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Skijäger starten in Jahr eins nach Dahlmeier

Laura Dahlmeier ist gar nicht mehr da, trotzdem dreht sich vor dem Biathlon-Saisonstart noch viel um die Doppel-Olympiasiegerin: Wer kann sie ersetzen? Es gibt eine klare Favoritin.



Denise Herrmann
Bei den Biathlon-Damen ruhen einige Hoffnungen auf Denise Herrmann.   Foto: Sven Hoppe/dpa » zu den Bildern

Von der Rolle der neuen Führungsfigur der deutschen Biathletinnen will Denise Herrmann gar nichts wissen.

«Jetzt nach einer neuen Galionsfigur zu suchen, das ist Quatsch. Viele haben es drauf», sagte die Verfolgungs-Weltmeisterin vor dem Weltcupstart am Samstag in Östersund. Dort startet die Sächsin zusammen mit Olympiasieger und Weltmeister Arnd Peiffer, Karolin Horchler und Ex-Weltmeister Benedikt Doll (15.00 Uhr/ARD) in der Mixed-Staffel. Zuvor bestreiten Franziska Preuß und Erik Lesser die Single-Mixed.

Der Rücktritt von Laura Dahlmeier vor einem halben Jahr wirft jedoch unvermeidlich die Frage auf: Wer kann in die Fußstapfen der Doppel-Olympiasiegerin treten? Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Denise Herrmann. Bei der vergangenen WM war sie sogar erfolgreicher als die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier.

Schon vor dem Auftaktrennen in Schweden ist Bundestrainer Mark Kirchner zunehmend etwas genervt von den Diskussionen, wie es ohne Dahlmeier weitergeht. Der Thüringer wünscht sich mehr Respekt für seine aktuellen Athleten und glaubt aufgrund von «viel Potenzial» an eine gute Zukunft. Damit ist er nicht alleine. «Wir sehen jetzt eine Chance für andere, ins Rampenlicht zu laufen», sagte Frauen-Coach Kristian Mehringer: «Wir haben mit die weltbeste Mannschaft bei den Damen und müssen uns international nicht verstecken.»

Klar scheint aber: Auch Herrmann kann den Verlust ihrer prominenten Ex-Kollegin alleine nicht kompensieren, dafür müssen sich auch Franziska Preuß oder Vanessa Hinz steigern. «Ich merke schon, dass von außen eine neue Führungsperson gesucht wird. Klar, Laura ist jetzt weg», sagte Herrmann «sportschau.de»: «Aber Laura ersetzen, das kann keine von uns. Laura ist einfach Laura, und ich bin ich.»

Auch die Männer werden stärker in den Fokus rücken. Dahlmeiers Triumphe überstrahlten vieles, das sorgte innerhalb des Teams nicht immer für gute Stimmung. Allerdings konnten sich andere bei eigenen Misserfolgen oft auch recht bequem hinter der Bayerin verstecken.

Diese Zeit ist mit Beginn des Winters vorbei. Höhepunkt in dieser Saison ist die WM im Februar 2020 in Antholz. Neben Herrmann, die im März Gold, Silber und Bronze geholt hatte, reist auch Arnd Peiffer als Titelverteidiger nach Italien. Der Harzer ist Olympiasieger im Sprint und mit seinen 32 Jahren der Anführer der deutschen Männer, die Gesamtweltcupsieger Johannes Thingnes Bö aus Norwegen und Martin Fourcade aus Frankreich das Leben möglichst oft schwer machen wollen.

Große Hoffnungen ruhen auch auf Simon Schempp. Der Schwabe musste die vergangene Saison körperlich ausgelaugt vorzeitig beenden, will nach seiner Genesung aber wieder in der Weltspitze angreifen. «Früher war ich sehr oft krank, jetzt war ich sehr oft verletzt. Ich hoffe, dass ich das alles endlich abgehakt habe», sagte der 31-Jährige.

Insgesamt 68 Rennen an zehn Orten stehen für die Skijäger bis Ende März auf dem Programm, im Januar kommt es zu den Heim-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding. Auch ohne Dahlmeier werden dort wie gewohnt Zehntausende an den Loipen erwartet, die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender rechnen bei den Übertragungen traditionell mit einem Millionen-Publikum. Einen Rückgang des Interesses am liebsten Wintersport der Deutschen erwartet (noch) niemand. Allerdings sind neue Erfolge und Helden nötig, damit sich das nicht doch ändert.

«Als Sportler macht man sich selbst den größten Druck. Ich versuche, meine Sachen weiter für mich zu machen», sagte Denise Herrmann. Am Schießstand muss sich die 30-Jährige verbessern, auf der Strecke gibt die ehemalige Langläuferin das Tempo vor. «Was Denise zeigt, ist sehr, sehr gut», sagte Bundestrainer Mehringer zu den Eindrücken im Sommertraining: «Wenn eine vorausgeht, ist das super. Aber uns wäre es auch wichtig, dass wir in der Spitze eine gewisse Breite haben.»

Lange sportliche Durststrecken und Krisen hat es für die deutschen Biathleten zuletzt nicht gegeben. Als Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner 2012 ihre Laufbahn ebenfalls frühzeitig beendete, waren die Sorgen groß, dass niemand sie ersetzen könne. Das erwies sich dank Dahlmeier als unbegründet, doch nun ist die Situation eine andere.

Den Skijägern mangelt es am ganz jungen Nachwuchs, der schnell in die Weltspitze drängt. Auch deswegen müssen Herrmann und Co. den Verlust Dahlmeiers als Mannschaft auffangen. «Sie müssen sich als eine Einheit präsentieren, weil wir in der Staffel und der Nationenwertung gemeinsam vorne angreifen wollen», sagte Mehringer und versprach: «Es werden sicher wieder sehr gute Ergebnisse herauskommen.»

Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
14:47 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
14:47 Uhr



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