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Ungeschlagen und unzufrieden: Glasner kritisiert VfL-Team

Sieben Pflichtspiele ohne Niederlage: Eigentlich könnte der neue Trainer Oliver Glasner mit seinem Einstand beim VfL Wolfsburg zufrieden sein. Doch nach dem 1:1 gegen Hoffenheim war er es nicht. Die Entwicklung seiner Mannschaft geht ihm zu langsam.



Oliver Glasner
War mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden: Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner.   Foto: Peter Steffen

Freundlich, zielstrebig, seinem klaren Plan folgend: So hat die Fußball-Bundesliga in dessen ersten Wochen den neuen Trainer des VfL Wolfsburg kennengelernt.

Seit dem 1:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim weiß die Öffentlichkeit nun noch um eine weitere Eigenschaft von Oliver Glasner, die er ihr bislang weitgehend verborgen hatte: Der 45 Jahre alte Österreicher spricht Dinge klar an, die ihm nicht passen. «Wir treten auf der Stelle», sagte er nach diesem ersten Montagabendspiel der neuen Saison. Über eine Mannschaft wohlgemerkt, die unter ihm weiter kein einziges Spiel verloren hat.

«Ich erwarte von den Spielern mehr Konsequenz und mehr Verantwortung für die Situationen», forderte Glasner unter anderem. Dabei störte sich der Nachfolger von Bruno Labbadia gar nicht an dem dritten Unentschieden nacheinander, das für den VfL gegen schlagbare Gegner wie Hoffenheim, Düsseldorf und Paderborn bloß heraussprang. Und er trauerte auch zu keiner Zeit dem Champions-League-Platz hinterher, auf den die Wolfsburger am Montag hätten springen können. «Ich schaue nicht auf die Punkte, sondern auf die Leistung», sagte der Coach. «Und da geht mir die Entwicklung in gewissen Dingen zu langsam.»

Glasners Aussagen sind insofern bemerkenswert, als dass es vor dem Hoffenheim-Spiel noch er selbst war, der vor einer zu kritischen Bewertung der Wolfsburger Auftritte warnte. «Es darf nicht dazu führen, dass wir dauerunzufrieden sind», meinte er da.

Doch diesmal war es genau umgekehrt. Da wurde Glasner ungeduldig. Und da waren seine Spieler, die sich vor allem über das 1:1 in Düsseldorf zuvor noch so geärgert hatten, mit sich und diesem Abend weitgehend im Reinen. «Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein», sagte Admir Mehmedi, der mit seinem schönen Tor in der 36. Minute die frühe Hoffenheimer Führung durch Sebastian Rudy ausglich (6.).

Maximilian Arnold sagte sogar: «Ich werte es positiv. Wir sind weiter ungeschlagen. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir reden zu viel davon, was wir schlecht machen. Und kaum darüber, was gut läuft.»

Als der 25-jährige Mittelfeldspieler das am Montagabend sagte, konnte er noch nicht wissen, wie ein paar Minuten später das Fazit seines Trainers ausfallen würde. Es war also keine direkte Replik. Und bei Lichte besehen war Glasner auch nur schwer zu widersprechen.

Im Vergleich zur erfolgreichen Zeit unter Bruno Labbadia hat der Österreicher dem VfL einen neuen Spielstil verordnet. Wolfsburg setzt jetzt auf aggressive Balljagd und ein schnelles Konterspiel. Das erfordert Aktivität zu jeder Zeit des Spiels und es dauert etwas, bis das jeder verinnerlicht hat. «Wir haben immer wieder super Aktionen, aber wir haben auch immer wieder Passivität und zu einfache Fehler», erklärte Glasner. Besonders sauer war er wegen der Entstehung des Gegentores sowie zweier Hoffenheimer Großchancen am Ende des Spiels. «Wir denken: Wir haben genug Leute hinten, da kann schon nichts passieren. Aber gerade dann passiert eben häufiger etwas», sagte er. «Wir bekommen zu einfache Gegentore. Die Null steht zu selten.»

Für den VfL geht es jetzt in der Bundesliga beim Tabellenvorletzten FSV Mainz 05 und gegen den Aufsteiger Union Berlin weiter. Dazwischen wartet Frankreichs Rekordmeister AS Saint-Etienne in der Europa League. Die Wolfsburger können sich immer noch in zwei Wettbewerben oben festsetzen. Ihnen bleibt in dieser Phase der Saison aber auch immer weniger Zeit, um im Training an ihren Defiziten zu feilen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
12:34 Uhr

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24. 09. 2019
12:34 Uhr



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