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Taifun-Opfer: "Wir fangen wieder bei Null an"

Vier Wochen nach dem Taifun auf den Philippinen herrscht weiter Chaos. Die Hilfe aus Südthüringen nimmt indes Formen an.



Zerstörung in Quinapondan: Das waren einmal Wohnhäuschen.
Zerstörung in Quinapondan: Das waren einmal Wohnhäuschen.  

Quinapondan/Suhl - "Unsere Familie ist okay, aber in Quinapondan ist Chaos - zehn Tote, 190 Verletzte, 80 Prozent der Häuser zerstört. Wir alle müssen wieder bei Null anfangen." Als diese E-Mail von Lorenzo vor einigen Tagen auf dem Handy von Benjamin Godau aufblinkt, ist der Student aus Steinbach-Hallenberg einerseits beruhigt - seine Freunde, die Philippiner auf der Insel Samar, bei denen er vor drei Jahren seinen Auslandszivildienst ableistete, sie leben alle noch.

Doch nun, vier Wochen nach dem Taifun "Haiyan", wo endlich wieder ein Teil des Handynetzes funktioniert, wird durch die eintrudelnden Informationen und Bilder das ganze Ausmaß der Zerstörungen erst richtig klar. Umso mehr liegt auf der Hand, dass die Hilfe für den Ort Quinapondan, die Benjamin zusammen mit dem Verein "Freies Wort hilft" angestoßen hat, bitter nötig ist.

"Die Leute stehen vor dem Nichts", sagt der 24-Jährige und zitiert aus zwei E-Mails, die sein damaliger Chef Lorenzo aus der 140 Kilometer entfernten Inselhauptstadt Catbalogan absetzen konnte, dem einzigen Ort, der wieder Internet hat.

"Alle öffentlichen Gebäude wie Schulen und Krankenstationen sind total zerstört", berichtet Lorenzo, der in der Gemeindeverwaltung arbeitet. Und weiter: "Wir hatten dunkle Tage nach dem Taifun, es gab kaum etwas zu essen, keinerlei Verkehrsverbindungen, kein Telefon. Wir waren komplett abgeschnitten. Die Leute waren in Panik . Erst nach fünf Tagen bangen Wartens kam die erste Nahrungsmittellieferung. Aber Hauptsache, wir haben überlebt. Dafür bin ich immer noch sehr dankbar."

Während Lorenzo erste Schritte des notdürftigen Wiederaufbaus organisiert, berichtet die zweite Kontaktperson, die einstige Gemeindeschwester Roan, von den schockierenden Eindrücken, als sie jetzt in ihren früheren Wohnort Quinapondan zurückkehrte: "Es war, als ob man ins Nirgendwo reist", schreibt sie. "Die Orte auf den Inseln Leyte und Samar sind verlassen, Geisterstädte. Alles sehr traurig. Aber ich weiß, dass wir den Wiederanfang schaffen werden!"

Auf den Fleiß und den Durchhaltewillen der Menschen in Quinapondan setzen auch Benjamin und sein Vater Knut Endter. Über Weihnachten werden sie hinfliegen. Mit der Unterstützung anderer Ex-Auslandszivis im Rücken, die ein Wiederaufbau-Projekt organisieren wollen. Und mit Spendengeldern von "Freies Wort hilft" im Gepäck. Knapp 5800 Euro haben die Zeitungsleser bereits gegeben. Spenden werden am heutigen Mittwoch zwischen 11 und 19 Uhr auch in der Hütte dieser Zeitung auf dem Weihnachtsmarkt in Suhl entgegengenommen. er

Freies Wort hilft, Konto Nr. 1705 017 017, Rhön-Rennsteig-Sparkasse, BLZ 840 500 00, Stichwort "Taifun".

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2013
00:00 Uhr

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04. 12. 2013
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