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Mal den Gleichgewichtssinn testen

Im Rahmen eines Aktionstages besuchten die Neuntklässler der Lautenbergschule die Suhler Niederlassung der Dekra. Die Schüler erhielten einen Einblick in die verschiedenen Aufgaben der Mitarbeiter.



Den Ablauf einer Fahrzeugprüfung erlebte die neunte Klasse der Lautenbergschule bei einem Aktionstag im Rahmen des „Klasse-Projekts“ von Freies Wort in der Suhler Dekra-Niederlassung. Gemeinsam mit Marcel Mahler unterzogen die Schüler das Auto einer strengen Prüfung.   Foto: frankphoto.de » zu den Bildern

Suhl – Was bedeutet es, 0,5 Sekunden Reaktionszeit zu haben? Welche Auswirkungen auf das Gleichgewicht haben 0,8 Promille? Und wie läuft eigentlich eine Hauptuntersuchung bei Autos ab? Diese und viele weitere Fragen wurden den Schülern der neunten Klasse der Lautenbergschule kürzlich beantwortet. Die Neuntklässler waren im Rahmen des medienpädagogischen Projekts „Klasse!“ zu Besuch in der Suhler Dekra- Niederlassung. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Martina Metzger hatten sich die Schüler für den Besuch bei Dekra beworben.
„Ich finde, dass dieses Projekt eine super Sache ist. Wir haben uns für diese Bewerbung entschieden, weil ich glaube, dass es eine großartige Gelegenheit ist, die Schüler auf den Alltag vorzubereiten. Und das Thema Führerschein wird früher oder später alle Schüler betreffen“, erklärt die Klassenlehrerin Martina Metzger die Bewerbung ihrer Klasse. Zum zweiten Mal besucht eine Schulklasse die Niederlassung der Dekra. „Wir beteiligen uns schon seit etwa 15 Jahren an dem Projekt „Klasse!“. Seit wir die neue Niederlassung in der Würzburger Straße haben, ist es für uns viel einfacher, Schüler vor Ort mit den verschiedenen Themenbereichen der Dekra vertraut zu machen. Hier können die Schüler die Dekra vielseitig kennenlernen“, erklärt der Niederlassungsleiter Max- Paul Egen die Bestrebungen des Unternehmens, diesen Aktionstag anzubieten.

Reaktionszeit testen
Die Schüler werden an diesem Tag nicht nur mit dem Bereich des Fahrerlaubniswesens vertraut gemacht. Sie haben auch die Möglichkeit, bei einer Hauptuntersuchung den Mitarbeitern der Dekra über die Schulter zu schauen. Und gemeinsam mit Petra Reinhardt von der Suhler Verkehrswacht, die ihren Sitz im Dekra- Gebäude hat, können die Neuntklässler ihre Reaktionszeit und mit Rauschbrillen den Einfluss von Alkohol testen. „Für uns ist es ein großes Anliegen, jungen Leuten die Gefahren von bereits geringen Mengen Alkohol deutlich zu machen,“ erläutert Petra Reinhardt ihr Anliegen. Die ehemalige Polizistin hat den Schülern Rauschbrillen mitgebracht, welche die Zustände von 0,3 Promille bis zu 1,3 Promille simulieren.
Hier stoßen die meisten Schüler schnell an ihre Grenzen und müssen erkennen, wie gefährlich Alkohol am Steuer sein kann. Lenny Simoneth meistert den Parcours mit einer Rauschbrille von 0,8 Promille fast problemlos. Dennoch ist auch sein Fazit, dass man lieber nüchtern fahren sollte. Denn die Reaktionsfähigkeit von Lenny und seinen Mitschülern lässt mit Brille doch sehr zu wünschen übrig. „Wir haben so ein Projekt auch schon mal in der Schule gemacht. Damals mussten die Schüler mit einem Bobby Car Slalom durch ein paar Kegel fahren“, erinnert sich die Klassenlehrerin Martina Metzger. Auch Lia Zimkeit kann sich noch sehr gut daran erinnern: „Ich habe damals alle Kegel umgeworfen. Und heute war es im Parcours auch nicht besser.“
Auch beim Reaktionstestgerät erkennen die Schüler, wie wichtig eine gute Auffassungsgabe im Straßenverkehr ist. „Bereits eine Reaktionszeit von 0,1 Sekunde führt dazu, dass man sich 14 Meter im Blindflug befindet“, weiß Petra Reinhardt. Auch hier können die Schüler mit eigenen Erfahrungen aufwarten. „Bei meinem Opa merkt man richtig, dass seine Reaktionszeit viel zu lang ist“, erzählt eine Schülerin. Und wüsste dann gerne, was sie tun kann, um ihren Opa vom Autofahren abzubringen. Petra Reinhardt hat einen ganz einfachen Rat für die Schülerin: „Du solltest einfach nicht mehr mitfahren. Damit merken es ältere Leute am besten, dass sie eine Gefahr für sich selbst und andere sind.“
Auch für die Klassenlehrerin Martina Metzger ist das Thema Sicherheit ein zentraler Punkt. „Mit den Themen Alkohol und Drogen haben wir uns auch schon im Unterricht beschäftigt. Aber natürlich werden wir dieses Projekt auch noch einmal umfangreich auswerten.“

Strenge Prüfung
Gemeinsam mit Marcel Mahler konnten die Schüler dann bei einer Hauptuntersuchung erleben, von welchen verschiedenen Faktoren sicheres Fahren auch noch abhängig ist. Da werden nicht nur die Scheinwerfereinstellungen geprüft, es werden auch die Stoßdämpfer begutachtet und die Bremsen getestet. Dass hier nicht nur das Interesse der Jungen geweckt wird, zeigt Lia Zimkeit. Die Schülerin lauscht ebenso gespannt wie ihre männlichen Mitschüler den Ausführungen des Dekra-Mitarbeiters.
Theoretischer lief es bei Michaela Kühner ab. Sie erklärte den Schülern zunächst, welche Voraussetzungen sie für einen Führerschein mitbringen müssen. Anschließend konnten sich die Schüler an einem Theorietest einer Führerscheinprüfung versuchen. Gemeinsam dürfen die Schüler ihr Wissen im Straßenverkehr testen. Da entbrennen schon mal rege Diskussionen, welches Verhalten in einer bestimmten Situation angebracht ist. Am Ende reicht der Vorteil, die Aufgaben in der Gruppe lösen zu dürfen, trotzdem nicht aus. Mit 57 Fehlerpunkten ist die Klasse ganz klar durchgefallen.
Das Führerschein-Quiz lösen die Neuntklässler dann mit deutlich mehr Erfolg. Und die Besten können sich sogar über Preise freuen.
Damit geht für die Schüler eine spannende Erfahrung zu Ende. Bei Lia Zimkeit konnte sogar das Interesse am Beruf geweckt werden. „Ich könnte mir schon vorstellen, später in dieser Richtung zu arbeiten. Ich helfe auch hin und wieder meinem Vater, wenn der an seinem Auto rumschraubt.“

Positives Fazit
Und auch die Lehrerin Martina Metzger zieht ein positives Fazit: „Es war wirklich ein super organisierter Tag und ich glaube, meine Schüler konnten heute viele spannende Erfahrungen sammeln. Und wir werden auf jeden Fall auf das Angebot der Dekra zurückkommen und einen Aktionstag mitmachen.“


Gefragt – Gesagt

Wie wichtig ist Dir der Führerschein?

Ob die Schüler der Lautenbergschule einen eigenen Führerschein brauchen oder lieber Bus fahren, wollten Lilli Hiltscher (Text) und Bastian Frank (Fotos) wissen.

Marlene Gloyna, Suhl: Für mich ist der Führerschein sehr wichtig. Mein Freund wohnt ziemlich weit weg, weshalb ich unbedingt so schnell wie möglich meinen Motorradführerschein machen will.

Justin Brand, Zella-Mehlis: Ich will unbedingt so schnell wie möglich meinen Führerschein machen. Für mich ist er besonders deshalb so wichtig, weil ich Freunde in der Umgebung besuchen will. Deshalb mache ich nächstes Jahr meinen Mopedführerschein. Und dann bekomme ich hoffentlich auch ein eigenes Moped.

Melissa Zimmermann, Suhl: Ich brauche unbedingt einen Führerschein. Mit Bussen bin ich einfach nicht flexibel genug. Für meinen Berufswunsch als Erzieherin ist es aber wichtig, selbst mobil zu sein. Auch weil ich durch Schule und Arbeit verschiedene Orte erreichen muss.

Lenny Simoneth, Suhl: Für meinen Berufswunsch ist ein Führerschein Grundvoraussetzung. Und ich möchte auch gerne hier in der Gegend bleiben. Da ist man ohne Führerschein aufgeschmissen. Damit ich dann auch so schnell wie möglich fahren kann, mache ich dann das Begleitete Fahren ab 17.

Paula Ludewig, Wichtshausen: Ich möchte nach meinem Abschluss gerne nach Erfurt gehen, weshalb ein eigener Führerschein wichtig ist. Ich möchte regelmäßig meine Familie besuchen können. Mit einem eigenen Auto wäre ich dann flexibel und auf keinen Bahnfahrplan angewiesen.

Leon Hartung, Suhl: Für mich ist es sehr wichtig, selbst mobil zu sein. Deshalb will ich auch unbedingt meinen Führerschein machen. Aber das Begleitete Fahren ab 17 ist nichts für mich. Ich will lieber gleich ohne meine Eltern fahren und meine Mutter hat angekündigt, dass sie nicht mit mir fahren will.

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