Lade Login-Box.


2. Südthüringer Chorfestival

Frauenchor Judenbach

Weil Musik Spaß machen soll




Frauenchor Judenbach Foto Dietmar Schmidt

Seit über 20 Jahren ist der Judenbacher Frauenchor eine feste Größe im Landkreis Sonneberg. Aber nicht nur dort treten die rund 40 Damen auf – im Sommer stehen Auftritte in Südtirol an.

Von Lena Buckreus

Die Vorsitzende des Judenbacher Frauenchors Susanne Gläser ist die Erste am Donnerstagabend, schaltet den Wasserkocher schon mal ein für die anderen Sängerinnen, die gleich eintrudeln. Die Stimmen wollen schließlich für die zweistündige Probe gut geölt sein. Nach und nach füllen sich die Teeküche und der gegenüberliegende Proberaum im Nebengebäude des Judenbacher Kultursaals „100“. Um 20 Uhr geht’s los, erster und zweiter Sopran sowie die Altstimmen sitzen im länglichen, freundlich gestalteten Zimmer in zwei Halbkreisen, schauen nach vorne zum Keyboard.

Dort wuselt die Chorleiterin Barbara Zach munter herum, trifft letzte Vorbereitungen, sucht Notenblätter aus einer dicken Mappe heraus. „Wir proben heute die Stücke für unser Frühlingskonzert“, sagt sie in die Runde. Die anderen Frauen unterbrechen ihre Gespräche.

40 Sängerinnen hat der Judenbacher Chor in seiner Vollbesetzung, einige sind an diesem Abend nicht da, sind krank oder verhindert. „Ich muss noch mal kurz auf mein Handy schauen, wer sich entschuldigt hat“, sagt Gläser kurz vor Probenbeginn. Zum Warmsingen stimmt Zach einen Kanon an. „Wenn uns’re Flöten und Geigen erklingen...“, schallt es versetzt durch den Raum, bevor es ans Proben für das Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“ für den „17. Frühling in Judenbach“ geht.

Bei dem Konzert treten die Frauen im Alter von Ende 20 bis Anfang 80 zusammen mit dem Grundschulchor auf. Mit dabei sind Damen aus ganz Föritztal sowie dem Stadtgebiet Sonneberg. „Zu Weihnachten haben wir jedes Jahr mindestens drei Auftritte, sonst ungefähr ein Konzert pro Monat“, erzählt Gründungsmitglied Roswitha Hoffmann. Seit 1997 gibt’s den Frauenchor. Genauso lange – also seit über 20 Jahren – leitet ihn Barbara Zach. „Ein Glücksfall für uns“, sagt die Vorsitzende. „Denn Barbara kitzelt alles aus uns raus.“

Zach ist Diplom-Musikpädagogin im Fach Geige und bildete sich, nachdem der Chor gegründet wurde, zwei Jahre lang an der Chorleiterschule in Weimar weiter. Angefangen haben die Frauen vor allem mit Volksliedern, inzwischen ist das Repertoire um einiges breiter gefächert: Klassische Musik, Spirituals, Gospel, Musical, Pop und Schlager. Eine bunte Mischung, bei der für alle Sängerinnen etwas dabei ist. Denn: „Es muss schon Spaß machen, das ist uns wichtig“, so Susanne Gläser. Spaß hatten die Damen auch bei den Aufnahmen für das Frühlingsalbum zum Südthüringer Chorfestival, „Nun will der Lenz uns grüßen“, in der Klosterkirche in Rohr Ende Februar. „Das war wirklich super, ich muss euch loben“, sagt Barbara Zach in die Frauenrunde. Eineinhalb Stunden waren für die Aufnahme von den drei Liedern „Verliebt in eine Linde“, „Sommarpsalm“ und „I’ve got peace like a river“ veranschlagt. „Wir haben nur eine dreiviertel Stunde gebraucht, alles hat geklappt wie am Schnürchen“, freut sich Susanne Gläser. Dafür haben die Frauen fleißig geübt, nicht nur auf der wöchentlichen Probe. Sie besuchen regelmäßig „Thuringia Cantat“-Workshops. Der Letzte – mit dem Titel „Quer-Beet Chormusik der letzten 100 Jahre“ stand Anfang Februar auf dem Programm. Im März ist unter anderem noch ein Pop- und im Winter ein Adventszeit- Workshop geplant.

Außerdem wartet im Sommer ein ganz besonderes Highlight auf den Chor: die Teilnahme am „Internationalen Festival des Chorgesangs Alta Pusteria“ im Südtiroler Pustertal. Um die 60 Sängervereinigungen kommen dort zusammen, musizieren gemeinsam. „Zwei Lieder studieren wir dafür auf Italienisch ein“, erklärt die Chorleiterin. Die Judenbacherinnen haben heuer auf jeden Fall einen vollen Terminplan. Kapazitäten für einen Auftritt beim 2. Südthüringer Chorfestival hätten sie aber noch: „Wir würden uns wirklich freuen, wenn die Jury uns auswählt und wir in Suhl singen dürfen“, sagt Susanne Gläser. Die Chancen würden ja gar nicht so schlecht stehen: Schließlich sei der Chor der einzige, der nur aus Frauen besteht und bei den Aufnahmen mitgewirkt hat, tönt es aus den Reihen. Auch Barbara Zach hofft auf einen Auftritt in Suhl: „Die Jury wird sich schon für die Richtigen entscheiden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

^