Lieferengpässe, so bestätigt Alexander Schneeberg, Geschäftsführer des Thüringer Apothekerverbandes, gehören leider schon seit Jahren zum Alltag in den Apotheken. „Die Ursachen dafür sind vielfältig“, weiß er und verweist als Hauptgrund auf den Kostendruck, der auf dem Gesundheitswesen im Bereich der pharmazeutischen Versorgung lastet und der durch die Einführung von Rabattverträgen für Krankenkassen verschärft wurde. Aus eben diesen Kostengründen findet die Wirkstoffproduktion für den Weltmarkt oft in wenigen Betrieben in Fernost statt, werden beispielsweise Antibiotika nur in China und Indien produziert. „Steht dort die Produktion zeitweilig still oder wird eine Charge aus Qualitätsgründen nicht freigegeben oder sind aus anderen Gründen die Lieferketten gestört, können auch große Hersteller in Europa ihre Fertigarzneimittel, für die sie die Wirkstoffe brauchen, nicht liefern“, macht er deutlich. Gleichzeitig verweist er darauf, dass diese Situation durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg noch verschärft wurde. Außerdem kursierten in jüngster Vergangenheit besonders viele Infekte, insbesondere bei Kindern. Damit wiederum überstieg die Nachfrage nach Fiebersäften und Antibiotika das Angebot. Da viele von dem Problem der Lieferengpässe betroffen waren, wurde es publik.