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Task Force für die Olympia-Verlegung nimmt Arbeit auf

Zu beneiden ist die am Donnerstag gegründete «Tokio 2020 Neustart Task Force» nicht. Sie soll die Verlegung der Olympischen Spiele in Tokio auf das nächste Jahr organisieren. OK-Präsident Yoshiro Mori spricht von einer «noch nie da gewesene Herausforderung».



IOC-Chef
Thomas Bach kann sich auch Olympische Spiele im Frühling vorstellen.   Foto: Denis Balibouse/KEYSTONE/dpa

Japans früherer Ministerpräsident Yoshiro Mori hat Ehrfurcht vor der Monumentalität seiner Aufgabe.

Die in sieben Jahren vorbereiteten Olympischen Spiele in Tokio muss er nach der Verlegung des größten Sportereignisses auf dem Globus in wenigen Monaten mit einer neu gegründeten Task Force noch einmal organisieren. «Von nun an stellen wir uns einer noch nie da gewesenen Herausforderung», sagte der 82 Jahre alte Präsident des Organisationskomitees am Donnerstag. Rund 30 Mitglieder sind in seiner Arbeitsgruppe mit dem offiziellen Namen «Tokio 2020 Neustart Task Force».

Erstes Ziel des Gremiums ist es, einen Termin für die wegen der Coronavirus-Pandemie verlegten Sommerspiele, die am 24. Juli eröffnet werden sollten, zu finden. Spätestens im Sommer 2021 soll Olympia stattfinden. Der Kalender des Weltsports ist prall gefüllt. Die Fußball-EM wurde schon auf den 11. Juni bis 11. Juli 2021 verschoben. Danach sind nahtlos die Weltmeisterschaften der Schwimmer und der Leichtathleten im August geplant.

Noch ist Hidemasa Nakamura, der Verantwortliche für die Durchführung der Spiele, eher hilflos, was die fast unmögliche Suche nach einem jeden und allem gerecht werdenden Austragungszeitraum angeht. «Wir haben keinen festen Plan, wie wir von hier aus weiter vorgehen werden», bekannte er. «Wir haben keine Ahnung, wann wir die Termine endgültig festlegen können.»

Tischtennis-Weltpräsident Thomas Weikert wünscht sich einen Olympia-Termin im Frühjahr 2021. «Wir plädieren auf April oder früher», sagte der 58-Jährige. Im Juni 2021 sei auch die Tischtennis-WM im Einzel in Houston/USA vorgesehen.

Bei einer Telefonkonferenz am Donnerstagabend haben die 33 internationale Sportverbände mit IOC-Präsident Thomas Bach vor allem über den neuen Termin für die Tokio-Spiele beraten. «Es war eine gute Diskussion. Wir haben aber Stillschweigen über die Einzelheiten vereinbart», sagte Weikert nach den Beratungen der Deutschen Presse-Agentur. «Das IOC will nun dem japanischen Organisationskomitee einen neuen Termin vorschlagen.»

Weikert hatte vor der Telefonschalte gesagt, dass man «mit dem IOC auch über die Finanzen reden» müsse. «Da geht es um die schon für Juli und August gebuchten Hotels und ob die Buchungen bestehen bleiben oder nicht», erklärte er. Noch wichtiger sei für viele internationale Verbände, ob sie weiter mit den Zuwendungen vom IOC in vollem Umfang rechnen können. «Es gibt Verbände, die sind bis zu 90 Prozent davon abhängig», so Weikert.

Der Countdown für die Mission Neustart des wie Bach sagte «komplexesten Ereignisses auf diesem Planeten», läuft unerbittlich. «Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit», sagte Toshiro Muto, der Chef des Organisationskomitees. «Es gibt so viele Probleme, die nicht gelöst werden können, wenn der neue Termin für die Spiele nicht feststeht.»

Die Liste der Herausforderungen ist lang. Es ist ungewiss, ob die rund 11.000 Sportler auch nächstes Jahr noch ins Olympische Dorf einziehen können, weil alle Wohnungen schon verkauft sind. Wie organisiert man die Rückgabe und den Neuverkauf der Hunderttausenden von Olympia-Eintrittskarten und wie gelingt die erneute Gewinnung von rund 80.000 Volunteers. Außerdem geht es um veränderte Konzepte für die Sicherheit oder den Transport in Tokio während der Spiele.

Nicht zuletzt gebe es «Tausende von Verträgen» zu berücksichtigen. Neu abgestimmt werden müssten zudem die Interessen der Sponsoren, Rundfunkanstalten, des IOC, der Weltsportverbände und der Nationalen Olympischen Komitees. «Ich habe mir überhaupt nicht vorgestellt, dass wir in diesem Ausmaß getestet werden», räumte Muto ein.

Tokio als Olympia-Gastgeberstadt habe «eine enorme Aufgabe vor sich», sagte Gouverneurin Yuriko Koike. «Wir haben Probleme, die sich auftürmen. Aber es ist besser als eine Absage.» Ein Ausfall der Spiele wäre der Stadt und dem Land viel teurer gekommen. Koike hofft nun, dass sich das IOC an den Kosten der Verlegung der Sommerspiele beteiligt. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag. Die Gouverneurin wolle das IOC auffordern, dabei «eine Rolle zu spielen», hieß es. Die Stadt Tokio werde nun eine Schätzung der Kosten vornehmen, berichtet Kyodo. Zuletzt wurden rund 2,7 Milliarden Dollar für die Olympia-Verlegung veranschlagt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 03. 2020
20:26 Uhr

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26. 03. 2020
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