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«Neu beweisen»: DFB-Elf auf Torejagd in Estland

Dem noch wechselhaften Auftritt von Löws Notteam gegen Argentinien soll nun in Tallinn ein klarer Sieg in der EM-Qualifikation folgen. Dafür versprechen Tore-Garant Gnabry und seine Kollegen gegen den krassen Außenseiter Estland 100 Prozent Konzentration und Einsatz.



Joachim Löw
Auf nach Tallinn! Bundestrainer Joachim Löw trifft mit seinem Team in der EM-Qualifikation auf Estland.   Foto: Bernd Thissen/dpa

Bedrohlich wirkende Regenwolken empfingen Joachim Löw und sein Team nach einem rund 1500 Kilometer langen Flug von Dortmund nach Tallinn.

Die Aufgabe für die Fußball-Nationalmannschaft in der am Finnischen Meerbusen gelegenen estnischen Hauptstadt birgt aber allenfalls Gefahr, wenn der viermalige Weltmeister Deutschland gegen den krassen Außenseiter lediglich mit halber Kraft zur Sache gehen sollte. Löw wird in den Teamsitzungen vor der Partie am Sonntagabend (20.45 Uhr/RTL) nochmals explizit darauf hinweisen, dass man sich auf dem Weg zur EM-Endrunde 2020 keinen Aussetzer leisten darf. «Natürlich wollen wir in Estland einen klaren Sieg und drei weitere Punkte einfahren», betonte der Weltmeistercoach von 2014.

Bei der Rückreise nach Deutschland am Montag will der 59-Jährige diese Punkte im Gepäck haben, um in den dann noch zwei anstehenden EM-Qualifikationspartien gegen Weißrussland und Nordirland im November mindestens den zweiten Platz und damit das Direktticket zur paneuropäischen Endrunde fix machen zu können. Derzeit haben in der Gruppe C die Niederlande, Deutschland und die Nordiren jeweils zwölf Punkte. Platz eins kann das Löw-Team durch den verlorenen direkten Vergleich mit den Holländern nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.

Dass Löw in der kleinen A. Le Coq Arena - Namensgeber ist eine estnische Brauerei - nach dem Ausfall von Hertha-Verteidiger Niklas Stark nur 19 Spieler zur Verfügung hat, sollte gegen die Nummer 102 der Weltrangliste kein Problem darstellen. «Es soll nicht abgehoben klingen. Aber unser Anspruch ist es natürlich, in Tallinn zu gewinnen», sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Beim Hinspiel im März in Mainz hatten Manuel Neuer und Co. die Esten mit 8:0 deklassiert.

«Sie werden sehr defensiv spielen», bemerkte Serge Gnabry zum Rückspiel. Der Bayern-Stürmer ist derzeit der Tore-Garant und gefährlichste Akteur in der Nationalmannschaft. Das will der 24-Jährige auch in Tallinn beweisen und seinen zehn Toren in elf Länderspielen möglichst weitere hinzufügen: «Ich habe gerade einen super Lauf. Da gehört viel Arbeit dazu, man darf nicht lockerlassen.» Denn eine Garantie auf Dauer gebe es auch für ihn nicht: «Ich muss mich immer wieder neu beweisen. Wenn ich drei Spiele absolute Kacke spiele, würden andere die Spielzeit bekommen», sagte der Münchner.

Stürmer Timo Werner und Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan stehen nach ihren gesundheitlich bedingten Zwangspausen im fast 800 Jahre alten Tallinn wieder zur Verfügung. Auch Marco Reus, der wegen leichter Knieprobleme beim 2:2 im Testspiel gegen Argentinien ebenfalls pausiert hatte, meldete sich einsatzbereit und versprach: «Wir sind zielstrebig genug, um uns durchzusetzen.»

Die kleinen Fortschritte beim Kontrahenten unter Karel Voolaid, der nach dem 0:8 in Deutschland Estlands Rekord-Nationalspieler Martin Reim als Nationalcoach abgelöst hatte, hat Löw registriert. In dieser Woche holte Punktelieferant Estland mit einem 0:0 in Weißrussland den ersten Zähler in der laufenden EM-Ausscheidung. «Estland wird sicherlich viel Widerstand leisten», sagte der Dortmunder Julian Brandt: «Aber gehen wir mit großem Mut dahin. Wir wissen ja, was wir können. Auch wenn momentan viele gute Spieler fehlen.»

Der Ausfall von immer noch zwölf EM-Kandidaten ist eine weitere Chance für Nachrücker. Emre Can (Juventus Turin) oder der gegen Argentinien debütierende Robin Koch (SC Freiburg) könnten erneut in die Abwehrkette rücken. Das Leverkusener Juwel Kai Havertz darf sich wohl wieder im zentralen Mittelfeld beweisen. Jeder einzelne Spieler hat bei jedem Länderspiel schon die EM 2020 im Hinterkopf. «Natürlich ist es mein Ziel, nach einer erfolgreichen Qualifikation auch bei der EM zu spielen», sagte etwa der Leipziger Lukas Klostermann.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2019
11:58 Uhr

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