Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Sport

Verteilung der TV-Gelder: DFL plant Regionalkonferenzen

Der FC Bayern München. Wer sonst? Seit Jahren dominiert der Rekordmeister die Bundesliga. Die Vorherrschaft wird durch hohe TV-Einnahmen zementiert. Auch in anderen Ligen geht die Schere zwischen den Clubs immer weiter auseinander. Bleibt das so?



TV-Gelder
Die DFL will die künftige Verteilung der Medienerlöse in drei Regionalkonferenzen mit den 36 Erst- und Zweitliga-Clubs beraten.   Foto: Roland Weihrauch/dpa

Der FC Bayern München führt auch diese Tabelle an. 70,64 Millionen Euro soll der deutsche Rekordmeister in der nächsten Saison aus der nationalen Vermarktung der TV-Gelder erhalten, und es dürfte niemanden überraschen, dass die Bayern mal wieder Spitzenreiter sind.

Die nun vom «Kicker» veröffentlichte Verteilerliste könnte stattdessen einer alten Debatte neue Fahrt geben: Kann man das Aushängeschild der Fußball-Bundesliga eigentlich noch aufhalten? Und überhaupt: Ist die Verteilung der TV-Gelder gerecht? Die Bayern zweifeln daran nicht.

«Ich glaube, wir waren immer in der Lage, faire und ernste Lösungen zu finden. Und ich bin überzeugt, dass uns das auch in diesem Jahr gelingt», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Montag. Bis zum Ende dieses Jahres will die Deutsche Fußball Liga (DFL) darüber entscheiden, wie die Medienerlöse ab der Saison 2021/22 verteilt werden. Bis dahin sollen die Clubs der 1. und 2. Liga auf drei Regionalkonferenzen darüber diskutieren können.

Die Gespräche dürften hitzig werden. Denn manche Clubs finden: Die Top-Vereine dominieren die Bundesliga, ihr Abstand zum Rest wird immer größer. Und Meister werden sowieso immer die Bayern. Die «Kicker»-Zahlen liefern diesem Meinungsstreit nun eine aktuelle Grundlage.

Arminia Bielefeld wird die Bayern nicht stoppen. Der Aufsteiger soll in der kommenden Spielzeit 29,8 Millionen Euro an Fernsehgeldern aus der deutschen Vermarktung bekommen. Die Arminia ist dadurch Letzter der Fußball-Bundesliga. Die mehr als 40 Millionen Euro hohe Differenz erklärt aber noch lange nicht, warum die Bayern zuletzt zum achten Mal in Serie die deutsche Meisterschaft gewonnen haben. Denn im Vergleich zu Dauerverfolger Borussia Dortmund (69,73 Millionen Euro) verdienen die Münchner nur unwesentlich mehr, selbst Bayer Leverkusen (67,47) und RB Leipzig (65,96) sind nicht weit weg.

Die nationale Dominanz der Münchner lässt sich eher aus der internationalen Vermarktung der TV-Rechte ableiten. «Die TV-Gelder aus den internationalen Wettbewerben sind Gift für die Wettbewerbsfähigkeit in den nationalen Ligen», sagte Fortuna Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann zuletzt der Deutschen Presse-Agentur. Richtig Geld machen Teams wie die Bayern oder der BVB mit den TV-Geldern aus der Champions League.

Zudem profitieren Spitzenclubs wie Real Madrid, Juventus Turin oder eben der FCB von einem Bonussystem der UEFA, das die internationalen Erfolge in den vergangenen zehn Jahren honoriert.

Dieses Bonussystem hat die UEFA erst zur Saison 2018/19 auf Druck der Topclubs eingeführt. Denn Europas Beletage profitiert am stärksten davon. Die Königsklasse wird längst von wenigen Clubs dominiert. Und genau diese Vereine verdienen das meiste TV-Geld, es ist einer der bedeutendsten Gründe für einen Teufelskreis, der in die nationalen Ligen hineinwirkt. In Deutschland gewinnt seit Jahren der FC Bayern die Meisterschaft, in Spanien bestimmen Real oder der FC Barcelona den Titelkampf, in Frankreich dominiert Paris Saint-Germain, in Italien holte Juventus am Sonntag den neunten Meistertitel nacheinander.

Es gibt in Deutschland eine (noch) sehr junge Generation, die nie einen anderen Meister als den FC Bayern erlebt hat. Wie sich das ändern soll, ist unklar. Lösungsvorschläge gab es schön häufiger. Sie werden oft etwas allgemein formuliert wie jener von Freiburgs Trainer Christian Streich in der «Süddeutschen Zeitung»: «Eine fairere Verteilung der Fernsehgelder wäre vielleicht ein Ansatzpunkt für etwas mehr Chancengleichheit.»

Manchmal klingen sie aber auch äußerst deutlich und sogar radikal wie dieser von Jan Lehmann, dem kaufmännischen Vorstand des FSV Mainz 05, der dem «Kicker» sagte: «Man müsste die Medienerlöse der Bundesliga, national wie international, komplett gleich verteilen.»

Diesen Weg wiederum würden die Topclubs der Liga sicher nicht mitgehen. Vereine wie Bayern und Dortmund gelten bei den TV-Erlösen als die Zugpferde der Liga. «Ohne den FC Bayern und ohne Borussia Dortmund würden wir diese Ergebnisse bei den TV-Geldern gar nicht erzielen», sagte RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Was für den 44-Jährigen bedeutet: «Performance muss belohnt werden.»

© dpa-infocom, dpa:200727-99-941627/3

Veröffentlicht am:
27. 07. 2020
15:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
1. FSV Mainz 05 Arminia Bielefeld Bayer Leverkusen Borussia Dortmund Bundesligen Champions League Deutsche Presseagentur FC Barcelona FC Bayern München FC Paris St. Germain Fußball-Bundesliga Fußballspieler Juventus Turin Karl Heinz Karl-Heinz Rummenigge RB Leipzig Real Madrid UEFA
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Robert Lewandowski

11.08.2020

Acht Teams, acht Köpfe: Auflauf der Superstars in Lissabon

Okay, Cristiano Ronaldo fehlt. Ebenso Real Madrid und Jürgen Klopp mit Titelverteidiger FC Liverpool. Aber das «Final-8-Turnier» der Champions League verspricht auch im Geister-Format Fußball der Extraklasse - und das mi... » mehr

Auslosung

10.07.2020

Bayern vor beschwerlichem Königsweg - Leipzig gegen Atlético

Die Ansetzungen für das Finalturnier der Champions League stehen fest. Der FC Bayern könnte es im Viertelfinale mit dem FC Barcelona zu tun bekommen, danach würde erneut ein Topclub warten. RB Leipzig trifft auf Liverpoo... » mehr

Deutscher Meister

29.07.2020

Mehr Geld, mehr Langeweile: Kluft im Spitzenfußball größer

Die enormen Geldströme in der Königsklasse drohen den Wettbewerb in den europäischen Ligen zu zerstören. Die Dominanz der Topclubs wird immer größer, weil ein kleiner Zirkel in der Champions League immer mehr Geld verdie... » mehr

Karl-Heinz Rummenigge

05.08.2020

Der FC Bayern will nach Lissabon - Rückspiel gegen Chelsea

Die Champions League erwacht aus dem Corona-Lockdown. Die Bayern planen die finalen Tripleschritte. Im Gegensatz zu RB Leipzig müssen sie aber das Ticket zum großen «Final-8-Turnier» erst noch lösen. » mehr

Kai Havertz

04.09.2020

Rekord-Transfer perfekt: Havertz wechselt zum FC Chelsea

Beim Rekord-Transfer von Kai Havertz war auch Bundestrainer Joachim Löw behilflich. Bayer Leverkusen verliert seinen größten Star, darf sich aber über den höchsten jemals für einen deutschen Profi erzielten Transfererlös... » mehr

Spielball

10.07.2020

Die Europapokal-Auslosung: Wer spielt wann und wo?

Wie verläuft der Weg nach Lissabon und Köln? In der Champions League und der Europa League werden heute die Viertel- und Halbfinal-Paarungen ausgelost. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sommerausklang_schubert Suhl

Sommerausklang Olaf Schubert | 20.09.2020 Suhl
» 77 Bilder ansehen

12. Oldtimerausfahrt Suhl

12. Oldtimerausfahrt Museum Suhl | 19.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Provinzschrei-Konzertreihe Wenzel im Trio

Provinzschrei Wenzel im Trio |
» 50 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
27. 07. 2020
15:23 Uhr



^