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Schwimmer-Neustart auf Weg zu Olympia

Teils chaotische Tage liegen hinter dem Deutschen Schwimm-Verband. Das neue Bundestrainer-Duo startet am Freitag in seine Amtszeit - mit einer Kursänderung. Der Erfolgstrainer von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen mischt auch mit.



Bundestrainer
Bernd Berkhahn hat Normen für ein WM-Ticket gelockert.   Foto: Martin Schutt

Nach reichlich Turbulenzen steht für die deutschen Schwimmer ein Neustart an - und das mit einer klaren Kursänderung.

Ein knappes halbes Jahr vor den Weltmeisterschaften in Südkorea und anderthalb Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio beginnt das Bundestrainer-Duo Bernd Berkhahn und Hannes Vitense am Freitag offiziell seine Mission.

Gelockerte Normen, nur noch eine statt wie bisher zwei Qualifikationszeiten, weniger Zentralisierung und keine Vorgaben für die Heimtrainer lauten Kernelemente des neuen Konzepts. Der zurückgetretene Chefbundestrainer Henning Lambertz hatte auf harte Normen, Zentralisierung und ein spezielles Kraftkonzept gesetzt.

«Die Normen, die wir bisher hatten, waren die anspruchsvollsten, die es auf der Welt gab. Diese Leistungsanforderung entspricht sicher nicht dem Leistungsniveau und dem gesellschaftlichen Umfeld in Deutschland», sagte Berkhahn der Deutschen Presse-Agentur. «Man kann natürlich die Theorie vertreten, hohe Normen bringen hohe Entwicklungsraten. Diese Theorie hat sich nicht bestätigt.»

Im Vergleich zum EM-Jahr 2018 reicht eine schlechtere Zeit für einen WM-Einzelstart. Der Kurs ähnelt dem vor Lambertz' Amtsantritt 2013, eine Änderung mitten im Olympia-Zyklus ist sicher auch riskant. Wie es nach 2020 in der Führung des Nationalteams weitergeht, ist offen.

Medaillenziele gibt es für das neu formierte «Team Tokio 2020» keine. Eine Meisterschafts- oder gar Medaillenprognose halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für völlig verfrüht. Grundsätzlich sollten wir in einer Sportart wie dem Schwimmen, mit einer immens hohen Wettbewerbsdichte, sehr vorsichtig mit Erfolgsprognosen sein», sagte Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen.

In der öffentlichen Wahrnehmung zählen aber eben fast nur Medaillen - und das vor allem bei den Sommerspielen. Nach den olympischen Nullnummern in den Becken in London und Rio hat sich der Deutsche Schwimm-Verband von dem von Lambertz proklamierten Ziel verabschiedet, 2020 oder 2024 wieder in der Weltspitze mitzumischen.

Vielmehr will der DSV in einer «Langfriststrategie 2021-2028» wieder «näher an die Weltspitze» heran. «Wir sollten alle gemeinsam nicht der Versuchung unterliegen, Luftschlösser zu bauen», sagte Kurschilgen. Er ist seit September im Amt. Langeweile im neuen Beruf hat der frühere Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes nicht. Zum Jahresende kam es für den DSV knüppeldick. Erst trat Präsidentin Gabi Dörries zurück, kurz danach Lambertz.

«Ich finde, Probleme fordern uns auf, etwas zu verändern, sie lassen uns wachsen und helfen dabei, neue Sichtweisen zu entwickeln», sagte Kurschilgen. Die beiden Rücktritte hätten ihn «keineswegs beunruhigt». Ein neuer Präsident soll im Mai gewählt werden.

Die Schwimmer sind zum Start in das WM-Jahr mit dem Höhepunkt vom 12. Juli bis 28. Juli in Gwangju gespannt. «Bernd hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er Sportler in die Weltspitze führen und dort halten kann. Ich gehe davon aus, dass wir mit ihm und Hannes Vitense fachlich sehr gut aufgestellt sind. Wie es letztendlich wird, wird man in der Zukunft sehen», sagte Lagenschwimmer Philipp Heintz.

Berkhahn, der mit Lambertz wiederholt Meinungsverschiedenheiten hatte, erwartet in Tokio «nicht 20 neue Schwimmstars» am Start. Der 47-Jährige, der in Magdeburg vom früheren Britta-Steffen-Trainer Norbert Warnatzsch unterstützt wird, will vielmehr den aktuellen Kader «optimal vorbereiten». Dazu zählen auch seine Magdeburger Topschwimmer Florian Wellbrock, Sarah Köhler und Franziska Hentke.

Als erster deutscher Schwimmer löste der frühere Weltmeister Marco Koch das WM-Ticket. Pikant: Der Brustschwimmer wird am Beckenrand von Shila Sheth betreut - die Pläne für das Training kommen von Lambertz.

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Veröffentlicht am:
31. 01. 2019
10:54 Uhr

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