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Tennisstar Zverev in London zum Siegen verdammt

Wie im vergangenen Jahr verliert Alexander Zverev bei den ATP Finals sein zweites Gruppenspiel. Gegen den russischen Tennis-Aufsteiger Daniil Medwedew steht er nun unter immensem Druck.



Alexander Zverev
Alexander Zverev hatte gegen Stefanos Tsitsipas keine Chance.   Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa » zu den Bildern

Von einem drohenden Vorrunden-K.o. will Alexander Zverev vor dem heiklen Gruppenfinale nichts wissen.

«Ich kann entscheiden, ob ich am Samstag noch hier bin oder nicht. Es liegt in meinen Händen», sagte der Titelverteidiger vor der Revanche gegen den russischen Saison-Senkrechtstarter Daniil Medwedew. «Der Gegner ist nicht von schlechten Eltern», warnte jedoch Tennis-Legende Boris Becker. «Jedes Spiel ist hier eine Mammutaufgabe und jedes Spiel ist von der Qualität her ein Grand-Slam-Finale.»

Gewinnt Zverev bei den ATP Finals der besten acht Profis des Jahres nach dem Sieg gegen Rafael Nadal und der Niederlage gegen Stefanos Tsitsipas am Freitag (21.00 Uhr) auch die «Mammutaufgabe» gegen Medwedew, steht er im Halbfinale - unabhängig vom Ausgang der Partie zwischen dem Weltranglisten-Ersten Nadal aus Spanien und dem bereits qualifizierten Griechen Tsitsipas (15.00 Uhr/alle Sky).

Ebenso klar ist dem 22 Jahre alten Hamburger aber auch: Bei einer Niederlage ist er so gut wie sicher raus und kann bereits die Koffer packen für seine Südamerika-Reise mit Show-Matches gegen Roger Federer in Chile, Kolumbien, Mexiko und Ecuador in der kommenden Woche. Mit Blick in die unmittelbare Zukunft und auf das Duell mit Medwedew behauptete Zverev nach dem überraschend einseitigen 3:6, 2:6 gegen den Weltranglisten-Sechsten Tsitsipas: «Ich freue mich auf das Match.» Er verwies auf die Konstellation im vergangenen Jahr, als er sein zweites Gruppenspiel auch klar verlor.

Der Ausgang ist Geschichte: Zverev kam weiter, schlug im Halbfinale Federer, im Finale Djokovic und gewann den bislang wichtigsten Pokal seiner Karriere. «Wenn er sein bestes Tennis spielt, dann schafft er es ins Halbfinale, und dann ist alles gut», sagte Becker dem ZDF.

Gegen Medwedew wird Zverev nicht nur die persönliche Wochenendplanung Ansporn sein, sondern ebenso das jüngste Aufeinandertreffen. Im Finale von Shanghai deklassierte der 23 Jahre alte Russe seinen Kumpel Zverev jüngst in nur 73 Minuten mit 6:4, 6:1. Medwedew galt in den Wochen vor den ATP Finals als bester und konstantester Spieler auf der Tour. Er ist bereits die Nummer vier der Welt hinter Federer, Djokovic und Nadal. Er hat in diesem Jahr die meisten Matches aller Profis gewonnen (59) und die meisten Endspiele erreicht (9).

In der dröhnenden und lichteffekt-heischenden Arena auf der Halbinsel südlich der Themse im Osten Londons aber lautet seine ernüchternde Bilanz: zwei Niederlagen aus zwei Spielen. Und auch wenn es in der abendlichen Presserunde nach der Frage eines Reporters kurzzeitig Konfusion gab zu den Rechenspielen - auch Medwedew kann sogar noch weiterkommen. Mit einem Zweisatzsieg gegen Zverev und einer Niederlage Nadals gegen Tsitsipas.

Der Ausgang dieses Duells am Nachmittag bereitet also die Bühne für den abendlichen Showdown. Sollte Tsitsipas tatsächlich gegen Nadal auch sein drittes Gruppenspiel gewinnen, könnte sich Zverev gegen Medwedew auch eine Niederlage in drei Sätzen leisten, um dennoch weiterzukommen. Sollte, könnte, würde sind jedoch keine Kategorien, in denen Deutschlands bester Tennisprofi gerne denkt.

Mit einem Lächeln versicherte er dem Fragesteller jedenfalls schon einmal in einer Mischung aus Selbstbewusstsein und Gelassenheit: «Keine Sorge, Daniil wird nicht in zwei Sätzen gewinnen.»

Zverev wies nach seiner Niederlage gegen Tsitsipas Vorwürfe der verbotenen Handy-Nutzung zurück. «Mein Handy war in der Umkleidekabine», sagte er. Die Herren-Organisation ATP teilte mit, dass Zverev «gegen keine Regel der ATP verstoßen» habe. Weitere Details nannte ein Sprecher nicht.

Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie Zverev während eines Seitenwechsels in seiner Tasche wühlt und einen Gegenstand mit den Fingern zu berühren scheint. In sozialen Netzwerken hatte es daraufhin Diskussionen gegeben, ob Zverev möglicherweise ein Smartphone benutzt haben könnte. Elektronische Hilfsmittel sind während der Partien verboten, um illegales Coaching zu verhindern.

«Ich weiß nicht genau, was sie da gesehen haben, aber es war definitiv nicht mein Handy. Eine Wasserflasche? Vielleicht eine leere Wasserflasche?», entgegnete Zverev auf der Pressekonferenz.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
14:13 Uhr

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14. 11. 2019
14:13 Uhr



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