Ausblick Hoffnungen auf ein lebhafteres 2022 in Gehlberg

Anica Trommer
Rainer Gier. Foto: frankphoto.de

Deutlich weniger Urlauber und Vereine, die geplante Veranstaltungen absagen mussten – so lief das Jahr 2021 in Gehlberg. Dass die nächsten Monate lebhafter werden, wünscht sich der Ortsteilbürgermeister.

 
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Gehlberg - Man kennt sich hier. Und es ist dieser dörfliche Charakter, den Ortsteilbürgermeister Rainer Gier an Gehlberg so schätzt. Wenns mal irgendwo klemmt, wird schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet. Das zeichne das Dorf aus.

Doch seit der Eingemeindung nach Suhl im Jahr 2019 haben sich neue bürokratische Hürden aufgetan. Rainer Gier – der im Sommer sechs Jahre im Amt ist und voraussichtlich ein weiteres Mal für den Posten des Ortsteilbürgermeisters kandidieren wird – gibt trotzdem nicht auf. Er will etwas bewegen für Gehlberg und die gesamte Region.

Dazu gehört unter anderem die jährliche Ausrichtung des Schneekopf-Gipfeltreffens. Es ist ein Anziehungspunkt für Gipfelfans jeden Alters. 2019 fand es erst- und letztmalig unter Suhler Fahne statt. Zweimal hintereinander ist es seither corona-bedingt ausgefallen. In diesem Jahr planen die Gehlberger, allen voran jene vom Schneekopf-Verein, ein Wiedersehen auf 978 Metern.

Jemand, der anleitet

Neben finanzieller Unterstützung von Schirmherr Bodo Ramelow wünscht sich der Ortsteilbürgermeister auch etwas mehr Hilfe seitens der Stadt. „Es wäre schön, wenn es jemanden gäbe, der die ganze Sache anleitet und sich einbringt“, sagt er.

Auch viele andere Veranstaltungen die im vergangenen Jahr geplant waren, mussten in den ersten Monaten des Jahres abgesagt werden. Das Schwierigste dabei sei die Ungewissheit gewesen, sagt Rainer Gier. Die Vereine, die das Leben im Ortsteil gestalten– vom Faschings- und Kirmesverein über Feuerwehr und Bergwacht bis zur Gehlberger Weiberwirtschaft – wurden ausgebremst. Die Angst, dass sie das Handtuch werfen und sich gänzlich zurückziehen könnten, schwinge bei jeder Fest-Absage mit.

Der Kirmesverein habe es sich dennoch nicht nehmen lassen, im vergangenen Jahr ein Zeichen zu setzen. Mit Ständchenkapelle ist er durch den Ort gezogen und hat Geld gesammelt. Zum Nikolaustag konnten davon süße Überraschungen gekauft werden, die an die Kinder des Ortsteils verschenkt wurden.

„Im Herbst solls dann auf jeden Fall auch wieder eine Kirmes in der Turnhalle geben“, nennt Rainer Gier seine Hoffnung. Für den Faschingsverein ist es unterdessen schon zu spät. An Veranstaltungen im Februar dieses Jahres ist nicht zu denken.

Aus den Ortsteilmitteln gab’s für jeden Gehlberger Verein 400 Euro. „Wir hätten 2020 unseren 375. Geburtstag feiern wollen. Das Geld, das dafür angespart wurde, haben wir jetzt an die Vereine durchgereicht“, sagt der Ortschef.

Volles Haus an Silvester

Übers Jahr hinweg sei zu spüren gewesen, dass deutlich weniger Urlauber in Gehlberg zugegen waren. Immerhin rund um den Jahreswechsel 2021/22 habe sich das Bild besser dargestellt. Hotel, Pensionen sowie Ferienhäuser waren gut besucht, resümiert er.

An den Wochenenden wiederum werde das 500-Einwohner-Örtchen von den Tagesgästen nur so überrannt. Anfang Januar parkten die Fahrzeuge erneut die Straße zwischen der Schmücke und Gehlberg zu. Rainer Gier bezweifelt, dass dort im Notfall Rettungswagen., Polizei und Feuerwehr durchkämen. Mehr Parkmöglichkeiten am Waldrand, das schwebt ihm vor.

Ein paar kleine Investitionen sind 2022 im Suhler Ortsteil geplant. An verschiedenen Stellen im Wald stünden hölzerne Tafeln mit Erklärungen. Sie müssten durch neue ersetzt werden, sagt Rainer Gier. Der Weg durch den Kurpark wurde bereits für 20 000 Euro erneuert. Wenn das Dorferneuerungsprogramm greife, soll dort weitergebaut werden, um eine einladende Fläche am Museumspark zu schaffen.

Trotz gelegentlicher Reibereien zwischen der Kernstadt und dem abgelegenen Ortsteil: „Wir haben auch viel Gutes von Suhl“, so der Ortschef. Feuerwehr und Bauhof seien auf dem Neuesten stand. Auch wenn an der Straßenbeleuchtung etwas defekt sei, werde sofort nachjustiert.

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