich an eine Lehrerin aus Leipzig, die nach Geisa kam und mit den Akteuren Stimmübungen machte. Als sie 14 war, kehrte die Schülerin der Bühne den Rücken - "da hatte ich andere Interessen". Ihr letztes Stück war "Das heiße Eisen" von Hans Sachs. Das Naturtheater in Bauerbach lernte sie in Kinderjahren als Zuschauerin kennen. Mit ihren Eltern hatte sie einige Vorstellungen dort besucht.