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Proteste auch bei Schröder-Start in NBA-Restsaison

Fast alle NBA-Profis protestieren beim Start nach der Corona-Pause gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. Die OKC Thunder um Dennis Schröder lassen sich auch von einer politischen Warnung nicht abbringen. Nur einzelne Spieler schließen sich nicht an.



Schröder-Team
Die NBA-Profis von Oklahoma City Thunder um Dennis Schröder (2.v.l) während der US-Hymne.   Foto: Ashley Landis/Pool AP/dpa

Dennis Schröder hakte sich während der US-Hymne bei seinen Teamkollegen unter, ging auf das rechte Knie und präsentierte das schwarze Shirt mit der weißen Aufschrift «Black Lives Matter».

Auch die Oklahoma City Thunder mit dem Braunschweiger Aufbauspieler protestierten bei ihrem ersten Pflichtspiel nach der Corona-Pause mit eindrücklichen Zeichen gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit.

Dabei ließen sich die NBA-Profis auch nicht von der Warnung des Republikaners Sean Roberts aus Oklahoma abbringen, der angekündigt hatte, dass man «vielleicht die beachtlichen Steuervorteile» für die Thunder «überprüfen» müsse, wenn dies geschehe. «Es war besonders, dass es uns möglich war, dies gemeinsam als Team zu tun», sagte Schröders Mannschaftskollege Chris Paul nach dem 110:94-Sieg gegen die Utah Jazz nach der Aktion des Teams. «Als Spieler hatten wir viele Gespräche über den übergeordneten Grund, wofür wir hier spielen. Es war schön, dass wir vereint waren.»

Auch wenn in den weiteren Partien an den ersten Tagen der Saisonfortsetzung auf dem Gelände von Disney World in Orlando die überwältigende Mehrheit der NBA-Spieler diese Form des Protests wählte, gab es einzelne Profis, die darauf verzichteten. Meyers Leonard von den Miami Heat erklärte, dass er die Black-Lives-

Matter-Bewegung (Schwarze Leben zählen) unterstütze, blieb aber bei der amerikanischen Nationalhymne stehen. «Mir ist bewusst, was los ist. Aber ich kann beides sein. Mein Patriotismus geht tief.»

Jonathan Isaac von den Orlando Magic nannte religiöse Gründe dafür, warum er nicht auf ein Knie ging. «Für mich werden schwarze Leben durch den Gospel unterstützt.» Während seine Teamkollegen knieten, habe er gebetet, sagte Isaac.

Auch der langjährige Trainer der San Antonio Spurs, Gregg Popovich, und seine Assistenz-Trainerin Becky Hammon blieben vor der Partie gegen die Sacramento Kings stehen. Beide trugen dabei aber «Black-lives-matter»-Pullover. Der 71-jährige Popovich, zugleich Trainer der US-Nationalmannschaft, wollte keine Gründe für sein Stehen nennen: «Jeder muss eine persönliche Entscheidung treffen. Die Liga war diesbezüglich großartig: Jeder hat die Freiheit zu reagieren, wie er möchte.»

Der gemeinsame Kniefall aller NBA-Profis hatte den Restart überstrahlt, NBA-Boss Adam Silver stellte danach klar: «Ich respektiere den gemeinsamen friedlichen Protest unserer Mannschaften für soziale Gerechtigkeit und werde unter diesen Umständen die lange existierende Regel, die das Stehen bei der Nationalhymne einfordert, nicht durchsetzen.»

Die Spieler haben zudem die Möglichkeit, auf ihren Trikots spezielle Botschaften anstelle ihres Namens zu präsentieren. So steht bei Maximilian Kleber beispielsweise «Gleichberechtigung» auf dem Rücken. Dass Miamis Jimmy Butler den Platz allerdings komplett frei lassen wollte, ließ die Liga jedoch nicht durchgehen. Als Kompromiss durfte der Topstar der Heat den Platz oberhalb der Rückennummer frei lassen und seinen Namen darunter setzen. «Ich habe mich entschieden, es zu ändern, weil mich meine Teamkollegen brauchten», sagte Butler, der ansonsten nicht hätte spielen dürfen.

© dpa-infocom, dpa:200802-99-11405/3

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02. 08. 2020
12:41 Uhr

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