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Ruhpoldinger Biathlon-Weltcup findet statt

Laura Dahlmeier & Co freuen sich auf den zweiten Heim-Weltcup in Ruhpolding. Ob sie in der Ruhpoldinger Arena laufen können, war lange Zeit offen. Denn die Lage im Schneechaos bleibt weiter angespannt.



Vorbereitung
Helfer befreien die Zuschauertribünen in Ruhpolding vom Schnee.   Foto: Matthias Balk » zu den Bildern

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel räumte Laura Dahlmeier am Schießstand alle fünf Scheiben ab, ehe sie mit ihrer verspiegelten Sonnenbrille entspannt an den noch leeren Tribünen der Chiemgau Arena vorbeilief.

Nach ihrer Grippe-Pause in Oberhof bereitete sich die Doppel-Olympiasiegerin bei diesmal perfekten Bedingungen mit dem deutschen Biathlon-Team konzentriert und motiviert auf ihre Rennen in Ruhpolding vor - doch erst am Mittwochabend war klar, dass die Wettkämpfe am Donnerstag überhaupt beginnen können.

Dann werden die Tribünen in der WM-Arena 2012 gut gefüllt sein. Nach einem langen Hin und Her kam am späten Mittwochabend die Startfreigabe für den zweiten Heim-Weltcup mit dem Sprint der Männer (11.00 Uhr/ARD und Eurosport 2) und der Damen (14.30 Uhr). Zuvor hatten sich Organisatoren und Landratsamt gegenseitig die Verantwortung für die Ausrichtung zugeschoben.

Nachdem wegen des für den Landkreis Traunstein weiter bestehenden Katastrophenfalls das ursprünglich für Mittwoch geplante Männer-Rennen am Dienstag um einen Tag verschoben wurde, vermeldete der Biathlon-Weltverband IBU, dass der Landkreis am Mittwochmorgen grünes Licht für den Doppel-Start gegeben habe.

Am Mittag folgte aber das Dementi. «Unser Sicherheitskonzept steht. Aber es muss noch final vom Landratsamt bestätigt werden», sagte Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler. Nur das Landratsamt könne entscheiden, ob der Weltcup stattfindet oder nicht. Sportlich sei alles hergerichtet. Tagelang hatten viele Freiwillige rund 10 000 Kubikmeter Schnee von der Tribüne geschippt und die Arena wettkampffähig gemacht. Doch am Mittwoch kam eine Gefährdung durch mögliche Lawinenabgänge hinzu.

Während Pichler auf das Go vom Landratsamt wartete, schob der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (CSU) den Ausrichtern die Verantwortung zu. Es zeichne sich eine Lage ab, dass der Weltcup stattfinden könne, sagte Walch in einer Video-Botschaft. Dann werde er dem keine Steine in den Weg legen.

Er betonte aber, dass Biathlon wegen der Lawinengefahr im Landkreis und einer deshalb geräumten Ortschaft für ihn nach wie vor Nebensache sei. «Inwiefern man es gut findet, einen Weltcup stattfinden zu lassen, während ein paar Kilometer weiter eine akute Krisensituation ist, das kann jeder selber bewerten und das muss auch der Veranstalter bewerten», sagte der CSU-Politiker.

Auch Pichler ist nicht egal, «was im Nachbartal passiert.» Doch klar ist auch, dass eine erneute Verschiebung oder gar eine Absage des Weltcups einen hohen finanziellen Schaden bedeuten würde. Kritik mussten die Ausrichter ohnehin einstecken. «Diese Kritik kann ich nachvollziehen, ist aber teilweise differenziert zu sehen», sagte Engelbert Schweiger, Generalsekretär des Organisationskomitees. Er stellte klar: In der Chiemgau Arena wurden keine Kräfte eingesetzt, die im «K-Fall» woanders gefehlt hätten. «Wir haben das Stadion aus eigenen Kräften mit angemieteten Firmen wettkampffähig gemacht.»

Sportlich geht Dahlmeier entspannt in ihr Mini-Comeback. «Wo ich ganz genau stehe, kann ich nicht sagen. Morgen ist der erste scharfe Test, und dann werden wir mal schauen, wie es läuft», sagte die siebenmalige Weltmeisterin, die nach ihrer gesundheitsbedingten Zwangspause erst beim letzten Dezember-Weltcup in Nove Mesto in die Saison eingestiegen war. Dort hatte sie aber auf Anhieb Platz zwei im Sprint und Rang fünf in der Verfolgung geholt.

Wie Dahlmeier hofft auch der formschwache Massenstart-Weltmeister Simon Schempp bis zur WM im März wieder fit zu sein. Schempp lässt nach Ruhpolding wohl auch die kommenden Rennen in Antholz aus. In Südtirol soll Erik Lesser wieder einsteigen. Der 30-Jährige war am Samstag erstmals Vater geworden und bleibt diese Woche zu Hause bei seiner Freundin Nadine und Tochter Anouk.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
20:35 Uhr

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