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Mit «Lina» ins Glück: Vettel bereit für Duell mit Hamilton

Es ist der fünfte Versuch für Sebastian Vettel im Ferrari. Diesmal soll endlich der erste WM-Titel in Rot her. Der größte Gegner heißt wohl wieder Lewis Hamilton. Vor dem Auftakt in Melbourne lüftet Vettel erstmal ein Geheimnis.



Lina
Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat seinem neuen Wagen wie immer einen Frauenname gegeben.   Foto: Manu Fernandez/AP

Sebastian Vettel sucht sein Glück jetzt mit «Lina». Fast wie frisch verliebt verriet der 31-Jährige bei der Eröffnung der Formel-1-Saison den Kosenamen für seinen neuen Ferrari, der ihn in diesem Jahr endlich zum ersten WM-Titel in Rot tragen soll.

Dass nur ein paar Minuten später über der Bühne auf dem Federation Square im Herzen von Melbourne rotes Konfetti in die Luft schoss, durfte Vettel als gutes Vorzeichen für das nächste Duell mit Weltmeister Lewis Hamilton werten. «Wir wollen ein neues Kapitel aufschlagen. Die Moral ist hoch, das Team ist auf dem richtigen Weg», sagte der Deutsche.

Melbourne, das war zuletzt ein gutes Pflaster für Vettel. «Ich habe großartige Erinnerungen an diese Strecke», schwärmte der Hesse. In den vergangenen beiden Jahren hat Vettel den Auftakt gewonnen, mit einem weiteren Sieg würde er die Bestmarke von Michael Schumacher von insgesamt vier Erfolgen im Albert Park einstellen. Schumacher ist mehr denn je die Referenzgröße für Vettel. Der Kerpener benötigte seinerzeit fünf Jahre, um erstmals im Ferrari den Titel zu holen. Nun steht Vettel am Beginn seiner fünften Saison bei der Scuderia.

Nach starken Auftritten bei den Testfahrten in Barcelona vertrauen die Tifosi darauf, dass sich Geschichte wiederholt. «Als Team tragen wir die Hoffnungen, Erwartungen und den Stolz einer ganzen Nation und von Millionen Fans in aller Welt. Wir akzeptieren diese Verantwortung», sagte Firmenchef Louis Camilleri im 90. Jahr nach dem ersten Renneinsatz eines Ferrari.

Auch in der benachbarten Garage spürt Serien-Weltmeister Mercedes die ungeheuren Anstrengungen des Rivalen. «Das wird der bisher härteste Kampf», versicherte Superstar Hamilton nach den Proberunden. Und doch gab sich der fünfmalige Champion bei seinem ersten Auftritt in Melbourne ganz gelassen, als er mit den anderen Fahrern per Ausflugsboot über den Yarra River zur erstmaligen Eröffnungsparty schipperte. «Sie scheinen deutlich aufgeregter als ich es bin», erwiderte Hamilton der tatsächlich etwas schrillen TV-Moderatorin, die ihn bei der Ankunft empfing.

Es sind Herausforderungen wie die von Ferrari und Vettel, aus denen der Brite auch im 13. Jahr in der Königsklasse seine Motivation zieht. Im Vorjahr schien sein Dauerrivale noch bis in den Spätsommer auf Augenhöhe, dann zerbrachen die roten Träume am übermächtigen Hamilton.

Auch wenn Mercedes-Teamchef Toto Wolff ahnt, dass der nächste Angriff von Ferrari seine Mannschaft «an unsere Grenzen treiben» wird, klingt das eher nach Vorfreude. Im Grenzbereich fühlt sich vor allem Hamilton offenbar am wohlsten. Die Freizeit im Winter nutzte der 34-Jährige auch, um seine Lizenz für Fallschirmsprünge zu erwerben. «Das Gefühl des freien Falls ist unglaublich», ließ Hamilton wissen.

Als Rennfahrer indes ging es für den Silberpfeil-Piloten zuletzt fast immer nur aufwärts. Sollte Mercedes ihm auch in seinen verbleibenden zwei Vertragsjahren ein Siegerauto bauen, sind auch die Rekorde von Michael Schumacher erreichbar. Zwei Titel fehlen Hamilton noch zur Marke des Deutschen von sieben WM-Triumphen. Mit 18 weiteren Rennsiegen könnte der Brite auch Schumachers phänomenale 91 Grand-Prix-Erfolge egalisieren. «Ich gönne das dem Lewis, aber er muss das erstmal schaffen», sagte Schumachers Bruder Ralf der Deutschen Presse-Agentur vor dem Auftakt.

Es ist wohl vor allem an Vettel, das zu verhindern. Ausreden gibt es für den Heppenheimer nicht mehr. Ferrari hat den Teamchef getauscht und das Cockpit neben Vettel mit Großtalent Charles Leclerc besetzt. Der Monegasse soll den Deutschen im internen Duell stärker fordern als zuletzt Veteran Kimi Räikkönen, damit Vettel beständig am Limit operiert. Um Vettel nicht zu verunsichern, gewährte ihm der neue Teamchef Mattia Binotto zugleich den Status einer Nummer 1. «Wenn im ersten Teil der Saison gewisse Situationen auftreten, dann heißt unsere Priorität Sebastian Vettel. Er soll uns zum Titel führen», sagte Binotto.

Diese Politik ist die Lehre aus der Vorsaison, als Ferrari diese Rückendeckung für Vettel lange verweigerte, während Mercedes früh klar auf Hamilton setzte. Doch Vettel allein wird es mit seinen Steuerkünsten nicht richten können. Die Scuderia wird in diesem Jahr beweisen müssen, dass sie über 21 Rennen hinweg im Entwicklungswettlauf mit Mercedes mithalten kann. Zudem müssen Vettel und sein Team die Fehlerquote deutlich minimieren. Auf beiden Feldern waren die Silberpfeile im Vorjahr klar besser.

«Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir schnell und flexibel sind und dass wir gut mit Überraschungen umgehen können», sagte Mercedes-Teamchef Wolff. Mit einem weiteren Teamtitel würde der Werksrennstall den Ferrari-Rekord von sechs Konstrukteurstriumphen in Serie einstellen. Wolff versicherte: «Wir sind bereit für den Kampf und freuen uns im Laufe der neuen Formel-1-Saison auf eine verrückte Achterbahnfahrt.»

Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
11:01 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
11:01 Uhr



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