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Zu wenig für ganz oben: Werkself verpasst den Anschluss

Der verheißungsvolle Jahresstart ist bei Bayer Leverkusen schon wieder verpufft. Trainer Bosz kritisiert nach dem Auftritt in Hoffenheim auch seine Mannschaft. Der Kampf um die Königsklasse dürfte in dieser Spielzeit noch anspruchsvoller werden als sonst.



Auswärtspleite
Leverkusens Sven Bender (l) und sein Bruder Lars stehen nach Spielende beim 1:2 gegen Hoffenheim ratlos auf dem Spielfeld.   Foto: Uwe Anspach/dpa

Nach dem verpassten Big Point im Kampf um die Champions League fühlte sich Rudi Völler wieder an das alte Muster erinnert: Viele Chancen, zu wenig Tore, gar keine Punkte.

Das hochgehandelte Team von Bayer Leverkusen um Nationalspieler Kai Havertz macht sich das Leben immer wieder selbst schwer. «Gegen eine gute Hoffenheimer Mannschaft stehst du dann bedröppelt da, aber es geht weiter», sagte Sport-Geschäftsführer Völler nach dem 1:2 (1:1) beim Gastspiel. Weder ein klares Chancenplus noch die frühe Führung halfen, den starken Jahresstart mit dem dritten Erfolg zu veredeln.

Trainer Peter Bosz war sichtlich verärgert, nachdem der Anschluss an das derzeit starke Bundesliga-Spitzenquartett leichtfertig vergeben wurde. «Die Enttäuschung ist am Ende auch groß. Heute bin ich sehr kritisch mit meiner Mannschaft, weil das unnötig war», sagte der Niederländer, der das Duell mit Landsmann Alfred Schreuder gerne für sich entschieden hätte.

Bosz, der mit der spielerischen Entwicklung bei Bayer zufrieden ist, hat mit dieser Nachlässigkeit im Abschluss häufiger zu hadern. Das frühe Führungstor des überragenden Tempodribblers Moussa Diaby war gemessen am riesigen Aufwand und 20 Torschüssen viel zu wenig, vor allem Havertz und Karim Bellarabi hätten zwei, drei weitere Treffer erzielen müssen. So kippte das Spiel durch Andrej Kramaric und Robert Skov zugunsten des Heimteams.

Trotz des riesigen Potenzials um Havertz und Torjäger Kevin Volland deutet sich momentan an, wie schwierig ein erneuter Einzug in die Königsklasse für die Werkself werden dürfte. Der FC Bayern und Borussia Dortmund siegen derzeit Woche für Woche, auch RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach machen einen extrem starken und vor allem konstanten Eindruck. «Wir wären einfach dabei gewesen, jetzt ist ein klein bisschen Abstand da. Das zeigt, wie schwer es ist. Gerade die Teams, die vorne stehen, glänzen durch brutale Effektivität», sagte Abwehrspieler Lars Bender. Das fehle den Rheinländern häufiger.

Und das Programm wird nach dem machbaren Auftakt mit Paderborn, Düsseldorf und Hoffenheim nicht einfacher. «Die schweren Aufgaben kommen definitiv, wie in der Vorrunde. Wir sind weiterhin dabei. Ich glaube trotzdem, dass die Mannschaft lebt», sagte Völler. Beim mit Spannung erwarteten Top-Duell mit Borussia Dortmund in der kommenden Woche muss Bosz zudem auf Kerem Demirbay verzichten, der sich ganz spät eine Gelb-Rote Karte einhandelte. Zuvor wartet für Leverkusen noch die Pokalprüfung gegen den VfB Stuttgart am Mittwoch.

Leverkusen hat schon häufiger in dieser Spielzeit die Chance zum Anschluss an ganz oben nicht genutzt. Dass das eine Kopfsache ist, kann sich Coach Bosz nicht vorstellen. «Ich hoffe es nicht, dass es im Kopf ist. Denn es ist nur positiver Druck, den man dann spürt», befand der 56-Jährige. Ärgerlich sei die Niederlage bei der TSG aber nicht nur mit Blick nach oben. «Wir hätten weit weg von Hoffenheim sein können, jetzt ist alles wieder ganz knapp», sagte Bosz. Auf die Schreuder-Elf bleibt der Werkself nur ein Punkt Polster.

Veröffentlicht am:
02. 02. 2020
09:47 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
02. 02. 2020
09:47 Uhr



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