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Wer beerbt Ronaldo? - Neue Ära bei Real mit Fragezeichen

451 Tore in 438 Spielen: Real Madrid wird kaum einen Torjäger finden, der es mit der Bilanz von Cristiano Ronaldo aufnehmen kann. Wer steigt nach dem Wechsel des Weltfußballers zu Juventus Turin bei den Königlichen auf den Thron?



Teamkameraden
Luka Modric (l) trainiert bei Real Madrid 2017 gemeinsam mit Christiano Ronaldo.   Foto: Sven Hoppe

Erfolgstrainer Zinédine Zidane hat Real Madrid nach drei Champions-League-Siegen in Folge verlassen, Weltfußballer Cristiano Ronaldo wechselt für eine Ablösesumme von 112 Millionen Euro zu Juventus Turin. Der spanische Rekordmeister steht vor dem Beginn einer neuen Ära.

Aber wie wird diese aussehen? Auf welchen Star werden die Königlichen sich nach dem Weggang ihres Erfolgsgaranten Ronaldo stützen? Auf diese Fragen kennt in Madrid niemand eine Antwort. Kroatiens WM-Star Luka Modric trauert jetzt schon seinem langjährigen Mitspieler Ronaldo hinterher. «Es war mein Wunsch, dass er bleibt, weil er einzigartig ist», sagte der Spielmacher von Real Madrid. «Es ist wirklich schade, dass er geht.» Modric und Ronaldo hatten zusammen sechs Jahre bei den Königlichen gespielt, der 32 Jahre alte Kroate war oft der Passgeber für den portugiesischen Torjäger. Gemeinsam gewannen sie auch vier Mal die Champions League.

Bisher war in der spanischen Sportpresse spekuliert worden, dass Real Ronaldo erst ziehen lassen würde, wenn der Club einen einigermaßen gleichwertigen Ersatz in der Hinterhand hätte. Diese Annahme erwies sich jedoch als falsch. Nichts deutet darauf hin, dass die Madrilenen in den kommenden Tagen einen neuen Superstar an Land ziehen werden.

Dabei ist ziemlich unumstritten, wer die Favoriten der Real-Führung sind. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Kylian Mbappé und Neymar. Bei beiden Spielern hat eine Verpflichtung jedoch einen Haken: Ein Transfer scheint ein praktisch unmögliches Unterfangen zu sein. Der 19-jährige Franzose und der 26 Jahre alte Brasilianer stehen bei Paris Saint-Germain unter Vertrag. Der finanzstarke katarische Clubboss Nasser Al-Khelaifi wird sich kaum dazu bewegen lassen, einen seiner Stars abzugeben, die PSG zum ersehnten Champions-League-Sieg verhelfen sollen.

Dies dürfte ganz besonders für Mbappé gelten, der am Sonntag mit Frankreich im WM-Finale steht. Für Neymar könnte nach spanischen Medienberichten eine Ablösesumme in einer Größenordnung von 250 bis 300 Millionen Euro fällig werden. Zudem müsste der Brasilianer PSG unter Druck setzen, ihn ziehen zu lassen. «So ein Transfer erfordert aggressive Schachzüge und steht allenfalls Ende August an, kurz bevor der Transfermarkt schließt», meint die Madrider Zeitung «El Mundo».

Da wahrscheinlich weder Mbappé noch Neymar zu haben sein werden, sollen die Madrilenen auch ein Auge auf den Belgier Eden Hazard geworfen haben. Ein solcher «Plan B» hätte den Vorteil, dass er deutlich billiger wäre. Der FC Chelsea gäbe den 27-Jährigen, der eine glänzende WM spielt, womöglich für weniger als 100 Millionen Euro ab, glaubt das Blatt zu wissen. Gegen eine Verpflichtung des Belgiers spricht allerdings, dass dessen Position im offensiven Mittelfeld bei Real mit den Nationalspielern Isco und Marco Asensio bereits bestens besetzt ist. Von einem Interesse der Madrilenen am FC-Bayern-Torjäger Robert Lewandowski ist in Spanien derzeit keine Rede mehr.

Es ist auch nicht völlig auszuschließen, dass Real-Boss Florentino Pérez in diesem Sommer überhaupt keinen Superstar neu unter Vertrag nehmen wird. Der Zidane-Nachfolger Julen Lopetegui hatte als Trainer der spanischen U21-Auswahl und der Nationalmannschaft gezeigt, dass er aus jungen Talenten erfolgreiche Mannschaften formen kann. Der Coach scheint fest entschlossen, den 26-jährigen Isco und den 22 Jahre alten Asensio zu wichtigen Stützen des neuen Real-Teams zu machen.

Zudem könnte Gareth Bale nach dem Weggang Ronaldos eine wichtigere Rolle übernehmen. Der Waliser war vor fünf Jahren für die damalige Rekordablösesumme von 94 Millionen Euro zu Real gewechselt, konnte in Madrid aber nie aus dem Schatten von CR7 heraustreten. Der 28-jährige hatte sich darüber beklagt, dass er bei Real nicht häufig genug zum Einsatz käme. Bale steht nun vor einer neuen Chance, er wird sie aber nur nutzen können, wenn er anders als in den vergangenen Jahren nicht immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wird.

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
14:24 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
14:24 Uhr



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