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Sport

Hülkenbergs vereiteltes Blitz-Comeback: «Natürlich bitter»

Nico Hülkenberg erlebt eine emotionale Achterbahnfahrt. Kurzfristig wird er für ein Formel-1-Comeback von Racing Point angeheuert - und kann doch nicht beim Grand Prix von Großbritannien starten.



Nico Hülkenberg
Hatte Pech beim Formel-1-Comeback: Nico Hülkenberg.   Foto: Frank Augstein/Pool'AP/dpa

Frustriert musste Nico Hülkenberg im Fahrerlager sein verhindertes Blitz-Comeback in der Formel 1 erklären. Ein Schaden am Motor seines Racing Point bremste den Rheinländer noch vor der ersten Runde beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone aus.

«Die Power Unit war nicht anzukriegen», klagte der 32-Jährige im TV-Sender RTL über den technischen Defekt. Er habe in die Startaufstellung fahren wollen, «von Anfang an» sei das aber nicht gegangen. «Es ist natürlich bitter.»

Vor dem Rennstart herrschte bei Racing Point Hektik. Der Unterboden an Hülkenbergs Wagen wurde sogar abgenommen, um die Ursache des Problems zu finden. In aller Eile waren die Mechaniker aber nicht erfolgreich, wenige Minuten vor dem Erlöschen der Roten Ampeln kam das Aus. Das Auto konnte nicht aus der Garage fahren, Hülkenberg musste frustriert aussteigen. Seine emotionale Achterbahnfahrt fand ihren Tiefpunkt.

Das Wochenende hatte für Hülkenberg schon irre begonnen. Der Routinier sprang überraschend für den mit dem Coronavirus infizierten Mexikaner Sergio Perez ein und steuerte den neuen Wagen am Freitag schon 15 Minuten nach Bekanntwerden seines Engagements erstmals auf die Strecke. Nicht einmal 24 Stunden lagen zwischen der Anfrage und der Sensations-Rückkehr im Rennauto.

«Ich mag Herausforderungen, und das ist ganz sicher eine. Ich springe ein und versuche, das Beste für das Team zu machen», hatte der Rheinländer nach Dauerstress zuvor gesagt. Und Hülkenberg fügte sich sofort so ein, als ob er keine lange Zeit weg gewesen wäre. Dabei hatte er Ende vergangenen Jahres bei Renault kein neues Cockpit mehr bekommen und musste die neue Saison als Privatier verfolgen. Nun musste er sich kurzfristig sogar Helm und Rennanzug ausleihen.

In der Qualifikation reichte es für Hülkenberg nur zu Platz 13. Im Rennen wollte der Rheinländer, der den unrühmlichen Rekord von 177 Grand Prix ohne Podestplatz hält, dann angreifen. «Ich kann nicht komplett ans Limit gehen, weil ein bisschen Kraft im Nacken fehlt», meinte er vor dem geplanten Start. «Ich will das Rennen zu Ende fahren, ich will die Flagge sehen.»

Der Wunsch blieb Hülkenberg verwehrt. Kommende Woche beim zweiten Grand Prix in Silverstone könnte es dann aber mit etwas Verzögerung mit dem Comeback doch noch klappen. «Höchstwahrscheinlich wird er das nächste Rennen bestreiten. Das ist aber noch nicht zu 100 Prozent sicher», sagte Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer dem Fernsehsender Sky. Eine Entscheidung werde am Mittwoch oder Donnerstag fallen. Erst dann steht fest, ob Stammfahrer Sergio Perez nach einem erneuten Coronatest von den Ärzten die Freigabe bekommt, um wieder ins Cockpit zurückzukehren. Solange muss Hülkenberg warten.

© dpa-infocom, dpa:200802-99-14507/4

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Veröffentlicht am:
02. 08. 2020
16:08 Uhr

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02. 08. 2020
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