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2. Südthüringer Chorfestival

Heavenly Voices

Nicht zu stoppen




Die „Heavenly Voices“ aus Dermbach in der Kirche in Rohr-Kloster während der Aufnahmen
für die CD zum 2. Südthüringer Chorfestival. Foto: Andreas Kuhrt

20 Jahre alt und nicht zu stoppen: Die „Heavenly Voices“ nehmen zum zweiten Mal an den Tonaufnahmen für die CD des Südthüringer Chorfestivals teil.

Von Susann Eberlein

Die „Heavenly Voices“ aus Dermbach sind Wiederholungstäter. Schon vor zwei Jahren waren sie Teil des 1. Südthüringer Chorfestivals und der dazugehörigen Produktion eines Chor-Albums. Erst vor wenigen Tagen standen sie wieder in der Kirche in Rohr-Kloster, um zwei neue Lieder einzusingen, die auf Platte gebrannt werden. Die Dermbacher haben sich für „Radio“ von Wise Guys und „Don’t stop me now“ von Queen entschieden. „Das Queen-Lied passt nicht nur gut zu den vielen Oscar-Gewinnen für den Film, sondern vor allem zu uns: Wir sind nicht zu stoppen“, sagt Felicitas Kotsch und lächelt. Vielleicht auch nicht bei der zweiten Auflage des Südthüringer Chorfestivals.

Seit 2004 führt Felicitas Kotsch den gemischten Chor an, in dem noch heute mehr als ein Dutzend der Gründungsmitglieder mitwirken. Als sie hochschwanger die Leitung übernahm, bestand der Chor bereits seit sechs Jahren unter Martin Jachmann. Der Ursprung liegt sogar noch länger zurück: Zum ersten Mal trafen Musikliebhaber beim ökumenischen Jugendchor aufeinander, der aus den beiden Pfarrgemeinden der Rhöngemeinde entstand und anfangs von Katechetin Anett Denner geleitet wurde. Einige Zeit nachdem sie Dermbach verlassen hatte, formierte sich eine neue Musikgruppe. Der Name war schnell gefunden: „Heavenly Voices“, himmlische Stimmen. Obwohl die Beziehungen zur Pfarrgemeinde bis heute eng sind und viele Konzerte in Gotteshäusern gespielt werden, verstehen sich die Sängerinnen und Sänger nicht als Kirchenchor. „Wir sind autonom und finanzieren uns selbst“, sagt Felicitas Kotsch.

Im vergangenen Jahr feierte der gemischte Chor einen großen Meilenstein: Beim 20-jährigen Geburtstag im September wurden die besten 20 Lieder der Chorgeschichte präsentiert. Es war ein umjubeltes Konzert mit 400 begeisterten Zuhörern. „Das Besondere an uns ist, dass wir alle ansprechen“, sagt Felicitas Kotsch, die den Chor in der Regel einmal pro Woche zur Probe einlädt. Bis zu 25 Auftritte stemmen die „Heavenly Voices“ pro Jahr. Sie organisieren eigene Konzerte, begleiten aber auch besondere Gottesdienste an kirchlichen Feiertagen oder Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten. „Wenn die Zuhörer nach dem Konzert das Gefühl haben, etwas für die Seele getan zu haben, dann sind wir glücklich“, sagt Felicitas Kotsch. Die richtigen Töne wollen die himmlischen Stimmen dabei freilich treffen. Nach absoluter Perfektion streben sie jedoch nicht. „Wir werden die Lieder nie im Leben 100 Prozent richtig singen, wie es ein Profi- Chor täte. Aber wir tragen sie mit Leidenschaft und Überzeugung vor“, erklärt die Chorleiterin.

Ob deutsch oder englisch, klassisches Stück oder moderner Hit, ob weltlich oder spirituell: Nach 20 Jahren Chorgeschichte blicken die „Heavenly Voices“ auf ein Repertoire von 300 Liedern. „Wir singen alles, was schön ist“, erklärt Felicitas Kotsch, die die Lieder in enger Absprache mit den Chormitgliedern auswählt. Mittlerweile darf dabei sogar der musikalische Nachwuchs mitsprechen. Mehr als 20 Kinder sind allein seit der Übernahme des Chores durch Felicitas Kotsch auf die Welt gekommen, und manche stehen ab und an schon mit auf der Bühne.

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