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«Historische» Bayern-Nacht: Gnabrys famose Tor-Show

An einem historischen Abend demütigen die Bayern um Vier-Tore-Mann Gnabry den letztmaligen Champions-League-Finalisten Tottenham. Das 7:2 ist eine Ansage an alle Großen in Europa. Der Tor-Held erfüllt beim Spektakel auch einen familiären Auftrag.



Starke Bayern
Die Bayern besiegten Tottenham mit 7:2.   Foto: Matthias Balk/dpa

Als Tottenham-Schreck Serge Gnabry leicht verspätet den Bankett-Saal im Teamhotel betrat, brandete lautstarker Beifall der Kollegen und der sich erhebenden Edelfans auf.

Natürlich war der erst zweite deutsche Vierfach-Torschütze in bald drei Jahrzehnten Champions League der umjubelte Held dieses magischen 7:2 (2:1) beim gedemütigten Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur, das Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in seiner Rede als «historischen Tag für Bayern München» einordnete: «Das war unglaublich, was wir erlebt haben.»

Im Mittelpunkt des Münchner Oktoberfestes in London stand Gnabry, der das wunderbare Glücksgefühl nach dem bisher spektakulärsten Spiel seines Lebens genoss. Der Nationalspieler hatte den größten Anteil an einer Fußball-Sternstunde, die den deutschen Meister in Europa zurück in den Kreis der Titelanwärter katapultierte. «Ich denke, dass das 7:2-Ergebnis natürlich die Welle macht», sagte Gnabry, der kurz vor Mitternacht an seinem Tisch mit dem Spielball ein Selfie machte.

«Nord-London ist Rot», twitterte der Ex-Profi des Tottenham-Rivalen FC Arsenal vielsagend. Auch die Gunners spielen wie die Bayern meist in roten Trikots. «Natürlich spielt die Historie irgendwo mit im Kopf. Es war ein wunderschönes Gefühl», sagte der 24-Jährige, der den Auftrag von Jean-Hermann Gnabry mehr als erfüllt hatte.

«Papa hatte mittags noch einmal gesagt, dass ich gut spielen muss. Das habe ich erledigt. Ich glaube, der Druck hat geholfen», erzählte Gnabry und schwärmte: «Meine ersten vier Champions-League-Tore direkt an einem Tag zu erzielen, war natürlich grandios.»

«Er ist jetzt derjenige, der herausragt - zu Recht», lobte Trainer Niko Kovac. 35 Minuten reichten dem Außenstürmer, der in München das große Erbe von Arjen Robben, dem Finalhelden von Wembley 2013, angetreten hat, um Frankreichs Weltmeister-Torwart Hugo Lloris viermal eiskalt zu bezwingen. Jeder Schuss saß, Tor Nummer eins krönte einen Sololauf à la Robben. «Er hat wirklich alles getroffen», staunte Kapitän Manuel Neuer.

Gnabry ist erst der zweite deutsche Spieler nach Mario Gomez (2012 bei Bayerns 7:0 gegen Basel), dem in einer Königsklassen-Partie vier Tore glückten. «Für uns war es eine super Nacht», schwärmte der Matchwinner, der aus einem Kollektiv herausstach, das nach einer glücklichen Halbzeitführung ein Offensivspektakel aufführte.

Es war der zweithöchste Auswärtssieg überhaupt der Bayern in der Königsklasse. Vor allem aber war er ein Signal an alle Großen in Europa. «Es wurde Zeit, mal wieder ein Ausrufezeichen zu setzen und einen Großen zu schlagen», erklärte Neuer.

Rummenigge erinnerte an die noch sehr präsente Bundesliga-Schmach des vergangenen Frühjahrs, als das Trio Bayern, Dortmund und Schalke im Achtelfinale gegen den späteren Titelgewinner FC Liverpool, Tottenham und Manchester City K.o. ging. «Heute haben zumindest wir von Bayern München nachhaltig bewiesen, dass wir durchaus in der Lage sind, eine Premier-League-Mannschaft der Topklasse zu besiegen.»

Auch wenn Gnabry aus einem Münchner Ensemble herausstach, das sein Potenzial im prachtvollen Fußball-Tempel der Spurs aufscheinen ließ, gab es noch weitere großartige Protagonisten. Neuer hielt die Bayern mit Paraden vor der Pause im Spiel. «Wir hatten einen ganz starken Mann im Tor», rühmte Niklas Süle den DFB-Kollegen. Robert Lewandowski erzielte im zehnten Pflichtspiel seine Saisontreffer 13 und 14.

Juniorchef Joshua Kimmich gab speziell mit dem Tor zum 1:1 eine starke Antwort auf die Forderung der Bayern-Bosse, seiner Kritik am mauen Bayern-Auftritt in Paderborn eine «große Leistung» folgen zu lassen. Und Kovac feierte den größten internationalen Sieg als Bayern-Coach: «Hier so ein Spiel abzuliefern, ist einzigartig.»

Von Kovac bis Gnabry blendete aber kein Münchner Triumphator die «brenzligen Situationen» aus, die Tottenham in der überlegenen ersten Hälfte in Bayerns Defensive heraufbeschwor. «7:2 ist eigentlich im Profifußball ein bisschen unrealistisch. Auch heute war nicht alles super», erklärte Kimmich. «Wir haben jetzt ein Spiel 7:2 gewonnen und können nicht sagen, dass wir nun ganz Europa schlagen», mahnte auch Neuer. Der Kapitän empfahl: «Wir müssen cool bleiben!»

Der Erfolgshunger der Bayern, die einen Ausfall von David Alaba (Rippenverletzung) und Jérôme Boateng (muskuläre Probleme) befürchten müssen, ist mit dem Sechs-Punkte-Start in die Gruppe nicht gestillt. Er ist jetzt erst richtig geweckt, wie Neuer sagte: «Das war ein toller Champions-League-Abend für uns Bayern. Wir hoffen, dass wir den Fans noch weitere solche Momente bieten können diese Saison.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 10. 2019
14:31 Uhr

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02. 10. 2019
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