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2. Südthüringer Chorfestival

Südthüringer Ärztechor

Ärzte mit Humor und Stimme




Mediziner, die auch ohne weißen Kittel und Stethoskop mit ihren Sangesdarbietungen Gutes tun:
Die Sängerinnen und Sänger des Südthüringer Ärztechores während der Aufnahmen für die CD
zum 2. Südthüringer Chorfestival, das am Sonnabend, 11. Mai, im Suhler CCS stattfinden wird.
Foto: Manuela Hahnebach

Zuletzt machte der Südthüringer Ärztechor Ende 2018 im Meininger Volkshaus mit seiner Aufführung von Rombergs Vertonung "Die Glocke" von sich hören.

Auch wenn es im Südthüringer Ärztechor zunächst für manchen im Chor Zweifel gab, ob sie gut genug für das 2. Südthüringer Chorfestival wären. Doch dieses Erlebnis wollte der langjährige Leiter Dr. Klaus Iwig sich und seinen etwa 40 Sängerinnen und Sängern nicht nehmen. Also scheuten sie keine Mühe und überzeugten schließlich auch ihren neuen Chef, Klaus Enders.

In ihrem Vortrag griffen sie auf schon öfter von ihnen aufgeführte Lieder, wie "Musica die ganz liebliche Kunst" und das eigens für den Chor komponierten Lieder von Dr. Hocke: "Der gute Rat", zurück. Im Text nehmen die promovierten Choristen sich selbst ein wenig aufs Korn, wenn es heißt: "Mensch, halt dich fern vom Krankenhaus...". Iwig erzählt, dass sie die beiden Lieder bereits dem humoristischen Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen vorgesungen hätten. Als Beate Iwig sich aus dem Berufsleben verabschiedete, war er als Gast im Meininger Theater aufgetreten. Auch sie singt natürlich im Südthüringer Ärztechor mit und ist gerne für die geselligen Anlässe - wie Chor-Fasching oder ähnliches - zuständig. Wie sie sind die meisten Mitglieder inzwischen im verdienten Ruhestand. "Fünf unter sechzig, und 15 über siebzig.", so kommentiert Dr. Iwig die Altersstruktur des Chores schmunzelnd. Bereits seit 19 Jahren treffen sie sich alle ein bis zwei Wochen zum gemeinsamen Proben. Konzerte bestreiten sie meist aus Anlass von medizinischen Veranstaltungen, wie der Eröffnung eines neuen Gebäudes, beim Ärztekongress in Weimar, Jubiläen oder auch zu Benefiz-Konzerten, wie zum Beispiel für das Meininger Volkshaus. Als nächstes werden sie ein Benefiz-Konzert für das Hospiz veranstalten.

Auf dem Programm stehen in aller Regel bekannte deutsche Volkslieder, Chorsätze aus Opern und Oratorien und alles, was den Sängern und dem Publikum immer wieder Spaß macht.

Bereits in den 70er Jahren gründete Dr. Klaus Iwig einen Krankenhaus-chor. Seit seiner Kindheit hatte er Geigenunterricht, sang im Chor und unterstützte später seinen Musiklehrer bei Registerproben des Schulchores. Seine Liebe für die Musik hat er sich bis heute, da er bereits seinen 80. Geburtstag feiern wird, neben allen Aufgaben im Beruf, erhalten. Fasziniert von der Arbeit als Dirigent begeistert er seine Mitstreiter immer wieder für neue Projekte. Dabei liegt ihm insbesondere die Musik des 1821 in Gotha gestorbenen Komponisten Andreas Jakob Romberg am Herzen. Der Zeitgenosse Beethovens ist heute nahezu vergessen, wie Dr. Iwig bedauert. So zählen für ihn die Aufführungen von Rombergs B-Dur Messe und der schon erwähnten Vertonung "Die Glocke" zu den musikalischen Höhepunkten des Chores. Zudem konnten hierzu bekannte Solisten wie Cordelia Hanus, Pawel Izdebski oder Bguslaw Bidzinski gewonnen werden.

Bereits zur Eröffnung des Meininger Volkshauses gab der Chor einen musikalischen Einstand. Die Wiedereröffnung hatten sie sangesfreudig mit einem Benefizkonzert für den Saal unterstützt. Denn, so erzählt Iwig, zum 30. Jahrestag der DDR im Jahr 1979 gab der damalige Krankenhauschor hier seinen letzten großen Auftritt. Danach löste sich der vor allem aus Pflegern, Verwaltungsmitarbeitern und zunächst nur noch wenigen Ärzten bestehende Chor allmählich auf.

Umso mehr erfüllt es den passionierten Laien-Dirigenten mit Stolz, dass er es im Jahr 2000 schaffte, mit circa 20 Ärzten wieder einen Chor aufzubauen - darunter bis heute einige, die schon zu DDR-Zeiten mit dabei waren. Nur fünf Jahre später reisten sie als 43 Mitglieder umfassender Chor gemeinsam mit der Stepfershäuser Trachtengruppe zum Gesamtaustralischen Sängertreffen nach Perth - als einziger deutscher Chor, neben 15 australischen. Spannend war die 14-tägige Chorreise, die sie unter anderem nach Adelaide, Sidney und zu den Aborigines in Alice Springs führte, wo sie in den Deutschen Clubs auftraten. Die Reise endete mit unvergesslichen, nicht wiederholbaren Eindrücken. Schon damals begleitete sie Klaus Enders, der jetzt musikalischer Leiter des Chores ist, während Dr. Klaus Iwig nun als Sänger und Organisator den Dirigentenstab abgegeben hat. Für Klaus Enders, ein bekannter Chorpädagoge und ehemaliger Musiklehrer des Gymnasiums Vacha, war es aufgrund der kurzen Zeit bis zum Testsingen für das Südthüringer Chorfestival die Frage, ob der Chor den Anforderungen gewachsen wäre. Da jedoch die Sängerinnen und Sänger mit Begeisterung und viel Elan das zusätzliche Probenengagement auf sich nahmen, war die Freude groß, dass die Jury sie zum Auftritt am 11. Mai einlud.

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