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Sport

Lehmann-Dolle über Doping-Freispruch erleichtert

Hinter Robert Lehmann-Dolle liegen schwere Monate. Der Verdacht des Eigenblut-Dopings im Zuge der «Operation Aderlass» lastete schwer auf dem ehemaligen Eisschnellläufer. Nun sprach das Sportschiedsgericht den Thüringer frei. Die Nada prüft, ob sie in Berufung geht.



Ex-Eisschnellläufer
Robert Lehmann ist durch das Deutsche Sportschiedsgericht Dis vom Vorwurf des Eigenblut-Dopings freigesprochen worden.   Foto: Hannibal Hanschke/epa/dpa

Seit Monaten hat Robert Lehmann-Dolle diese Nachricht herbeigesehnt. Nun ist der frühere Eisschnellläufer durch das Deutsche Sportschiedsgericht Dis vom Vorwurf des Blutdopings freigesprochen worden.

«Die Schiedsklage der Nada aus Mai 2019 wurde abgewiesen», bestätigte die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada auf Anfrage. Zuerst hatte das Magazin «Der Spiegel» darüber berichtet.

«Über 500 Tage habe ich gebangt. Natürlich war ich total erleichtert und habe erst einmal ein paar Tränen verdrückt», sagte der frühere Erfurter der Deutschen Presse-Agentur. Der 36-Jährige lebt seit Jahren in Berlin und arbeitete zuletzt als Nachwuchs-Trainer am Olympiastützpunkt der Hauptstadt.

Dort war Lehmann-Dolle wegen der Doping-Vorwürfe fristlos entlassen worden und führt seitdem einen Arbeitsgerichtsprozess. «Natürlich habe ich nun die Hoffnung, dass ich meinen Trainer-Job wieder aufnehmen kann», sagte er. Und er räumt ein, dass einige Anfeindungen - unter anderen die von Claudia Pechstein - ihm «sehr weh getan» haben.

Eisschnelllauf-Präsident Matthias Große, der Lebensgefährte Pechsteins, wollte sich zur Dis-Entscheidung auf Anfrage nicht äußern. Er verwies auf das Verfahren vor dem Arbeitsgericht: «Das ist jetzt Sache des Olympiastützpunktes.» Die Nada wird nun die Entscheidung des Dis prüfen und dabei auch bewerten, ob und inwieweit sie dagegen Rechtsmittel vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas einlegt.

Den Beweis für einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen konnte die Nada nicht erbringen, nachdem der dreimalige Olympia-Teilnehmer Lehmann-Dolle im vergangenen Frühjahr vom Erfurter Arzt Mark S. belastet worden war. Dieser steht vom 16. September an in München wegen der «Operation Aderlass» vor Gericht. Ihm werden Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und Antidopinggesetz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er seit Ende 2011 regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen weltweit Blutdoping betrieben hat.

«Die Nada hat sich allein darauf gestützt, dass Mark S. unseren Mandanten belastet hat», sagte Lehmann-Dolles Anwältin Katharina Rogge der dpa. Die Juristin hatte die Klageabweisung darauf gestützt, dass die Aussagen von Mark S. ungenau und widersprüchlich waren. Das Deutsche Sportschiedsgericht folgte nun ihrer Argumentation.

Mittelstreckler Lehmann gehörte jahrelang zur deutschen Eisschnelllauf-Auswahl und nahm 2006, 2010 und 2014 an Olympischen Winterspielen teil. Nach den Spielen in Sotschi vor sechs Jahren beendete er seine sportliche Karriere.

© dpa-infocom, dpa:200818-99-209866/3

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dpa

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Veröffentlicht am:
18. 08. 2020
13:00 Uhr

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18. 08. 2020
13:00 Uhr



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