1. Meininger Gesundheitsmesse Eine Messe mit viel Herz

Antje Kanzler

Vielen gilt das Herz als wichtigstes Organ des menschlichen Körpers. Vielleicht bekam es deshalb zur 1. Meininger Gesundheitsmesse so viel Aufmerksamkeit. Herz bewiesen aber auch viele Aussteller. Jeder hatte sich auf seine Weise große Mühe gemacht, um die Besucher zu erreichen.

Wie es wohl aussieht in dem Hohlmuskel, der uns lebendig hält? Ein begehbares Herz direkt vor dem Volkshaussaal-Eingang beantwortete diese Frage fürs Erste. Und für weitere gab es zu diesem und vielen, vielen anderen medizinischen, sozialen, Gesundheits-, Wellness- und Sportthemen genügend Ansprechpartner zur 1. Meininger Gesundheitsmesse, einer Gemeinschaftsinitiative von Helios-Klinikum, HCS-Medienwerk und Meininger Mediengesellschaft mit vielen Partnern.

Auch Klinikum-Geschäftsführerin Claudia Holland-Jopp lieferte das Herz-Modell die Idee für ihre Begrüßungsworte. „Die Stadt bleibt nur am Leben, wenn sie pulsiert. Der Puls der Stadt ist heute erneut deutlich zu spüren – wie am vergangenen Sportwochenende“, freute sich die Klinikum-Chefin über das lebhafte Besucherinteresse wie auch über die Vielfalt der Anbieter, die sich auf das Experiment Gesundheitsmesse eingelassen hatten. An die 1000 Messegäste dürften es nach den beiden „sehr vollgepackten Tagen“ gewesen sein, die sich an den 32 Messeständen und bei sage und schreibe 22 Vorträgen fachlichen Rat holten, sich informieren und inspirieren ließen. Ob es wohl schon jemals eine solche Gelegenheit für Patienten, Angehörige und Interessenten gegeben hat, sämtliche Fachabteilungen des Helios-Klinikums konzentriert an einem Fleck anzutreffen und mit den Teams – darunter die Chef- und Oberärzte – persönlich ins Gespräch zu kommen? Nicht aus der Krankenbett-Perspektive sondern auf Augenhöhe, freundlich, geduldig und kompetent.

Das Gesprächsangebot nahmen die Besucher dankbar an. Zudem hatten die Fachbereiche – von der Inneren Medizin über Neurologie und Gynäkologie bis zur Kinder- und Jugendmedizin (um nur ein paar zu nennen) medizinische Gerätschaften und Infomaterial dabei, um anschaulich und verständlich beraten zu können. Für die Mediziner wiederum bot sich die Chance, neue Therapieansätze oder selbst entwickelte Projekte vorzustellen. Die Ärzte der Orthopädie und Unfallchirurgie beispielsweise haben mit der Geriatrischen Fachklinik ein Alterstraumatologisches Zentrum ins Leben gerufen und zur Zertifizierung eingereicht. Ziel ist es, alte Menschen nach Knochenbrüchen bestmöglich und fortlaufend zu betreuen, damit sie wieder mobil werden. Der Fachabteilung für Schmerztherapie und Palliativmedizin war es wichtig, über die multimodale Schmerztherapie und den mobilen Palliativdienst im Krankenhaus zu informieren, der Patienten in anderen Abteilungen aufsucht. Die Neurochirurgie galt, zumal sie die einzige in Südthüringen ist, die Hirntumore operiert, schon deshalb als interessanter Ansprechpartner.

Wer sich in ein bestimmtes Medizinthema vertiefen wollte, der entdeckte es sehr wahrscheinlich unter all den Fachvorträgen, die in der Messe-Lounge halbstündig wechselten. Mit dem Motto „Gesundheit & Medizin zum Anfassen“ hatten die Veranstalter jedenfalls nicht zu viel versprochen.

Wer sich die Zeit zum Bummeln im (einigermaßen kühlen) Volkshaus nahm, dürfte schnell gemerkt haben, dass die Messeangebote der Netzwerkpartner ebenso spannend, wohldurchdacht und sorgfältig arrangiert waren. Gerade Mitmachangebote kamen an wie ein Parcours des Sozialwerks draußen im Freien, der - mit künstlichen Alters-Handicaps ausgestattet - zu meistern war. Die Scheu vor Wiederbelebungspuppen in Erwachsenen- oder Kleinkindgröße wich mit etwas Überredung oft der Neugier. Schließlich kann jeder unverhofft in die Verlegenheit kommen, erste Hilfe leisten und Herzdruckmassage ausführen zu müssen. Auch Pro Carement konnte mit seiner Telemedizin bei Herzschwäche viele überzeugen.

Ausprobieren hieß es zudem bei der Tanzschule Schmädicke, bei Tim Toyza, der u.a. Holzfahrräder präsentierte und zeigte, wie schnell man Fahrräder zu E-Bikes umbaut, oder der Möbelfirma Licht, die sich mit gesundem Schlafen und Sitzen auskennt. Dass Besucherinteresse bestätigte, dass auch Selbsthilfegruppen, Reiseanbieter, Naturheilkundige, Fitnessstudios und noch viele mehr ihren Platz auf einer Gesundheitsmesse haben. Bei dieser einen soll es nicht bleiben. any

 

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