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2. Südthüringer Chorfestival

Chorgemeinschaft "Bahragrund" Behrungen

Holderedio - es geht nach Suhl!




Die sangesfreudigen Mitglieder der Chorgemeinschaft "Bahragrund" aus Behrungen im
schönen Grabfeld. Foto: Günter Giese

Im Grabfeld tönt’s frohgemut: "Holderedio - es geht nach Suhl!"

Die Freude an der Musik ist für die Mitglieder der Chorgemeinschaft "Bahragrund" Behrungen Motivation genug, um alle Mühen der Chorproben und vieler Auftritte auch außerhalb der Region auf sich zu nehmen.

Es ist schon ein musikalisches Völkchen in dem kleinen Grabfeldort Behrungen. Die Tradition, gemeinsam zu singen, reicht einige Jahrhunderte zurück. Gibt es doch in den Archiven eine Rechnung aus dem Jahr 1775 über ein "Verzehrgeld" für Mitglieder eines Chores, die damals noch "Adstanden" hießen. 1844 wurde beim "Wohllöblichen Herzoglichen S. Kirchen- und Schulenamt" in Römhild eine Chorordnung eingereicht und um Genehmigung gebeten. Für einen Männerchor, der sowohl kirchliche als auch weltliche Aufgaben hatte.

Die Chorleitung lag beim jeweiligen Schullehrer. Das hat sich über Jahrzehnte so gehalten. Und ist wohl ein Grund dafür, dass fast jedes Schulkind von Behrungen sowohl in einem Chor mitsang als auch ein Instrument erlernte.

Der derzeitige Chor des Grabfeldortes ist allerdings weit jünger, gerade mal 41 Jahre alt. Er wurde 1978 aus Sängern von Behrungen und umliegenden Dörfern als "Chor der LPG Tierproduktion Edwin Hoernle, Berkach" gegründet und stand fünfzehn Jahre unter der Leitung von Matthias Bretschneider, dem damaligen Kreischorleiter von Meiningen. Seit 1992 und bis heute leitet Ines Richter den Chor, der sich inzwischen Chorgemeinschaft "Bahragrund" Behrungen nennt. Dass es in dem nicht einmal 700 Einwohner zählenden Ort daneben noch einen aktiven Kirchenchor gibt - ebenfalls von Ines Richter geleitet - mag ein weiterer Beleg für die Musikbegeisterung der Bewohner sein.

Längst ist die Chorgemeinschaft "Bahragrund" weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, suchen die 22 Sängerinnen und Sänger doch neben den Veranstaltungen im eigenen Ort immer wieder auch andere Herausforderungen. So beteiligte sich der Chor mehrfach an Wettbewerben und Sängertreffen, wie 1993, 2001 und 2005 am Landeschorwettbewerb, 1995, 2002 und 2005 an den Landessängerfesten in Hildburghausen, Saalfeld und Eisenach sowie 1997, 2000 und 2004 am Daniel-Elster-Chorwettbewerb des Thüringer Sängerbundes. Im Jahr 2000 wurden sie in Weimar dabei von allen beteiligten Thüringer Chören sogar Landessieger.

Mehrere Ordner stark ist die liebevoll geführte Chorchronik. Sie beinhaltet neben den Berichten von den Wettbewerben auch schöne Erlebnisse von Chorreisen - 1997 zum Internationalen Franz-Schubert-Chorfest in Wien, im Oktober 2009 zum internationalen Chorfestival in Krakau, um nur einige zu nennen.

Erwähnt werden müssen hier auch die jährlichen Treffen mit Chören aus den benachbarten bayerischen Gemeinden. Lag der Ort doch zu DDR-Zeiten im Sperrgebiet, nur wenige Kilometer von der innerdeutschen Grenze entfernt. Aus einem ersten spontanen Treffen gleich nach der Grenzöffnung, bei dem aus purer Freude auch gesungen wurde, ist dies zu einer schönen regelmäßigen Tradition geworden. Jedes Jahr ist ein anderer Chor - mal aus Thüringen, mal aus Bayern - dafür der Gastgeber.

Schon für das 1. Südthüringer Chorfestival in Suhl hatte sich der Chor beworben, war aber bei den über 50 Bewerbungen "durchs Raster" gefallen. "Vielleicht hatten wir unsere Bewerbung nicht ernst genug genommen, hatten sie nicht sorgfältig genug vorbereitet", sagt Chorleiterin Ines Richter. Diesmal war das anders - und sie hatten Glück. Drei Lieder haben sie diesmal für ihren Auftritt im CCS vorbereitet: "Mit Lieb’ bin ich umfangen" von Johann Steuerlein, "Wach auf mein Herzens Schöne", ein Lied aus dem 16. Jahrhundert in einem Satz von Ralph Hoffmann, und "Berg und Tal will ich durchstreifen", Text anonym mit der Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy.

So gern sie diese Lieder singen (werden) - die heimliche Hymne der Behrunger Sänger ist und bleibt "Und jetzt gang i an Peters Brünnele", mit dem Refrain "Holderedio". Den sie inzwischen ergänzt haben mit: "Holderedio - es geht nach Suhl!"

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