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Sport

Zwei DSV-Adler vorn: Eisenbichler siegt vor Geiger in Wisla

Was für ein Auftakt! Mit Platz eins und zwei starten die deutschen Skispringer in einen ganz speziellen Winter. Markus Eisenbichler und Karl Geiger zeigen nach einer langen Sommerpause Sprünge auf höchstem Niveau. Der Sieg kann sich auch im weiteren Saisonverlauf auszahlen.



Marcus Eisenbichler
Sprang in Wisla zum Sieg: Marcus Eisenbichler.   Foto: Grzegorz Momot/PAP/dpa

Markus Eisenbichler schrie jubelnd in die Kamera, dann klatschte er sich euphorisch mit Teamkollege Karl Geiger ab.

Mit einem Platz eins und zwei und einer Skisprung-Show der Extraklasse sorgten Sieger Eisenbichler und der zweitplatzierte Geiger für einen perfekten Start in den XXL-Winter. «Jaaa», rief «Eisei» mit zu Fäusten geballten Händen ausgelassen nach dem Saison-Auftakt in Polen und sagte anschließend ungläubig: «Das hätte ich nicht erwartet. Ich bin mega happy, dass ich den zweiten Weltcup-Sieg in meiner Karriere feiere.»

Durch den Erfolg eroberte der Bayer das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. «Über das Gelbe Trikot freue ich mich wie über Weihnachten», sagte Eisenbichler. «Geil!»

Eisenbichler hatte nach dem ersten Durchgang noch auf Rang drei gelegen. Seinen formidablen Sprung auf 137,5 Meter feierte der Siegsdorfer mit nach oben gereckten Fingern - er wusste: Heute geht was! «War geil», rief Eisenbichler in die Kamera und legte im zweiten Sprung einen Satz auf 134 Meter nach. «Wir haben gewusst, es wird windig. Du musst dich wirklich raushauen und das habe ich gemacht», sagte er über seinen offensiven Sprungstil. Es zahlte sich aus.

Geiger hatte nach dem ersten Durchgang knapp hinter seinem Zimmerkollegen auf Platz vier gelegen. «Ich habe es oben ganz gut erwischt, dann kam der Flug und dann habe ich es genossen», kommentierte er seinen Sprung auf 133,5 Meter mit technisch anspruchsvoller Telemark-Landung, dem der Oberstdorfer im zweiten Versuch 128 Meter folgen ließ. «Ich finde es mega, ich freue mich riesig», sagte Geiger. «Es bestätigt einfach, dass wir richtig gearbeitet haben im Sommer und dass der Winter los gehen kann.»

Im mental anspruchsvollen Sport, in dem das Wissen um die eigene Stärke und ein positiver Lauf extrem viel bedeuten, kann der hervorragende Auftakt für die beiden Kumpels Gold wert sein - gerade in diesem Winter. Die Saison ist mit der Skiflug-WM, der Vierschanzentournee und der nordischen Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf vollgepackt mit Höhepunkten.

Vor coronabedingt leeren Rängen, aber mit einigen skisprungverrückten Fans im Wald neben der Schanze, die die Springer mit polnischen Fahnen und Schutzmasken anfeuerten, war Pius Paschke als Zwölfter der drittbeste Deutsche. Martin Hamann landete auf Platz 18. Nach seinem Sprung im zweiten Durchgang auf gigantische 138,5 Meter stürzte er nach der Landung, stand kurz darauf aber schon wieder gut gelaunt zum Interview bereit. Severin Freund kam auf den 25. Platz.

Der lange verletzte Olympiasieger Andreas Wellinger schied bei seinem ersten Weltcup-Start seit 609 Tagen nach dem ersten Durchgang aus. «Ich war schon nervös - deutlich mehr, als ich es von mir kenne», gab er anschließend zu. Für die 25-Jahre alte Frohnatur gilt nach eigenen Angaben: «Weiterkämpfen!» Constantin Schmid verpasste bei wechselnden Windbedingungen ebenfalls die Punkteränge, wie überraschend auch der österreichische Gesamtweltcup-Gewinner Stefan Kraft.

Am Samstag war das DSV-Quartett Eisenbichler, Geiger, Paschke und Schmid im Team-Wettbewerb auf Rang zwei gesprungen und hatte damit nach einem Sommer ohne internationale Wettkampf-Vergleiche eine erste positive Standortbestimmung erhalten. Mit dem Selbstvertrauen des Traumstarts geht es für Eisenbichler, Geiger und ihre Kollegen nach einer kurzen Pause per Charterflug zur nächsten Weltcup-Station am kommenden Wochenende im finnischen Ruka.

© dpa-infocom, dpa:201122-99-425551/5

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Veröffentlicht am:
22. 11. 2020
21:36 Uhr

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22. 11. 2020
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